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Jeep Renegade vs. Mini Countryman und Skoda Yeti

Abenteuer Alltag

FAHRKOMFORT

Dass der Countryman als Cooper SD die Fahne des Sportlers hochhält, muss er in diesem Kapitel mit einigen Punktabzügen bezahlen: Vor allem die Federung zeigt sich auf holpriger Fahrbahn spürbar straffer als die von Jeep und Skoda. Die Folge: Unebenheiten bekommen  die Insassen recht deutlich zu spüren, beim Überfahren von Querfugen gibt sich speziell die Hinterachse ziemlich bockig, und derbe Fahrbahnschäden quittiert das Fahrwerk mit unschönem Poltern. Als nachgiebiger und komfortabler präsentiert sich der Jeep, der merklich softer abgestimmt ist.

Seine Feder-Dämpfer-Kombination hinterlässt auf den verschiedenen Komfortstrecken des Testgeländes sowie im Alltag einen guten Eindruck. Zudem lässt sich der Renegade am wenigsten von hoher Fahrzeugzuladung beeindrucken. Zwischen Jeep und Mini platziert sich der ebenfalls tendenziell eher straffe Yeti, der mit seiner ausgewogenen Abstimmung punktet. Im Vergleich zu den beiden anderen Soft-Offroadern gefällt er auch bei hoher Zuladung mit den geringsten Aufbaubewegungen – dafür dürfte die Federung auf schnell aufeinanderfolgenden Unebenheiten etwas sensibler ansprechen.

Nicht ganz so überzeugend wie das Fahrwerk sind die Komforteigenschaften der Sitze im Renegade: Da mangelt es der Sitzauflage sowie dem Schulterbereich der Vordersitze an Seitenhalt, und auch die Rücksitzbank könnte besser konturiert sein. Wie es besser geht, demonstrieren Mini und Skoda. Deren Sitze bieten guten Halt, sind aber gleichzeitig sehr bequem.

Als Mitreisender nimmt man am besten im Fond des Yeti Platz, da er über drei Einzelsitze verfügt, die ausreichend groß und angenehm gepolstert sind. In puncto Geräuschkomfort können sich Jeep und Skoda vom Mini absetzen. Der Bayer mit britischen Wurzeln entwickelt besonders auf der Autobahn die kräftigste Geräuschkulisse, Motor-, Wind- und Abrollgeräusche treten bei ihm spür- und messbar deutlicher in den Vordergrund – bei Tempo 130 beträgt die Differenz zwischen ihm und dem Renegade immerhin vier dB(A).

MOTOR/GETRIEBE

In Sachen Antrieb herrscht zwischen den drei kompakten Kraxlern weitgehende Einigkeit. Für Vortrieb sorgen zwei Liter große Turbodiesel, die im Fall von Skoda und Jeep 140 PS leisten, der BMW-Selbstzünder im Mini sattelt nochmals drei Pferde obendrauf. Dass er beim Sprint von null auf 100 km/h mit gemessenen 9,1 Sekunden sechs Zehntel vor den beiden anderen liegt, dürfte aber eher dem geringeren Gewicht als der Mehrleistung zuzuschreiben sein. Dafür muss sich der Mini bei der Elastizität dem Renegade geschlagen geben, der mit bis zu 350 Nm im hohen Gang satter durchzieht als die etwas schwachbrüstigere Konkurrenz (Mini: 305 Nm; Skoda: 320 Nm).

Während die windschlüpfigeren Countryman und Yeti mit langem Anlauf an der 200 km/h-Marke kratzen, bietet der Renegade der Luft mehr Widerstand und muss bereits bei 182 km/h die Segel streichen. Dafür liegen die drei Allradler beim Testverbrauch sehr eng zusammen: Mit ermittelten 6,4 l/100 km trennen den besten (Mini) gerade einmal 0,2 Liter vom schlechtesten (Jeep), der seine mäßige Aerodynamik aber zumindest teilweise mit seinem effizienten Allradsystem kompensieren kann. Dieses legt die Kardanwelle im Frontantriebsmodus mithilfe einer zusätzlichen Kupplung still und vermeidet somit unnötige Reibungsverluste. Der Yeti verzichtet als einziger auf ein Start-Stopp-System und liegt mit 6,5 Litern pro 100 Kilometer zwischen Mini und Jeep.

Für Vielfahrer weitaus wichtiger als die marginalen Verbrauchsunterschiede dürften hingegen die Differenzen bei der Reichweite sein: Dank seines 60 Liter großen Kraftstofftanks kommt der Tscheche mit einer Füllung mehr als 900 Kilometer weit, während Countryman und Renegade schon rund 200 Kilometer früher an die Zapfsäule müssen. Die drei SUV leiten ihre Kraft an manuelle Sechsgang-Getriebe weiter, optional stehen auch Automaten (Doppelkupplungsgetriebe für Skoda) zur Verfügung. Die Getriebe von Countryman und Yeti sind passend gestuft, während die vergleichsweise kurz übersetzten unteren Gänge im Jeep den Fahrer dazu zwingen, häufiger zum etwas schwergängigeren Schalthebel zu greifen.

Alexander Lidl