Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

VW Golf Variant 2013 im Vergleichstest der kompakten Kombis

Transportgesellschaft

Fahrkomfort

Einer der Gründe, weshalb die siebte Golf-Generation zum Seriensieger avanciert, ist der Fahrkomfort. Da macht auch der neue Variant keine Ausnahme. Insbesondere dann nicht, wenn er über die adaptive Fahrwerksregelung (990 Euro) verfügt. Dabei wird der Komfort-Modus seinem Namen mehr als gerecht. Mit großer Gelassenheit gleitet der VW Golf Variant über jede noch so zerfurchte Piste. Querfugen begegnet er mit seinem sensiblen Ansprechverhalten, große und lange Bodenwellen gleicht er souverän aus, ohne dabei ins Schaukeln zu geraten.

Ein ebenfalls sehr fein austariertes Zusammenspiel zwischen Federung und Dämpfung zeigt auch der Ford Focus. Ohne einstellbare Dämpfer reagiert er auf Kanten und Wellen unaufgeregt und sehr feinfühlig. Die straffe, aber keineswegs harte Federung hält die Karosserie selbst auf stark ausgefahrenen Strecken ausgesprochen ruhig. Etwas mehr Bewegung lässt der Hyundai zu. Insgesamt gefällt aber auch er mit gutem Komfort. Erst mit steigender Zuladung kommt mehr Bewegung ins Fahrzeug und der i30 Kombi an seine Grenzen.

Der straff abgestimmte Skoda Octavia Combi verlangt etwas mehr Nehmerqualitäten. Vor allem ohne Ballast gibt er Unebenheiten recht ungefiltert an seine Insassen weiter, unangenehm wird er jedoch nie. Der Opel hinterlässt ein zwiespältiges Bild: Während er auf Autobahnen mit gutem Komfort überzeugt, gibt er auf rauen Landstraßen Stöße teilweise deutlich spürbar an seine Insassen weiter – trotz des Flexride-Sicherheitsfahrwerks (980 Euro) mit einstellbaren Dämpfern. Die gut konturierten und bequemen Ergonomiesitze des Opel Astra Sports Tourer, die mit dem Gütesiegel AGR (Aktion gesunder Rücken) ausgezeichnet sind und 390 Euro extra kosten, finden da deutlich mehr Zustimmung als die Fahrwerksauslegung.

Ebenfalls sehr bequem fallen die Sitze in VW und Skoda aus. Allerdings kosten die Sportsitze des Golf 150 Euro extra, und beim Octavia muss der Kunde die Ambiente-Ausstattung (2400 Euro) wählen, um in den Genuss des besseren Gestühls zu kommen.

Auch beim Ford gehören die etwas engeren, aber sehr komfortablen Sportsitze zur teuren Titanium-Ausstattung (2350 Euro). Hyundai bietet beim i30 nur einen Sitz an. Dieser ist ausreichend komfortabel, zeigt aber eine schlechtere Seitenabstützung gegenüber den Exemplaren der Konkurrenz. Auch bei den Innengeräuschen hängt der i30 etwas hinterher: Wind- und Fahrwerksgeräusche dringen stärker nach innen als es zum Beispiel in den gut gedämmten Opel, Skoda und VW der Fall ist. Der Ford schirmt seine Insassen jedoch am besten vor äußeren Einflüssen ab.

Dass eine Klimaanlage in dieser Klasse längst nicht fester Bestandteil der Serienausstattung ist, zeigt der Octavia. Eine gut gekühlte Fahrgastzelle kostet bei Skoda 1120 Euro extra, während eine manuelle Klimaanlage bei den vier Mitstreitern zum Standard zählt.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Octavia Combi 1.4 TSIVW Golf Variant 1.4 TSIFord Focus Turnier 1.6 EcoBoostOpel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo ecoFLEXHyundai i30 Kombi 1.6 GDI
Sitzkomfort vorn150115115112115107
Sitzkomfort hinten1007472666670
Ergonomie150129130125128128
Innengeräusche503836393836
Geräuscheindruck1006868706866
Klimatisierung502235343435
Federung leer200137146140137139
Federung beladen200137140136134134
Kapitelbewertung1000720742722720715
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Motor & Getriebe

Eigentlich gehören kleine Turbomotoren mit Direkteinspritzung in der Kompaktklasse zum guten Ton. Allerdings gönnen sich der Hyundai mit dem Direkteinspritzer-Saugmotor und der Opel mit dem Turbotriebwerk ohne Direkteinspritzung ihre Eigenheiten. Beim Hyundai i30 Kombi führt das schon auf dem Papier zum klaren Nachteil. Während die 135 PS noch ins Umfeld passen, wirken die 164 Newtonmeter, die erst bei hohen Drehzahlen anstehen, recht bescheiden. Dennoch schlägt sich der i30 zumindest gegenüber dem Astra beachtlich. Zwar kann er keinem seiner vier Gegner beim Sprint von null auf Tempo 100 die Stirn bieten, beim Durchzug in den oberen beiden Gängen hängt er den Opel aber trotz dessen höheren Drehmoments deutlich ab.

Die langen Übersetzungen, die das Sechsgang-Getriebe anbietet, rauben dem Rüsselsheimer bei Überholvorgängen im fünften und sechsten Gang jedes Temperament. Da bleibt nur der Griff zum Schalthebel. Lange Schaltwege und eine nicht sonderlich exakte Führung schmälern jedoch die Freude an der zusätzlichen Schaltarbeit.

Während der Fahrer im Astra noch den richtigen Gang einlegt, ist die Konkurrenz bereits auf und davon – auch der Hyundai. Gegen die Rivalen von VW und Skoda hat der Koreaner jedoch auch keine Chance. Selbst der kraftvoll antretende Ford Focus, mit 150 PS der stärkste Kompaktkombi in diesem Test, sieht nur die Rücklichter der beiden Konzernbrüder. Die baugleichen TSI-Motoren in Octa- via und Golf deklassieren die Konkurrenz mit ihrer enormen Durchzugskraft. Ab kurz über Leerlaufdrehzahl sorgen die Vierzylinder für beachtlichen Vortrieb. Keine Spur von verzögerter Gasannahme oder einer Anfahrschwäche. Die 140-PS-Motoren hängen spritzig am Gas und lassen sich sehr gut dosieren. Der satte Antritt aus niedrigen Drehzahlen liegt ihnen ebenso wie das Erklimmen hoher Drehzahlen. Dass der Skoda dem VW in allen Werten leicht überlegen ist, liegt nicht zuletzt an seinem geringeren Leergewicht.

Nur der EcoBoost-Motor im Ford Focus hält in diesem Vergleich den Anschluss. Vor allem das perfekte Zusammenspiel mit dem exakt und leicht schaltbaren Sechsgang-Getriebe überzeugt. Und bei der Laufkultur markiert der Focus den Maßstab. Die Motoren von Opel, Skoda und VW sortieren sich dahinter ein. Der Saugmotor des Hyundai arbeitet vor allem bei niedrigen Drehzahlen nicht nur verhaltener, sondern auch rauer.

Die Dominanz der aufgeladenen Motoren aus dem Wolfsburger Automobilkonzern wiederholt sich auch beim Verbrauch. Hier ist es wiederum der leichtere Skoda, der dem neuen Golf Variant die Show stiehlt. Allerdings ist der Vorteil mit 0,1 Litern äußerst gering. Die Aggregate in Focus und Astra geben sich mit 6,9 Litern auf 100 Kilometer ebenfalls recht bescheiden. Der Hyundai hingegen benötigt noch einmal 0,4 Liter mehr für die gleiche Distanz.

Unterm Strich sind es die beiden Konzernkollegen, die mit ihren effizienten Motoren das Kapitel unter sich ausmachen – mit leichtem Vorteil für den Skoda.

Motor und getriebeMax. PunkteSkoda Octavia Combi 1.4 TSIVW Golf Variant 1.4 TSIFord Focus Turnier 1.6 EcoBoostOpel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo ecoFLEXHyundai i30 Kombi 1.6 GDI
Beschleunigung1501071041019791
Elastizität1007877715868
Höchstgeschwindigkeit1506263605347
Getriebeabstufung1008484868180
Kraftentfaltung503028282625
Laufkultur1006565676562
Verbrauch325256254251251243
Reichweite251414181516
Kapitelbewertung1000696689682646632
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Skoda Octavia Combi 1.4 TSI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 8.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 212 km/h

Preis 22.460,00 €

VW Golf Variant 1.4 TSI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 213 km/h

Preis 26.285,00 €

Ford Focus Turnier 1.6 EcoBoost

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 25.820,00 €

Opel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo ecoFLEX

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 24.195,00 €

Hyundai i30 Kombi 1.6 GDI

PS/KW 135/99

0-100 km/h in 10.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 22.210,00 €