Familienautos bis 15.000 Euro im Test

Dacia Duster 1.6 16V 4WD | Kia Venga 1.4 CVVT | Renault Kangoo 1.6 16V 105 | Skoda Fabia Combi 1.2 TSI

Dacia Duster 1.6 16V 4WD | Kia Venga 1.4 CVVT | Renault Kangoo 1.6 16V 105 | Skoda Fabia Combi 1.2 TSI

Fahrkomfort

Diese Gene zeigen sich ebenso beim Fahrkomfort, denn von Fahrwerksabstimmung verstehen sie was im Volkswagen-Konzern. Der Skoda Fabia Combi ist zwar straff abgestimmt, seine Federelemente sprechen mitunter etwas unwillig an, doch bei gröberen Unebenheiten federn sie willig ein und verlieren auch dann nicht an Contenance, wenn der Combi kombimäßig voll geladen ist.

Da der Skoda zudem mit die besten Sitze im Vergleich hat, landet er in diesem Kapitel ganz knapp zwischen dem Sieger Kangoo und dem Venga. Der gewinnt vor allem, weil er leer ganz gut federt, ihm ergonomisch kaum etwas vorzuwerfen ist und er seine Insassen deutlich weniger mit Fahrgeräuschen belästigt. Die Messwerte belegen dies.

Besonders der Renault und der Dacia nerven bei schneller Fahrt ihre Insassen mit Motor- und Windgeräuschen aller Art, gegen die auch Intensivbeschallung aus den bordeigenen Soundanlagen wenig ausrichten kann. Doch zurück zum Kia: Er zeigt sich von einer weniger feinen Seite, wenn die Zuladungskapazität ausgenutzt wird. Dann geraten Federn und Dämpfer an ihre Grenzen, schlagen gnadenlos durch und katapultieren beim Ausfedern die Fondbesatzung buchstäblich aus den Sitzen.

Da reagieren die beiden Renault-Mobile deutlich gelassener. Vor allem der Kangoo federt ähnlich gut, wie es früher der R4 konnte, und auch die hohe maximale Zuladung kann ihm dabei wenig anhaben. Wären die lauten Innengeräusche nicht, läge er im Komfortkapitel klar vorn, zumal auch sein Mobiliar zum Besseren gehört.

Hier wiederum kann der Dacia nicht mithalten: Sein Gestühl ist zu klein, mit optionalem, rutschigem Leder bezogen (600 Euro, nur bei Lauréate) und bietet nur minimalsten Seitenhalt. Überzeugender agiert das Fahrwerk. Noch ein wenig störrisch bei feinen Unebenheiten, wird es geschmeidiger, je gröber die Unebenheiten und je höher die Zuladung. Vor schlechten Straßen und schwerem Gepäck müssen sich Duster-Treiber nicht fürchten.

So wie sich das auch für ein Auto gehört, das wie sein entfernter Vorfahre ARO 10 vermutlich konstruiert wurde, um Kleinfamilien und Nutztiere über üble Schotterstraßen zu transportieren. Und da wir schon beim ARO sind, hier noch etwas unnützes Wissen über rumänische Automobile: Der kleine Geländekraxler ARO 10 wurde in den frühen 80er-Jahren auf westlichen Exportmärkten unter dem Namen Dacia Duster vertrieben.

fahrkomfort
  Max.
Punkte
Skoda Fabia Combi 1.2 TSI Kia Venga 1.4 CVVT
Sitzkomfort vorn 1508583
Sitzkomfort hinten 1005254
Ergonomie 150118115
Innengeräusche 502641
Geräuscheindruck 1007173
Klimatisierung 501820
Federung leer 200120122
Federung beladen 200125105
Kapitelbewertung 1000615613
 

Motor und Getriebe

Der Dacia Duster aus den finsteren sozialistischen Jahren hatte immerhin eine weitere Gemeinsamkeit mit seinem modernen Nachfahren: einen Motor von Renault. Der 105 PS starke Vierzylinder fühlt sich im Duster jedoch etwas überfordert und schlapp an – nur dank seiner kurzen Übersetzung zeigt er einen Hauch von Temperament.

Er quält sich bis 160 km/h, wird dabei allerdings sehr laut und trinkfreudig – 8,8 Liter Super je 100 km genehmigt sich der Allradler auf der AUTO ZEITUNG-Verbrauchsstrecke. Sehr gut ist dagegen das eng gestufte, knackig schaltbare Sechsgang-Getriebe, dem man allenfalls einen etwas länger übersetzten Schongang wünscht. Etwas gesitteter zeigt sich das prinzipiell gleiche Triebwerk im Renault Kangoo.

Der hier 106 PS starke 16-Ventiler verbraucht im kastigen und schweren Kangoo überraschenderweise etwas weniger, sorgt zudem noch für bessere Fahrleistungen und läuft weicher sowie leiser. Doch beide Renault-Fahrzeuge haben im Antriebskapitel mit ihrem etwas betagten Triebwerk keine Chance gegen Kia Venga und Skoda Fabia, die beide mit moderneren Aggregaten antreten.

1,4 bis 2,3 Liter weniger Verbrauch sind für Neuwagenkäufer in der 15.000-Euro-Klasse ganz sicher noch viel mehr ein Thema als die bessere Laufkultur und die flotteren Fahrleistungen der nominell schwächeren Motoren aus Korea und Tschechien. Dass der Fabia am Ende die Antriebswertung vor dem Venga abschließt, liegt am niedrigeren Verbrauch, den besseren Fahrleistungen und den feineren Manieren des TSI-Motors. Groß ist der Rückstand der koreanischen Motorenbauer jedoch nicht mehr.

motor und getriebe
  Max.
Punkte
Skoda Fabia Combi 1.2 TSI Kia Venga 1.4 CVVT
Beschleunigung 1509082
Elastizität 1006465
Höchstgeschwindigkeit 1503728
Getriebeabstufung 1007474
Kraftentfaltung 502424
Laufkultur 1006872
Verbrauch 325258249
Reichweite 251212
Kapitelbewertung 1000627606
 

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