Kompakte: Neuer Kia Cee'd gegen Golf & Co.

Ford Focus 1.0 EcoBoost | Hyundai i30 1.4 CVVT | Kia Cee'd 1.4 CVVT | Skoda Octavia 1.2 TSI | VW Golf 1.2 TSI

Auf den Hyundai i30 folgt jetzt der neue Kia Cee’d als zweite Kampfansage aus Korea . Erster Vergleichstest der Benziner-Varianten um 100 PS

An mindestens zwei Dinge hat man sich in der Automobilwelt leider längst gewöhnt. Zum einen werden die vierrädrigen Träume mit jedem Facelift und jedem Modellwechsel meist ein wenig teurer. Und zum anderen veranschlagt man für vollwertige Alltagsautos der Kompaktklasse nach dem Bauchgefühl mittlerweile schon rund 20.000 Euro.

Umso mehr dürfte der komplett neue Kia Cee’d wie eine Bombe in den Markt einschlagen. Denn Kia bietet den jetzt bestellbaren Golf-Gegner nicht nur gut 500 Euro günstiger an als den Vorgänger, sondern schraubt den Einstiegspreis in der Kompaktklasse auf beachtliche 13.990 Euro herunter. Wohlgemerkt mit einer Sieben-Jahres-Garantie bis 150.000 Kilometer.

So viel Selbstbewusstsein muss hinterfragt werden. Hat das Lockangebot einen Haken? Verstecken sich zusätzliche Kosten in der Aufpreisliste? Macht Kia bei der Qualität Abstriche?

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Wir stellen dem neuen Cee’d prompt seine vier härtesten Gegner in einem Vergleichstest entgegen. Neben dem Klassenprimus Golf, dem Preis-/Leistungs-Star Skoda Octavia und dem Dynamiker Ford Focus tritt der technisch eng mit dem Kia verwandte Hyundai i30 in den Ring. Weil es den Cee’d zum Kampfpreis nur mit dem 99 PS starken 1,4-Liter-Benziner gibt, treten auch die Konkurrenten in der 100-PS-Liga an. VW und Skoda setzen dafür auf den Turbo-Benziner 1.2 TSI – Ford auf einen brandneuen Downsizing-Dreizylinder mit Turbolader.

Karosserie

Nach wie vor fühlt man sich im geräumigen VW Golf vor allem auf den vorderen Sitzplätzen wie zu Hause. Jeder Schalter und jede Ablage sind genau dort, wo man sie erwartet, und das Platzangebot lässt keine Wünsche offen. Doch vorbei sind die Zeiten, in denen allein der Wolfsburger den Maßstab für die beste Raumausnutzung setzte. Hyundai und Kia haben fleißig an ihren technisch eng verwandten Kompakten gefeilt und bieten jetzt ein ebenso üppiges Raumgefühl. Allerdings sind sie mit 4,30 Meter Gesamtlänge auch zehn Zentimeter länger als der Niedersachse. Den zusätzlichen Raum spüren vor allem Passagiere auf der Rückbank. Hier hat man im i30 und im Cee’d am meisten Platz. Etwas verbaut wirkt dagegen der Innenraum des Ford Focus. Zwar fühlen sich Fahrer und Beifahrer in keinem anderen Auto so gut ins Fahrzeug integriert – großzügig lümmeln lässt es sich im Kölner aber weder vorn noch hinten. Dass der Skoda Octavia mit seinem Fließheck der längste Vertreter im Vergleichstest ist (4,57 Meter), merkt man vor allem am Kofferraum. Unter die große Glaskuppel passen 560 Liter Gepäck, ohne die Rücksitze umzuklappen. Die Mitstreiter müssen mit deutlich weniger auskommen, wobei der Golf (350 Liter) das Schlusslicht bildet. Kia und Hyundai bieten immerhin 380 Liter.

Im Skoda Octavia müssen die hinteren Mitfahrer durch die flach abfallende Dachlinie des Fünftürers die Köpfe etwas mehr einziehen als bei der Konkurrenz. Dafür ist es immer wieder eine Freude, wie aufgeräumt und reduziert sich die Cockpitlandschaft im Tschechen präsentiert. Zusammen mit dem Technikspender Golf setzt er den Maßstab in Sachen Bedienbarkeit. Das wird gerade im Vergleich zum Ford Focus deutlich, der seine Insassen mit einer bunten Schalterflut und dem überladenen Mitteldisplay überfordert. Hyundai und vor allem der neue Kia wirken da für asiatische Verhältnisse schon fast konservativ. Das ist gut so, lassen sich die großen Knöpfe und Drehschalter doch leicht finden und einfach bedienen. Im Kia – hier ohne Navi-System – gibt es zwei Infodisplays: das eine im Tacho, das andere oben im Armaturenträger. Gut verarbeitet wie sein Landsmann ist der Koreaner ohnehin. Der angenehme Materialmix und die weich aufgeschäumten Oberflächen rund um den Armaturenträger lassen nirgendwo den Gedanken an ein Billigauto aufkommen. Die millimetergenaue Einpassung der Schalter ist sogar im Lenkrad perfekt gelungen.

Auch bei der Sicherheitsausstattung hat Kia ordentlich aufgeholt. Eine Reifenpannenanzeige gibt es jetzt ebenso wie Kurven- und Abbiegelicht oder einen Spurassistenten. Allerdings hat nur VW hintere Seitenairbags im Angebot (350 Euro). Spitzenreiter bei den elektronischen Helfern ist immer noch der Ford Focus. Das Angebot reicht vom Notbremsassistenten über den Tempolimit-Scanner bis hin zum Toter-Winkel-Warner.

KarosserieMax. PunkteKia Cee'd 1.4 CVVTSkoda Octavia 1.2 TSIHyundai i30 1.4 CVVTFord Focus 1.0 EcoBoostVW Golf 1.2 TSI
Raumangebot vorn1007070707070
Raumangebot hinten1006057605258
Übersichtlichkeit703636363538
Bedienung/ Funktion1008890888490
Kofferraumvolumen1003456343030
Variabilität1003533353033
Zuladung/ Anhängelast803936363432
Sicherheit1508890859593
Qualität/ Verarbeitung200183184183180185
Kapitelbewertung1000633652627610629
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Bilder Kia Cee'd 1.4 CVVT 2012 Vergleich

Kia Cee'd 1.4 CVVT

PS/KW 99/73

0-100 km/h in 11.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 182 km/h

Preis 13.990,00 €

Skoda Octavia 1.2 TSI im Test

Skoda Octavia 1.2 TSI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 17.240,00 €

Hyundai i30 1.4 CVVT im Test

Hyundai i30 1.4 CVVT

PS/KW 99/73

0-100 km/h in 11.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 182 km/h

Preis 15.850,00 €

Ford Focus 1.0 EcoBoost im Test

Ford Focus 1.0 EcoBoost

PS/KW 101/74

0-100 km/h in 12.90s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 185 km/h

Preis 18.050,00 €

VW Golf 1.2 TSI im Test

VW Golf 1.2 TSI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 21.170,00 €