Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

Kleinwagen-Vergleich 2013: Neuer Fiesta gegen Polo, Corsa und Clio

Kleine Garde

Fahrdynamik

Nicht einmal 1200 Kilo und rund 100 PS – das klingt nach Fahrspaß. Und der kommt im Alltagsverkehr ohne Frage bei allen Probanden auf. In der Slalomgasse und auf dem Handlingparcours liegen aber Welten zwischen ihnen. Obwohl Lenkung und Fahrwerk im Renault Clio satt ausgelegt sind und eine gute Rückmeldung liefern, verliert der Franzose viel Zeit. Das liegt vor allem am Leistungsnachteil und dem in schnellen Wechselkurven zu hart eingreifenden ESP.

Weniger Gefühl für Straße und Auto vermittelt der Opel Corsa. Zudem lässt sich durch seine spitze Lenkung nur schwer eine reproduzierbare Linie um die Pylonen fahren. Und in schnellen, engen Wechselkurven bringt die nervöse Hinterachse Unruhe ins Auto. Solche Einflüsse spürt man im VW Polo überhaupt nicht. Seine Lenkung lässt sich spielerisch leicht, gleichmäßig und sehr exakt bedienen. So sind zügige Runden auf dem Handlingkurs ohne Schweißperlen auf der Stirn zu meistern, auch wenn sich der Aufbau des Polo dabei am stärksten zur Seite neigt.

Noch verbindlicher reagiert der Fiesta auf die Befehle des Fahrers. Das dicke Lenkrad liegt satt in der Hand und lässt sehr genaue Fahrmanöver zu. Und durch die sehr effektiv mitarbeitende Hinterachse können mit dem Ford Fiesta obendrein die höchsten Kurvengeschwindigkeiten erzielt werden. Am Ende muss er sich in der Rundenzeit nur wegen des kleinen Leistungsdefizits und der schmaleren Reifen dem Polo geschlagen geben. Dieser rollt auf 215 Millimeter breiten Dunlop Sportpneus im Format 215/45 R 16 zum Test an und erzielt damit auch prompt die besten Bremswerte. Mit kalten oder heißen Bremsscheiben steht die 1142 Kilogramm schwere Fuhre bei einer Vollbremsung aus 100 km/h bis zum Stillstand nach nur 34,0 und 34,5 Metern. Der Ford – mit Continental Premium Contact 2 im Format 195/50 R 16 bestückt, braucht für die Übung fast zwei Meter mehr. Erstaunlich gut verzögert der Clio auf seinen Leichtlaufreifen Conti Eco Contact 5 mit rund 35 Metern. Schlusslicht bei der Bremsenprüfung ist der Opel Corsa auf dem gleichen Profil wie der Ford. Werte jenseits der 37 Meter müssen heutzutage selbst bei Kleinwagen nicht mehr sein.

FahrdynamikMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.0 EcoBoostRenault Clio TCe 90Opel Corsa 1.4 16V
Handling15074724764
Slalom10047494541
Lenkung10064666452
Geradeauslauf5036363432
Bremsdosierung3019201818
Bremsweg kalt1501109110270
Bremsweg warm150105919777
Traktion10032343432
Fahrsicherheit150120120118116
Wendekreis2015141314
Kapitelbewertung1000622593572516
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Umwelt & Kosten

Während Ford, Renault und VW die stärkeren Motoren an eine teurere Ausstattung knüpfen, ist der 100-PS-Corsa schon ab der günstigsten Selection-Variante zu haben. Mindestens 14.095 Euro kostet der Opel und ist damit mehr als 3500 Euro günstiger als ein VW Polo 1.2 TSI. Da bleibt genug Spielraum, um den Opel Corsa zumindest mit der Edition-Ausstattung (1475 Euro) samt Klimaanlage, Funkfernbedienung und CD-Radio aufzuwerten. Für 17.995 Euro ist der Corsa 1.4 16V in der Innovation-Variante dann mit nützlichen Extras wie Kurvenlicht, Tempomat, Sitz- und Lenkradheizung sowie Einparkhilfe hinten bestückt.

Auch Ford handelt den Fiesta nach seiner Überarbeitung fair. Für die fünftürige 100-PS-Variante sind 15.220 Euro fällig, wobei auch hier CD-Radio (725 Euro) und Klimaanlage (1140 Euro) extra bezahlt werden müssen. Besonders empfehlenswert: Die Frontscheibenheizung für 210 Euro. Lohnenswert ist auch der Blick zur üppig bestückten Titanium-Variante (17.120 Euro) mit 15-Zoll-Leichtmetallrädern, Lichtpaket, automatisch abblendendem Innenspiegel und Klimaanlage.

Letztere ist beim Renault Clio TCe 90 bereits serienmäßig verbaut. Ebenso gehören ein Tempomat und das Navisystem zur 16.300 Euro teuren Basisversion Dynamique. Ein Aufpreis für den Fünftürer ist nicht fällig – im Gegensatz zu den anderen Kontrahenten bietet Renault den Clio nicht als Dreitürer an.

Fast wie in der Kompaktklasse zeigt sich die 40-seitige Ausstattungsliste beim VW Polo. Weil der 1.2 TSI erst ab der Comfortline-Variante zu haben ist, sind im Preis von 17.620 Euro schon Klimaanlage, die Einparkhilfe hinten und die Zentralverriegelung mit Fernbedienung inbegriffen. Wer mehr ausgeben will, kann den Polo zum Nobelflitzer mit Xenonlicht (860 Euro), Alcantara-Leder (1095 Euro) und DAB-Radiosystem (1220 Euro) für weit mehr als 20.000 Euro aufrüsten. Dafür glänzt der Volkswagen mit den umfangreichsten Garantien.

Die Kostenbilanz spricht am Ende aber für den Opel, obwohl sie durch mickrige Garantieleistungen und höhere Werkstattkosten etwas getrübt wird. Dennoch erringt der Rüsselsheimer hier hauchdünn den Kapitelsieg.

Kosten / umweltMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.0 EcoBoostRenault Clio TCe 90Opel Corsa 1.4 16V
Bewerteter Preis675286320317334
Wertverlust5031323238
Ausstattung2517171715
Multimedia5015152115
Garantie/Gewährleistung5028172718
Werkstattkosten2016181714
Steuer10910109
Versicherung4038363738
Kraftstoff5541434239
Emissionswerte2522212122
Kapitelbewertung1000503529541542
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Polo 1.2 TSI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 10.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 190 km/h

Preis 18.390,00 €

Ford Fiesta 1.0 EcoBoost

PS/KW 101/74

0-100 km/h in 10.50s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 180 km/h

Preis 16.070,00 €

Renault Clio TCe 90

PS/KW 90/66

0-100 km/h in 13.30s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 182 km/h

Preis 16.300,00 €

Opel Corsa 1.4 16V

PS/KW 101/74

0-100 km/h in 11.40s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 180 km/h

Preis 15.110,00 €