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Ford Galaxy/VW Sharan: Vergleichstest

Starker Galaxy gegen den Sharan

Der neue Ford Galaxy und der beliebte VW Sharan beweisen, dass es gengügend gute Gründe gibt, einen praktischen Van zu kaufen. Unser Vergleichstest klärt, welcher der beiden Vans das bessere Familiengefährt ist.

In einem ersten Test hatte der neue, 180 PS starke Ford Galaxy 2.0 TDCi dank seiner ausgewogenen und agilen Fahreigenschaften sowie des cleveren Innenraums bereits einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nun muss sich der Kölner Raumgleiter jedoch gegen einen der härtesten Konkurrenten überhaupt beweisen: den Vergleichstest-Seriensieger VW Sharan 2.0 TD BMT. Der Wolfsburger Verkaufsschlager Sharan tritt mit 184 PS leistendem 2,0-Liter-TDI-Triebwerk in unserem Test gegen den ambitionierten Herausforderer Ford Galaxy an. Auch wenn SUV in der Käufergunst den klassischen Vans längst den Rang abgelaufen haben, ist der praktische Nutzwert der Großraumlimousinen unbestritten. Das zeigen einmal mehr der neue Ford Galaxy und der VW Sharan, die sicherlich zu den repräsentativsten Vertretern des Segments gehören. In Sachen Platzangebot macht ihnen jedenfalls so schnell keiner etwas vor – wobei de Ford Galaxy in dieser Beziehung sogar noch etwas mehr zu bieten hat als der ohnehin schon riesige VW Sharan.

Bildergalerie: Ford Galaxy fährt Sharan davon

Neuer Ford Galaxy misst sich mit VW Sharan

Beim Gepäckraumvolumen sieht die Sache etwas anders aus. Hier hat der VW Sharan mit 1339 bis 2430 Litern leicht die Nase vorn. Der Kofferraum des neuen Ford Galaxy fasst 1301 bis 2339 Liter. Darüber hinaus glänzen die Innenräume beider Familiengleiter mit ihrer ausgeprägten Variabilität. Einzeln umlegbare sowie verschiebbare Rücksitze gehören hierwie da zum guten Ton. Der VW Sharan bietet zusätzlich einen umlegbaren Beifahrersitz, der Ford kontert mit einer elektrischen Heckklappe samt Gestensteuerung, die allerdings 700 Euro extra kostet. Übrigens: Während der neue Ford Galaxy in unserem Test einzig und allein als Siebensitzer zu haben ist, gibt es den VW Sharan wahlweise in fünf-, sechs-, oder eben siebensitziger Ausführung. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des VW Sharan sind seine Schiebetüren – ein überaus praktisches Feature, dass man schnell schätzen lernt, wenn man beispielsweise den widerspenstigen Nachwuchs in einer engen Parklücke in den Kindersitz bugsieren muss. Auf einem vergleichbaren Niveau befinden sich indes die Sicherheitsausstattungen. Moderne Assistenzsysteme, wie beispielsweise Spurhalte- und wechselhilfen, Notbremsassistent oder Fernlichtautomatik, finden sich beim Test in den Ausstattungslisten beider Modelle wieder – wenngleich zumeist gegen Aufpreis. Jeweils ausgerüstet mit optionalen adaptiven Dämpfern, bieten die Großraumgleiter einen nahezu sänftenartigen Federungskomfort. Gerade lange Wellen, wie sie häufig auf Autobahn zu finden sind, verarbeiten beide gleichermaßen gekonnt und liegen seh ruhig. Allerdings hat der VW Sharan aufgrund der kleineren 17-Zoll-Räder einen spürbaren Vorteil auf Querfugen und Schlaglöchern. Außerdem verfügt sein Set-up bei maximaler Beladung über etwas mehr Reserven. Dass der neue Ford Galaxy das Komfortkapitel im Test dennoch für sich entscheiden kann, liegt an der erstklassigen Geräuschdämmung. Die Messwerte belegen das subjektiv Wahrgenommene: Der neue Ford Galaxy ist deutlich leiser als der VW Sharan. Vor allem das weitgehende Ausbleiben störender Windgeräusche bis in sehr hohe Geschwindigkeitsbereiche beeindruckt. Selbst bei 200 km/h kann man sich an Bord gut unterhalten, ohne die Stimme über Gebühr erheben zu müssen.

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Beide Familienvans sind für den Test mit ihren kräftigen Turbodieseln mehr als ausreichend motorisiert. Der vier PS stärkere TDI des VW Sharan hinterlässt im direkten Vergleich jedoch den spritzigeren Eindruck. Er dreht noch müheloser hoch und bietet in jedem Drehzahlbereich ordentliche Kraftreserven. Dies spiegelt sich auch in den Beschleunigungsmessungen wider, die der Wolfsburger stets etwas flotter absolviert als der neue Ford Galaxy. Für den Ford spricht wiederum, dass sein kultivierter Motor akustisch besser isoliert ist als der VW-Selbstzünder. Selbst nach dem Kaltstart dringen die Arbeitsgeräusche des TDCi nur unterschwellig in den Innenraum. Die getestete Verbrauchswertung geht dagegen an den VW Sharan, der auf 100 Kilometern durchschnittlich 0,6 Liter weniger Kraftstoff verbrennt. Mit seiner ausgeprägten Agilität hält der neue Ford Galaxy seinen Konkurrenten während des Tests in Kurven auf Distanz. Für seine Größen- und Gewichtsklasse beeindruckt der Kölner Familienfreund mit einem überaus lebendigen Fahrverhalten, das maßgeblich von dem zackigen Einlenkverhalten geprägt wird. Die direkte Lenkung bietet dabeistets ein glasklares Feedback. Dem hat der VW Sharan mit seiner weniger direkt ausgelegten Lenkung und dem damit verbundenen betulicheren Einlenken im Test nichts entgegenzusetzen. Zudem schiebt der Wolfsburger in schnellen Kurven stärker über die Vorderräder. Viel wichtiger aber bei Autos, die dazu gebaut wurden, eine ganze Familie zu transportieren: Die zwei Großraumlimousinen bringen ein immens hohes Maß an Fahrsicherheit mit. Im Extremfall kann sich der Fahrer sowohl im neuen Ford Galaxy als auch im VW auf wirkungsvoll eingreifende Regelsysteme verlassen, und auch die Bremswerte der knapp zwei Tonnen schweren Dickschife liegen auf einem sehr guten Niveau. Wobei der Ford dank seiner haftstarken Bereifung einen Tets-Vorteil fürs sich verbuchen kann: Sind Pneus und Stopper warmgefahren, kommt der Kölner bereits nach hervorragenden 33,4 Metern aus Tempo 100 wieder zum Stehen.Sein Rivale benötigt für dieselbe Übung 2,20 Meter mehr.

Beide Vans bringen ein hohes Maß an Sicherheit mit

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Dass derart geräumige, vielseitige Großraumlimousinen mit ihren leistungsstarken Dieseln nicht unbedingt zum Discount-Preis erhältlich sind, erklärt sich von selbst. Der VW Sharan ist mit dem 184-PS-TDI erst ab der Ausstattungslinie Comfortline für 39.250 Euro zu haben. Doch auch der im Grundpreis günstigere Ford Galaxy kann in einer betont luxuriösen Ausführung richtig teuer werden. So hat unser Testwagen einen stolzen Gesamtpreis von 53.080 Euro. Mit der bewerteten Testwagenausstattung, die in diesem Fall ausschließlich optionale Reifen, adaptive Dämpfer und Multikontursitze berücksichtigt, liegt der neue Ford Galaxy 4415 Euro über dem VW, der dadurch ausnahmsweise mal das Kostenkapitel eines Vergleichstests für sich entscheiden kann.

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Technische Daten Ford Galaxy VW Sharan
Motor 2.0 TDCi 2.0 TDI BMT
Zylinder/Ventile pro Zylin. 4/4; Turbodiesel 4/4; Turbodiesel
Hubraum 1997 cm³ 1968 cm³
Leistung
bei
132 kW/180 PS
3500 /min
135 kW/184 PS
3500 – 4000 /min
Max. Drehmoment
bei
400 Nm
2000 – 2500 /min
380 Nm
1750 – 3000 /min
Getriebe 6-Gang,
manuell
6-Gang,
manuell
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Höchstgeschw. 208 km/h 215 km/h
0 - 100 km/h 9,9 s 9,3 s
Grundpreis 37.360 Euro 39.2520 Euro
Platzierung 1 2

Marcel Kühler
Fazit

Der neue Ford Galaxy bestätigt den ausgezeichneten Eindruck, den er bereits im Einzeltest hinterlassen hat und gewinnt das erste Aufeinandertreffen mit der Konkurrenz verdient. Die ausgeprägte Agilität, der tolle Geräuschkomfort und die standfesten Bremsen sichern ihm einen kleinen Punktevorsprung auf den VW Sharan, der ebenfalls einige gewichtige Vorzüge vorzuweisen hat. Vor allem der Motor überzeugt mit Antrittsstärke und Effizienz. Darüber hinaus ist der Sharan in der testrelevanten Ausstattung das günstigere Auto. Für beide gilt: Wer das volle Verwöhnaroma im Familiengefährt haben möchte, muss tief in die Tasche greifen.