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Vergleich Hybrid-Limousinen: Lexus GS 450h gegen Audi, BMW und Infiniti

Fahrkomfort

Schnelle Autobahnetappen komfortabel zu absolvieren, gehört zu den primären Anforderungen an Oberklasse-Limousinen. Auch der neue Lexus ist genau darauf ausgerichtet. Ordentlicher Geradeauslauf, niedriges Geräuschniveau, solange der Antrieb nicht unter Volllast läuft, und das trotz sportlicher F-Sport-Abstimmung unseres Testwagens angenehme Fahrwerks-Set-up lassen lange Strecken entspannt vorüberziehen. Aber für den Lexus gilt wie für keinen anderen der vier Rivalen: je schneller, desto besser. Sobald die  Geschwindigkeit nämlich auf Stadttempo fällt, reagiert der GS recht hölzern und sperrig auf Kanten oder Querfugen. Trost spenden da glücklicherweise die komfortablen Sitze.

Noch mehr Unterstützung bieten allerdings die Sportsitze (635 Euro) des Audi A6. Auch die Integration des Fahrers ins Fahrzeug ist beim Ingolstädter etwas besser gelungen. Und obwohl Audi weder adaptive Dämpfer noch die geschmeidige Luftfederung für den Hybrid anbietet, agieren auch die Federn und Dämpfer feinfühliger als die des Lexus. Das sensible Ansprechverhalten und das gelassene Schluckvermögen bei hohem Tempo gefallen.

überzeugen kann aber nur der BMW. Während der Infiniti bei langsamer und bei schneller Fahrt stets leicht in Bewegung ist, gleitet der BMW regelrecht über die Piste - seine adaptiven Dämpfer (1300 Euro) finden für jeden noch so holprigen Untergrund die passende Antwort.

FahrkomfortMax. PunkteLexus GS 450hAudi A6 HybridBMW ActiveHybrid 5Infiniti M35h
Sitzkomfort vorn150125127134117
Sitzkomfort hinten10074747769
Ergonomie150115118121108
Innengeräusche5043464146
Geräuscheindruck10090889086
Klimatisierung5043444542
Federung leer200141144152131
Federung beladen200141144152131
Kapitelbewertung1000772785812730
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Motor & Getriebe

Lexus hat mit dem Hybridantrieb der Marke ein umweltfreundliches Image verliehen. Was für BMW der Reihensechszylinder und für Audi der quattro-Antrieb ist, ist für Lexus die Hybridtechnologie. Den Verbund aus leistungsstarkem V6-Benziner und Elektromotor koordiniert ein leistungsverzweigtes Hybrid-Planetengetriebe mit zwei Untersetzungsstufen. Das komplexe System arbeitet derart harmonisch, dass die Antriebe der Konkurrenz hier klar das Nachsehen haben. Das feine Überblenden von Verbrennungs- und Elektromotor und das elegante Ausblenden der Antriebsquellen je nach Leistungsabfrage ist für den Fahrer nur im Display zu beobachten. Die spürbaren Rucke, die bei den beiden Achtstufen-Getrieben mit integriertem E-Motor von Audi und BMW auftreten, sind dem Lexus völlig fremd. Zudem managt das System des GS 450h den Ladezustand des Akkus deutlich effektiver. Vor allem der Audi führt dem Antrieb schon bei normaler Fahrt viel Elektrokraft zu, um artgerecht in Bewegung zu kommen. Resultat: Die Batterie ist schnell leergesaugt. Der  Konkurrenz gelingt es besser - einmal vom E-Motor in Schwung gebracht -, mit der Energie hauszuhalten.

Der leistungsmäßig unterlegene Hybridantrieb mit Vierzylinder-Verbrennungsmotor des Audi muss sich schwer mühen, um mit den Sechszylindern mithalten zu können. Der per EV-Schalter bei vollen Akkus abrufbare rein elektrische Fahrmodus kann zwar bei niedrigen Geschwindigkeiten mit kraftvollem Antritt punkten, aber unterm Strich nicht zu einem effizienten Umgang mit dem Kraftstoff beitragen. Wie der BMW, der erheblich lebendiger Fahrt aufnimmt und seine E-Power je nach Situation vorwiegend unterstützend einbringt, verbraucht der Audi 9,6 Liter Super auf 100 Kilometern. Das ist eindeutig zu viel für Fahrzeuge mit Hybrid-Logo auf der Karosserie. Selbst der Infiniti M35h steht hier besser da. Ihm genügen sieben Gänge und ein Hybridsystem, das über zwei Kupplungen V6-Motor oder E-Motor der Situation  entsprechend koordiniert. Etwas gewöhnungsbedürftig bleibt jedoch auch nach längerer Fahrt das zuschaltbare Eco-Pedal. Es erzeugt je nach Lastzustand selbständig Gegendruck im Pedal und soll damit unnötigen Gasbefehlen entgegenwirken. Aber selbst ohne Bevormundung bleibt der Infiniti recht genügsam: 8,9 Liter sind durchaus akzeptabel. Nur der Lexus arbeitet noch sparsamer. 8,4 Liter Durchschnittsverbrauch sind in dieser Klasse ein beeindruckender Wert. Lediglich das konstant hohe Drehzahlniveau bei voller Leistungsabfrage bleibt ist auch beim neuen GS eine Frage der Gewöhnung.

Motor und getriebeMax. PunkteLexus GS 450hAudi A6 HybridBMW ActiveHybrid 5Infiniti M35h
Beschleunigung150128119128131
Elastizität100----
Höchstgeschwindigkeit15090839090
Getriebeabstufung10090808073
Kraftentfaltung5033243330
Laufkultur10085758381
Verbrauch325222199199210
Reichweite2515141215
Kapitelbewertung1000663594625630
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Lexus GS 450h

PS/KW 292/215

0-100 km/h in 5.90s

Hinterrad, Hybrid-Getriebe

Spitze 250 km/h

Preis 54.750,00 €

Audi A6 Hybrid

PS/KW 211/155

0-100 km/h in 7.20s

Vorderrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 240 km/h

Preis 53.300,00 €

BMW ActiveHybrid 5

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 5.90s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 62.900,00 €

Infiniti M35h

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 5.50s

Hinterrad, 7-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 55.490,00 €