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Ford Focus ST vs. Peugeot 308 GT und Skoda Octavia RS Combi

Sportliche Kombination

Fahrkomfort

Der Ford Focus ST fordert im Alltag aufgrund der sportlich-harten Federung innerhalb dieses Trios die größte Kompromissbereitschaft von seinen Fahrgästen. Sowohl auf kleineren Fahrbahnschäden als auch beim Überfahren von groben Schlaglöchern und Ähnlichem präsentiert sich der Kölner eher von der unnachgiebigen Sorte.

Am besten gelingt dem Skoda Octavia RS der schwierige Spagat zwischen Sportlichkeit und Federungskomfort. Zwar ist auch der agile Tscheche als RS-Modell bedeutend straffer abgestimmt als seine zahmeren Brüder, dennoch verarbeitet seine Federung Anregungen aller Art geschmeidiger und souveräner als die hier versammelte Konkurrenz.

Außerdem bringt er die bequemsten Sitze mit. Sie stützen den Körper in Kurven wirkungsvoll ab, ohne ihn einzuengen, und garantieren dank der angenehmen Polsterung ein entspanntes Reisen Der Peugeot 308 GT SW schiebt sich mit seinen durchaus hochentwickelten Komforteigenschaften zwischen den Ford Focus ST Turnier und den Skoda Octavia RS Combi.

Die Sitze sind zwar bedeutend größer geschnitten als die relativ engen Recaros des Ford, dafür lassen sie es beim schnellen Kurvenfahren an Seitenführung vermissen. Das ebenfalls straff abgestimmte Fahrwerk ermöglicht aufgrund des sensiblen Ansprechverhaltens auf kleineren Anregungen einen guten Langstreckenkomfort auf Autobahnen oder Landstraßen, hält bei groben Fahrbahnschäden aber nicht so viele Reserven bereit wie das des Skoda Octavia.

Dieser Eindruck verschärft sich bei maximaler Beladung gravierend. Dann kommt das Set-up des Franzosen, der hinten sichtbar in die Knie geht, wesentlich früher an seine Grenzen als dies bei den Wettbewerbern der Fall ist.

Motor/Getriebe

Der bullige, dank Soundaktuator sehr kernig klingende Turbodiesel passt mit seiner explosiven Leistungsentfaltung hervorragend zum ungestümen Charakter des Ford Focus ST. Bereits knapp über Leerlaufdrehzahl legt sich der Vierzylinder mächtig ins Zeug und treibt den immerhin 1558 Kilogramm schweren Turnier zügig voran.

Den Standardsprint von null auf 100 km/h absolviert der Ford in ordentlichen 7,9 Sekunden. Die Kraftübertragung erfolgt alternativlos über ein manuelles Sechsgang-Getriebe, dessen Schaltwege gern etwas kürzer hätten ausfallen dürfen. Nichts zu meckern gibt es hingegen am Verbrauch.

Mit durchschnittlich 6,1 Litern pro 100 Kilometer ist der Focus ST in diesem Vergleichstest mit Abstand der Sparsamste. Noch zügiger geht es im Skoda Octavia RS voran. Auch aufgrund des geringsten Gewichts (1473 Kilogramm) liefert der Tscheche die besten Fahrleistungen und beschleunigt in 7,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Wegen fehlender Verfügbarkeit ist unser Testwagen anstelle des serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebes mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüstet, das die Gänge schnell und unmerklich sortiert.

Allerdings ist der Skoda, dessen Motor als einziger nur die Euro-5-Norm erfüllt, der durstigste Testkandidat – wenngleich 6,8 Liter keinen Grund zur Klage geben. Den Peugeot 308 GT gibt es nur mit einer Sechsstufen-Automatik.

Sie überträgt die Kraft des leisen und kultivierten Selbstzünders auf die Vorderräder und verteilt die Übersetzungsstufen schnell und unauffällig. In puncto Beschleunigung fährt der Franzose den beiden anderen dennoch knapp hinterher – er benötigt als einziger mehr als acht Sekunden, um auf 100 km/h zu sprinten.

Marcel Kühler