×

Kostenlos per E-Mail

Mit dem Autozeitung-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand zum Thema Automobil!

  • Kompetente Tests und Fahrberichte
  • Informationen über die neuesten Modelle der Hersteller

Kompaktklasse: BMW 120d gegen Volvo V40 D4

BMW 120d | Volvo V40 D4

Vergleich: Volvos neuer Premium-Kompakter V40 soll Sicherheit mit Fahrspaß verbinden - und Modelle wie den BMW 1er angreifen. Der Vergleich...

BMW – das ist Freude am Fahren. Und Audi? Ganz klar: Vorsprung durch Technik. Volvo hat keinen so schmissigen Werbeslogan zu bieten. Die schwedische Marke steht für Sicherheit, Solidität – aber nur in Maßen für Sport. Es gibt zwar Rallye-Amazonen und bildschöne Shooting-Brakes wie den P 1800 ES ("Schneewittchensarg“), doch ansonsten dominieren die Erinnerung unauffällige 240er-Kombis auf dem Lehrerparkplatz.

Aber das Image vom ewigen Elch wandelt sich: Mehr Styling, mehr Innovation, sogar ein rein elektrisches Fahrzeug wie den C30 Electric haben die Schweden zu bieten. Und mit dem V40 läutet Volvo jetzt eine neue Ära ein: weg von großen Kombis oder kleinen Flitzern und hinein in die Golf-Klasse. Der kompakte Schwede mit Premium-Anspruch soll dem Audi A3 und BMW 1er Kunden abjagen.

Seine Väter haben ihm dafür ein eigenständiges Design und geballte Technik mit auf den Weg gegeben. Genug, um ihn ernst zu nehmen – und direkt mit dem Kompakten aus München zu vergleichen, der einer seiner härtesten Konkurrenten sein wird. Ring frei für die erste Runde im Kampf Volvo V40 D4 gegen BMW 120d.

Front- oder Heckantrieb?

Ab in die Berge mit den Diesel-Kraftprotzen! Auf kurvigen, engen Straßen mit wechselnden Fahrbahnbelägen müssen Motoren, Fahrwerke und Getriebe zeigen, was in ihnen steckt. Der Volvo V40 hat Frontantrieb und glänzt mit einer elektronischen Differenzialsperre (Corner Traction Control) plus einer in drei Kennlinien programmierbaren elektrischen Lenkung.

Beides bringt, gepaart mit Niederquerschnittreifen (225/40 R 18) und einem sechsstufigen Automatikgetriebe, im manuellen Modus erheblichen Fahrspaß. Der D4 hat nie Probleme, den rund 1,4 Tonnen schweren V40 über große Steigungen hinweg flott auf den Gipfel zu wuchten. Bergab spielen beruhigend standfeste Bremsen ihre Stärken aus. Das DSTC (ESP) regelt sanft, die programmierbare Lenkung ist direkt und vermittelt guten Kontakt zur Fahrbahn. Man vermisst nur die Schaltwippen.

Mehr Auto-Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

So sportlich kann ein Volvo sein. Doch der bayerische Kontrahent setzt alledem ein simples Argument entgegen: seinen Heckantrieb. Wo der V40 regelt, stemmt sich der BMW 120d einfach nur mit Schwung in die Kurven. Er hat sieben PS mehr bei 20 Newtonmetern weniger Drehmoment. Hinzu kommt ein achtstufiges Automatikgetriebe samt Schaltwippen. Damit lässt der schnelle Bayer nichts anbrennen: Sportlichkeit ist immer noch seine Trumpfkarte.

Außerdem bietet er mit seinen im Vergleich fast schon ballonartigen Reifen (205/55 R 16) den besseren Abrollkomfort, während der Volvo trotz der Riesenräder kurze und lange Bodenwellen geschmeidiger meistert. Hier wird sich zeigen müssen, was der V40, der konstruktiv auf der Plattform des Ford Focus basiert, leer und beladen auf den genormten Marterstrecken eines Vergleichstests abliefert.

Vor- und Nachteile im Innenraum

Im Innenraum ist der V40 ganz klar ein Volvo: gediegenes Design, nette Detaillösungen, viele Ablagen, durchdachtes Bedienkonzept. Der Sitzkomfort ist hinten besser als im BMW, vorn geht es ebenfalls kommoder zu. In den 1er fällt man fast hinein, kauert tief in den sehr gut geformten Sitzen. Der Volvo lässt einem mehr Luft – aber nicht am Kopf: Das flache Design in Verbindung mit dem optionalen Glasdach (1150 Euro) führt zu baldigem Kontakt von Haar und Himmel. Personen über 1,80 Meter fahren hinten ohne das mit einem Rollo ausgestattete Glasdach besser. Vorn wird es mit dem Extra ab etwa 1,85 Meter knapp.

Vorreiter bleibt Volvo in Sachen Sicherheit. Mit dem serienmäßigen Fußgänger-Airbag, der vor allem die A-Säulen abdeckt, sowie dem aktiven City-Safety-System (Serie; bis 50 km/h) beschreiten die Schweden neue Wege. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz – mit acht Ambientebeleuchtungsfarben (Serie) und dem programmierbaren Cockpit, das eine umweltbewusste oder sportliche Fahrweise unterstützt. Preislich rangiert der V40 nur scheinbar auf BMW-Niveau: Seine Serienausstattung ist besser und die Aufpreispolitik volkstümlicher.

Fazit

Volvos neuer V40 ist eine Alternative für Individualisten, die keinen Audi A3, BMW 1er oder eine A-Klasse wie der Nachbar fahren wollen. Büßen müssen sie die Entscheidung nicht: Der V40 ist ein dynamisches und beruhigend sicheres Auto. Der Schwede macht Spaß, findet im BMW aber einen schweren Gegner: Sport kann der Hecktriebler einen Tick besser.

Thorsten Elbrigmann

Inhaltsübersicht

Autos im Test

BMW 120d im Vergleichstest

BMW 120d

PS/KW 184/135

0-100 km/h in 7.30s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 228 km/h

Preis 31.400,00 €

Volvo V40 D4 im Vergleichstest

Volvo V40 D4

PS/KW 177/130

0-100 km/h in 8.30s

Vorderrad, 6-Stufen-Automatik

Spitze 215 km/h

Preis 30.780,00 €