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Vergleich Kompaktklasse-Diesel: VW Golf VII / Skoda Octavia / Hyundai i30

Wachablösung

Vergleich Kompaktklasse: Der Deutschen liebstes Kind im Segment, der VW Golf (VII) muss sich den Import-Aufsteigern von Skoda und Hyundai erwehren. Wer setzt sich durch?

Der neue Golf VII setzt seit seinem Erscheinen Maßstäbe in der Kompaktklasse. Mit an Perfektion grenzender Verarbeitungsqualität, durchweg hochwertigen Materialien und einem großzügigen Raumangebot schnürt der Wolfsburger ein Gesamtpaket, das ihn seit Jahren zum Siegertyp prädestiniert.

Die jüngste Auflage des Skoda Octavia allerdings bringt beste Voraussetzungen mit, nachhaltig am Thron des Segmentbegründers zu rütteln. Nicht nur basiert der Tscheche auf dem gleichen Modularen Querbaukasten (MQB) und verfügt daher über dieselbe Generation moderner Antriebe und fast die gesamte Palette der im Golf angebotenen Sicherheits- und Komfortoptionen, er trumpft zudem mit seinen größeren Abmessungen und dem insgesamt niedrigeren Preisniveau auf.

Mit dem kleinsten Testwagenpreis rollt der Hyundai i30 vor, doch der Koreaner ist dabei keinesfalls als „billig“ zu bezeichnen. Mit seinem schicken Design und einer im Wettbewerbsvergleich absolut ebenbürtigen Material- sowie Verarbeitungsqualität macht er sich auch unter deutschen Autofahrern viele Freunde.

Zu unserem Vergleichstest in der Kompaktklasse dieser drei Marken treten der Golf und der Octavia mit ihren 105 PS starken Einstiegsdieseln an, während der 110 PS kräftige Selbstzünder des Asiaten im i30-Dieselangebot die goldene Mitte darstellt. Den Skoda Octavia eindeutig den Kompakten zuzuordnen, fällt schwer: Mit einer Länge von 4,66 Metern kratzt er bereits an der Grenze zur Mittelklasse. Der Größenvorteil des Tschechen kommt vor allem seinen Fondpassagieren und dem Gepäckabteil zugute.

Der Octavia zeigt grösse

Sein 590 Liter großer Kofferraum lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf 1580 Liter vergrößern. i30 (378 bis 1316 Liter) und Golf (380 bis 1270 Liter) können hier nicht ansatzweise mithalten. Während Hyundai und VW jeweils eine ebene Ladefläche bieten, weist der Skoda bei umgeklappter Lehne jedoch eine störende Stufe auf. Der Golf lässt sich zur Steigerung der Variabilität mit einem umklappbaren Beifahrersitz (92 Euro) ausstatten.

Dank ihrer großen Fensterflächen verwöhnen Golf und Octavia die Insassen mit einem angenehm luftigen Raumgefühl. Der Hyundai wirkt bei vergleichbaren Innenraummaßen wegen seiner coupéhaften Silhouette und der flachen Heckscheibe etwas beengter. Auch bei der Cockpit-Gestaltung erreicht der Koreaner in puncto Übersicht und Bedienbarkeit nicht ganz das Niveau seiner Kontrahenten, die sehr ähnliche Arbeitsplätze aufweisen.

Weiteren Boden verliert der i30, weil die Liste der angebotenen Komfort- und Sicherheitsfeatures bei ihm deutlich kürzer ausfällt als die von Golf und Octavia. Optionen wie Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, Reifenpannenanzeige, Spurhalteassistent oder Verkehrszeichenerkennung sucht man im Hyundai-Prospekt vergebens.

golf mit bestem Fahrkomfort

Der VW Golf überzeugt mit der gelungensten Fahrwerksabstimmung. Trotz seiner straffen Auslegung filtert er Fahrbahnunebenheiten zuverlässig heraus. Auch der Hyundai i30 setzt sich in dieser Disziplin gut in Szene – nicht zuletzt weil er als einziger der drei Kandidaten auf 16- statt auf 17-Zoll-Räder vertraut. Der Skoda Octavia kommt mit schlechteren Straßenverhältnissen hingegen überhaupt nicht zurecht und schüttelt seine Fahrgäste ordentlich durch.

Seinen Leistungsvorteil von fünf Pferdestärken münzt der Koreaner in die beste Beschleunigung um. Mit 9,8 Sekunden bleibt er als einziger des Trios unter der Zehn-Sekunden-Marke. Seine mangelnde Durchzugskraft in unteren Drehzahlregionen lässt ihn in der Elastizität aber deutlich hinterherhinken. Und bei der Höchstgeschwindigkeit geht ihm mit 185 km/h am schnellsten die Puste aus. Den Bestwert setzt hier der Skoda (195 km/h), der VW (192 km/h) muss sich knapp geschlagen geben.

Beim Verbrauch schiebt sich i30 wieder nach vorn. Obwohl er als einziger kein Start-Stopp-System hat, genehmigt er sich auf der AUTO ZEITUNG-Normrunde durchschnittlich nur 5,1 Liter pro 100 Kilometer. In Kombination mit dem größten Tank (53 Liter) ermöglicht er so eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern. Mit Verbräuchen von 5,3 (Octavia) bzw. 5,6 (Golf) Litern und jeweils drei Liter weniger Tankvolumen können die beiden Konzernkollegen diese Hürde nicht überspringen.

Dafür geben Skoda und VW bei der Fahrdynamik klar den Ton an. Der Tscheche präsentiert sich dabei erstaunlicherweise sogar noch agiler als der Deutsche. So nimmt der Octavia dem Golf auf dem Handlingkurs mehr als eine Sekunde ab. Ebenfalls bemerkenswert: Der Bremsweg des Skoda liegt mit 33,4 Metern deutlich unter dem des Golf (34,6 Meter). Beide überzeugen mit einem tadellosen Einlenkverhalten, sehr hohen Kurvengeschwindigkeiten, einer jeweils präzise arbeitenden Servolenkung und fein regelnden Stabilitätssystemen.

Dem Hyundai liegt die dynamischere Gangart eindeutig weniger. Er untersteuert früher und bleibt in jedem der drei einstellbaren Lenkmodi eindeutige Rückmeldungen schuldig. Weiterer Minuspunkt: Mit kalter Bremsanlage benötigt der i30 satte 38,7 Meter bis zum Stillstand. Das sind 5,30 Meter mehr als beim Octavia – und damit mehr als eine Fahrzeuglänge.

kOstenvOrteile bei hyundai

Für Preisbewusste stellt in diesem Trio der Hyundai i30 eindeutig die beste Wahl dar. Zwar ist er im Grundpreis nach dem Skoda Octavia nur der zweitgünstigste, bietet dafür aber die reichhaltigste Serienausstattung. Beispielsweise offeriert nur er ab Werk Leichtmetallräder und ein CD-Radio. Beim Tschechen müssen Käufer dagegen sogar die Klimaanlage (1120 Euro) extra ordern. Auch die fünfjährige Fahrzeuggarantie des Koreaners stellt im Vergleich zur zweijährigen Laufzeit von Golf und Octavia ein gewichtiges Pfund dar. Die Besitzer der Vertreter aus dem Volkswagen-Konzern dürfen sich hingegen über die niedrigsten Werkstattkosten freuen. Der Skoda überzeugt zudem mit den günstigsten Versicherungseinstufungen, auch wenn die Unterschiede hier insgesamt sehr gering ausfallen.

Karosserie

KarosserieMax. PunkteSkoda Octavia 1.6 TDIVW Golf 1.6 TDIHyundai i30 1.6 CRDi
Raumangebot vorn100727270
Raumangebot hinten100686060
Übersichtlichkeit70393936
Bedienung/ Funktion100898886
Kofferraumvolumen100623334
Variabilität100243732
Zuladung/ Anhängelast80353438
Sicherheit150768154
Qualität/ Verarbeitung200150150144
Kapitelbewertung1000615594554
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Skoda Octavia 1.6 TDI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.50s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 195 km/h

Preis 24.855,00 €

VW Golf 1.6 TDI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 22.580,00 €

Hyundai i30 1.6 CRDi

PS/KW 110/81

0-100 km/h in 9.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 185 km/h

Preis 22.050,00 €