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Kombi oder SUV: VW Golf Variant und VW Tiguan im Vergleichstest

Siegertypen

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VW Tiguan und VW Golf Variant dominieren ihre Klassen. Welcher der beiden ist die bessere Wahl?

Eines haben diese beiden Modelle der Wolfsburger gemeinsam: Sie sind vom Erfolg verwöhnt. Treten VW Tiguan oder VW Golf Variant zum Vergleichstest gegen ihre Klassenkonkurrenten an, rollen sie meist als Gewinner von der Teststrecke. Da lohnt sich ein Vergleich der beiden Siegertypen. Der begehrte 140-PS-Diesel passt hervorragend zu den Fahrzeugen der Niedersachsen. Im VW Golf Variant wirkt er jedoch eine Spur spritziger. Nicht nur den Sprint von null auf Tempo 100 absolviert dieser über eine Sekunde schneller, auch bei der Endgeschwindigkeit lässt er mit 210 km/h den Tiguan (190 km/h) deutlich hinter sich.

Keine wirkliche Überraschung, denn die Karosserie des Wolfsburger Offroaders ragt nicht nur 20 Zentimeter höher auf, sondern bringt zudem über 160 kg mehr auf die Waage. Das schlägt sich natürlich auch beim Verbrauch nieder. Allerdings sind die Vorteile für den Variant knapper als gedacht. Er benötigt lediglich 1,1 Liter weniger Diesel auf 100 km als das schwerere SUV. Berücksichtigt man zudem, dass nur der Tiguan mit Allradantrieb unterwegs ist, geht der höhere Verbrauch in Ordnung.

BEIDE ZEIGEN VIEL FAHRSICHERHEIT
Für den Golf Variant mit 140 PS bietet VW keinen Allradantrieb an. Nur die schwächere Dieselversion mit 105 PS kann mit dem traktionsfördernden System geordert werden. Beim Tiguan verhält es sich umgekehrt. Frontantrieb gibt es nur für die kleinen Motorisierungen. Die drehmomentstärkeren Turbodiesel (ab 140 PS) und die zwangsbeatmeten Benziner sind nur als 4Motion erhältlich. Der Verzicht auf den per Haldexkupplung gesteuerten Allradantrieb spart beim Tiguan mit 140 PS übrigens 2.325 Euro. Damit rückt er im Preis dicht an den VW Golf Variant heran, und dann dürfte auch der Verbrauch gemäßigter ausfallen.

Aber der 4Motion-Antrieb hat seine Vorteile: Vor allem beim starken Beschleunigen aus engen Kehren oder auf rutschigen Untergründen profitiert davon nicht nur die Fahrdynamik, sondern auch die Fahrsicherheit. Egal ob Frontoder Allradantrieb, auf dem Handlingparcours lassen sich beide VW nicht aus der Ruhe bringen und erzielen nahezu identische Rundenzeiten. Dass der Variant hier knackiger wirkt, liegt in erster Linie an der geringeren Seitenneigung im Vergleich zum hochbeinigen SUV. Nicht nur bei den unterschiedlichen Antriebsvariationen weichen die Ausstattungslisten der Wolfsburger voneinander ab.

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Die adaptive Fahrwerksregelung (DCC), bei der die Dämpfer per Knopfdruck auf sportlich oder komfortabel getrimmt werden können, wertet für 1.070 Euro nur das Fahrverhalten des Tiguan auf. Selbst schlechte Pisten meistert er souverän, während der Golf mit Kombiheck spürbar straffer Unebenheiten kommentiert. Der Variant-Kunde kann lediglich zwischen Serienfahrwerk, Schlechtwegefahrwerk (350 Euro) mit 20 Millimeter mehr Bodenfreiheit oder einem Sportpaket (450 Euro) mit dementsprechender Abstimmung wählen. Bequeme Sitze, eine sehr gute Ergonomie und eine in vielen Tests als vorbildlich gewürdigte Bedienung können beide vorweisen.

Dennoch fallen beim VW Tiguan die erhöhte Sitzposition und die dadurch entstehende bessere Rundumsicht positiv auf. An Bewegungsfreiheit mangelt es weder im Kombi noch im SUV. Trotzdem ist vor allem der Fondbereich des Tiguan variabler. So lässt sich die Sitzbank für mehr Beinfreiheit oder mehr Platz im Kofferraum in Längsrichtung asymmetrisch verschieben und in der Neigung einstellen. Dass der umlegbare Beifahrersitz beim Variant serienmäßig ist und beim Tiguan 260 Euro Aufpreis kostet, liegt an der umständlichen Ausstattungspolitik des Unternehmens. Das spiegelt sich auch bei der Sicherheitsausstattung wider: Der Spurhalteassistent (700 Euro inklusive Geschwindigkeitsregelanlage) mit korrigierendem Lenkeingriff bleibt nur dem SUV vorbehalten.

FAZIT
Der VW Tiguan zählt derzeit zu den besten Produkten auf dem Automobilmarkt. Selbst im Vergleich mit dem ewigen Primus Golf Variant geht das mit gleicher Antriebskonfiguration kaum teurere Kompakt-SUV mit dem Quäntchen mehr Komfort und Variabilität als Sieger aus diesem Vergleich hervor. Zudem lässt nur er sich mit 140-PS-Diesel und Allrad ordern.
Michael Godde

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