Honda CR-Z, Renault Mégane Coupé und VW Scirocco
Honda CR-Z gegen Mégane Coupé und Scirocco
Aus AUTO ZEITUNG 13 / 2010
Fahrkomfort
Sportcoupés ermuntern gerne zu dynamischer Gangart und dabei gilt: Wie man sitzt, so fährt man! Und das geht am besten in den exzellenten Sitzen des VW Scirocco, die nicht nur bequem sind, sonden auch noch prima Seitenhalt geben. Das tiefe Gestühl des Honda ist mit einer ordentlichen seitlichen Schulterabstützung ebenfalls von sportlicher Güte, während man im Renault eher das Gefühl hat, auf einem Kutschbock zu thronen.
Ein wenig Sportlichkeit erwartet der Coupékäufer auch beim Sound seines Gefährts. Und davon hat der Honda reichlich zu bieten, denn er ist der lauteste von allen, was auf längeren Autobahnstrecken eher stört. Deutlich moderater tritt der Megané auf, mit einem angenehm sonoren Klangbild. Den besten Kompromiss liefert VW, mit der leisesten Geräuschkulisse, die jedoch abhängig vom Drehzahlniveau immer die passende sportliche Note liefert.
Ähnlich überzeugend ist der Scirocco auch beim Zusammenspiel von Federn und Dämpfern dank adaptiver Fahrwerksregelung DCC (955 Euro). Im Komfortmodus bügelt der VW – ob beladen oder unbeladen – auch grobe Verwerfungen fast vollständig aus. Seine Federung spricht sensibel an, es gibt kaum Aufbaubewegungen, nichts poltert. Nicht ganz so harmonisch zeigt sich der Mégane.
Seine Federung spricht Schlaglöcher kurz und trocken an. Doch die Sympathiewerte für den Franzosen gehen erst bei höherem Tempo auf der Autobahn in den Keller, wo er sehr hölzern abrollt und seine Karosserie ständig in Bewegung ist. Das ist nicht unsicher, aber unschön. Beim CR-Z ist das Phänomen eher umgekehrt. Seine Fahrwerksabstimmung folgt dem 80er Jahre-Motto seines Vorfahren CRX: Gelobt sei, was hart macht! Auf Unbenheiten reagiert er mit Stuckern, permanenten Aufbaubewegungen, und der daraus resultierenden heftigen vertikalen Beschleunigung auf die Mitfahrer. Im Gegensatz zum Renault wird der Honda jedoch immer verbindlicher und kommoder, je schneller man unterwegs ist.
| fahrkomfort | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Renault Mégane Coupé TCe 130 | VW Scirocco 1.4 TSI | |||||||
| Sitzkomfort vorn | 150 | 116 | 125 | ||||||
| Sitzkomfort hinten | 100 | 56 | 52 | ||||||
| Ergonomie | 150 | 115 | 124 | ||||||
| Innengeräusche | 50 | 26 | 30 | ||||||
| Geräuscheindruck | 100 | 71 | 72 | ||||||
| Klimatisierung | 50 | 30 | 30 | ||||||
| Federung leer | 200 | 140 | 148 | ||||||
| Federung beladen | 200 | 146 | 150 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 700 | 731 | ||||||
Motor und Getriebe
Hondas Parallel-Hybrid kann mit dem sogenannten IMA-System (Integrated Motor Assist) nicht rein elektrisch fahren. Stattdessen liefert der E-Motor zusätzliches Drehmoment bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Der CR-Z wartet mit drei Fahrprogrammen auf (Econ, Normal und Sport), die per Knopfdruck angewählt werden können und etwa Gasannahme, Servounterstützung der Lenkung und Hybridunterstützung beeinfl ussen. Wer im Sportmodus das Gaspedal durchtritt, erfährt die volle Systemleistung von 124 PS und dank maximal 174 Nm Gesamtdrehmoment schon bei 1500/min einen erstaunlich kräftigen Antritt – aber nur, solange die Batteriekapazität ausreicht, den E-Motor anzutreiben. Neigt sich der Stromvorrat dem Ende zu, was bei engagierter Fahrweise schon nach wenigen Kilometern der Fall sein kann, wird die Leistung weniger und der Griff zum Schalthebel fällig. Im Schiebebetrieb und beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen und damit die Nickel-Metall-Hydrid-Batterie (100,8 Volt) wieder aufgeladen.
Zwar gerät der Honda CR-Z bei Beschleunigung und Elastizität ins Hintertreffen (siehe Tabelle S. 80), dürfte aber mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit kaum zum Verkehrshindernis werden (Renault: 205 km/h, VW 200 km/h). Mit einem Testverbrauch von nur 6,4 Liter Super auf 100 Kilometer, nicht zuletzt dank Start-Stopp-System, zieht er locker an Mégane Coupé (8,3 Liter) und Scirocco (8,2 Liter) vorbei. Im ECON-Modus schaltet das Motormanagement auf Spritsparen, was den CR-Z bei verhaltener Fahrweise geradewegs in den Fünfl iter-Bereich führt. Die beiden 1,4 Liter Turbos von Renault und VW glänzen ebenfalls mit harmonischer Leistungsentfaltung. Der Mégane-Motor liefert die besten Elastizitätswerte. Das VW-Aggregat kontert mit der schnellsten Beschleunigung. Hinsichtlich ihrer Schaltpräzision gefallen VW und Honda besser als die etwas knochige Renault-Schaltbox.
| motor und getriebe | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Renault Mégane Coupé TCe 130 | VW Scirocco 1.4 TSI | |||||||
| Beschleunigung | 150 | 108 | 110 | ||||||
| Elastizität | 100 | 81 | 73 | ||||||
| Höchstgeschwindigkeit | 150 | 57 | 53 | ||||||
| Getriebeabstufung | 100 | 80 | 86 | ||||||
| Kraftentfaltung | 50 | 30 | 30 | ||||||
| Laufkultur | 100 | 70 | 70 | ||||||
| Verbrauch | 325 | 224 | 226 | ||||||
| Reichweite | 25 | 13 | 12 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 663 | 660 | ||||||
Autos im Test
Renault Mégane Coupé TCe 130
VW Scirocco 1.4 TSI
Honda CR-Z 1.5 IMA
















































