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Crossover-Test 2013: Peugeot 2008, Renault Captur, Skoda Yeti, Opel Mokka, Mini One Countryman, Mitsubishi ASX

Französische Evolution

Fahrkomfort

Auch beim Fahrkomfort fährt der Opel Mokka ganz vorn mit. Sind die Sitze im Peugeot etwas klein geraten oder die zu weichen Bezüge des Mitsubishi ASX schweißtreibend und ohne Halt, fühlt man sich schon auf den großen Seriensitzen des Rüsselsheimers pudelwohl. Gegen 390 Euro Aufpreis bietet Opel ab der 1995 Euro teureren Edition-Ausstattung auch Ergonomie-Sitze mit AGR-Siegel (Aktion Gesunder Rücken) an. Dann lässt sich nicht nur die Lendenwirbelstütze in allen Richtungen verschieben, sondern auch die Oberschenkelaufl age verlängern oder die Kopfstützen in der Neigung einstellen. Passend zu so viel Komfort präsentieren sich die wirkungsvolle Geräuschdämmung und das straffe Fahrwerk des Mokka. Das ist trotz großer 18-Zoll-Bereifung nicht übertrieben hart ausgelegt und behält auch bei voller Beladung die Beherrschung. Nur auf groben Querfugen oder maroden Bahnübergängen wirken Federn und Dämpfer etwas poltrig. Ansonsten federt der Rüsselsheimer angenehm ausgeglichen.

Etwas komfortabler abgestimmt und weicher gefedert sind die beiden Franzosen und der Mitsubishi ASX. Allerdings bewegen sich ihre Aufbauten in Kurven auch am stärksten. Und bei schwerer Beladung oder höheren Geschwindigkeiten wünscht man sich authentischere Rückmeldung und mehr Souveränität auf der Straße. Zudem lässt der Peugeot, der als einziger mit 16-Zoll-Serienrädern zum Test antrat, auf kurzwelligen Pisten hin und wieder zittrige Frequenzen in den Innenraum durch.

Von solchen Überraschungen bleibt man im Mini verschont. Überhaupt gibt sich der Brite mit seinen kleinen, runden Sesseln durchaus bequem. Für 310 Euro extra sind Sportsitze zu haben, die sich mit mehr Seitenhalt vor allem für zügige Fahrer empfehlen. Ebenso offeriert Mini eine sportlichere Fahrwerksabstimmung mit zehn Millimeter Tieferlegung. Die Serienvariante bietet aber einen hervorragenden Kompromiss und kann trotz ausreichend straffer Auslegung auch auf schlechten Straßen überzeugen. Zusammen mit dem Skoda Yeti teilt sich der Countryman die beste Federungsbewertung, wobei der Tscheche über die typischen Autobahnplatten nicht ganz so entspannt gleitet wie der Mini. Chancenlos bleibt der Engländer aber in Sachen Ergonomie. Denn Einstieg, Ablagen und Instrumente wurden beim Skoda im Gegensatz zu den teilweise modisch gestylten Konkurrenten bestechend sachlich und bedarfsgerecht gestaltet.

Opel und Renault kontern ebenfalls mit je einem extra Fach im Armaturenträger, der ASX mit einer tiefen Ablage vor der Schaltkulisse. Doch Türausschnitte, Kofferraumbefestigungen und Mittelkonsole sind nirgends sonst so logisch und praktisch ausgelegt wie im Yeti. Dafür verlangen die Tschechen beim günstigsten Active-Modell (ab 20.450 Euro) aber schon für eine Klimaanlage (1095 Euro) oder ein CD-Radio (300 Euro) Aufpreis.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Sitzkomfort vorn15010397831008889
Sitzkomfort hinten100565448525052
Ergonomie150128124117116121120
Innengeräusche50352932283529
Geräuscheindruck100403832323230
Klimatisierung50213231292933
Federung leer200120116114120116116
Federung beladen200116112108116110109
Kapitelbewertung1000619602565593581578
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Motor & Getriebe

Mit gerade 98 PS und 153 Newtonmeter Drehmoment ist der Mini One als Einstiegsmodell der Countryman-Baureihe auch in diesem Vergleichstest der Schwächste. Unter der Haube schlägt der 1,6-Liter-Vierzylinder, den BMW zusammen mit dem PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) entwickelt hat. Wie auch der 122 PS starke Cooper kommt der One ohne Turbolader aus und erreicht nach der Überarbeitung als einziger im Testfeld die Abgasnorm Euro 6. Auch wenn er bei den Beschleunigungswerten wegen seines Leistungsdefi zits nicht so weit zurückliegt, wirkt der 1,3 Tonnen schwere Countryman etwas untermotorisiert. Vor Überholvorgängen sollte man also mindestens einen Gang herunterschalten und den Motor so zu höheren Drehzahlen zwingen. Das klingt zwar etwas gequält, macht wegen des knackigen Sechsgang-Getriebes aber durchaus Freude. Auf der Autobahn lässt der Spaß bei Geschwindigkeiten ab 130 km/h aber schnell nach. Hier fahren einem die anderen locker davon. Sparsam ist der Mini One Countryman deswegen nicht. Auf der Testrunde der AUTO ZEITUNG verlangt er 7,8 Liter Super je 100 Kilometer – so viel wie kein anderer. Und der kleine Tank (47 Liter) schränkt den Aktionsradius auf rund 600 Kilometer ein.

Der Peugeot 2008 mit gleichem Motor, aber 120 PS (ebenfalls ohne Turbolader) ist mit einem Fünfgang-Getriebe ausgerüstet, dessen Schalthebel weder präzise noch knackig geführt ist. Auf unnötige Gangwechsel verzichtet man hier also gern. Dennoch fährt der Franzose beim Sprint auf Tempo 100 mit 10,7 Sekunden das beste Ergebnis ein und ist mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h auch der Schnellste. Fairerweise sei erwähnt, dass er nur 1178 Kilogramm wiegt, also deutlich leichter als die Konkurrenten ist. Kein Wunder, dass er mit durchschnittlich 6,8 Litern so auch zu den Sparsameren gehört.

Die Nase in der Öko-Wertung hat aber der Mitsubishi (6,5 Liter) vorn. Sein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 117 PS hängt stets gut am Gas und will für Höchstleistungen ebenfalls ausgedreht werden. Allerdings stört auch hier das etwas hakelige Fünfgang-Getriebe mit dem langen Schalthebel. Der große Tank von 63 Litern beschert ASXFahrern aber Reichweiten von fast 1000 Kilometern, die man sonst nur von Dieselautos kennt.

Mit fünf Gängen muss auch der 115 PS starke Mokka auskommen. Die Opel-Box ist aber deutlich kürzer und knackiger ausgelegt, was den schwersten Vertreter im Testfeld (1410 kg) zunächst sehr spritzig erscheinen lässt. Dass der fünfte Gang schon bei Tempo 40 eingelegt werden kann, überrascht. Die kurze Auslegung sorgt auf der anderen Seite schon ab Landstraßentempo lautstark für unangenehm hohe Drehzahlen. Bei 100 km/h rotiert die Kurbelwelle des ebenfalls 1,6 Liter großen Vierzylinders bereits 3000 Mal in der Minute. Bei gleichem Tempo dreht der Yeti im sechsten Gang 1000 Touren weniger. Auch dem Mokka würde ein sechster Gang gut stehen, und den Durchschnittskonsum von 7,1 Liter deutlich senken.

Weniger verbraucht aber auch der Skoda nicht. Dafür geht der 1,4- Liter-Turbomotor aus dem VWRegal richtig zur Sache. Mit 200 Newtonmetern hat er über ein breites Spektrum deutlich mehr Drehmoment zur Verfügung als die anderen. Und den Sprint auf 100 km/h erledigt der Yeti in knapp elf Sekunden. Das Sechsgang- Getriebe lässt sich dabei spielerisch leicht und präzise bedienen. Wahlweise bieten die Tschechen auch ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG, 1400 Euro) an. Wegen der großen und steilen Stirnfl äche geht dem Yeti aber so oder so bei 185 km/h auf der Autobahn die Luft aus.

Nur etwas schneller ist der Renault mit seinem 120 PS starken Vierzylinder. Die Franzosen setzten konsequent auf Downsizing (1,2 Liter Hubraum plus Turbolader) und kombinieren den Captur TCe 120 serienmäßig mit dem Doppelkupplungsgetriebe EDC (Effi cient Dual Clutch). Für bequemes Mitschwimmen im Straßenalltag ist das System eine gute Wahl. Die Gangwechsel passieren ruckfrei und absolut unbemerkt.

Für sportliche Fahrweise würde man sich aber einen direkter umgesetzten Manuell-Schaltmodus wünschen. Zudem rutscht der Wählhebel auf abgesperrten Rundkursen oder im Slalomparcours zu leicht wieder in den Automatikmodus. Das kostet Zeit und Nerven. Und weil der Motor weder akustisch noch dynamisch echte Emotionen weckt, entscheidet man sich am Ende meist fürs Mitschwimmen im Straßenverkehr.

Ein Verbrauchsvorteil in der Praxis konnten wir mit dem Downsizing- Konzept im Captur nicht herausfahren. Entgegen der optimistischen EU-Normverbrauchsangabe von 5,4 Liter Super auf 100 km stehen bei uns durchschnittlich 6,7 Liter im Protokoll.

Motor und getriebeMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Beschleunigung150918093788190
Elastizität100------
Höchstgeschwindigkeit150423150334740
Getriebeabstufung100807576807876
Kraftentfaltung50353033282832
Laufkultur100626260615860
Verbrauch325245247253234254258
Reichweite25141413101219
Kapitelbewertung1000569539578524558575
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Skoda Yeti 1.4 TSI

PS/KW 122/90

0-100 km/h in 10.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 185 km/h

Preis 23.410,00 €

Opel Mokka 1.6

PS/KW 116/85

0-100 km/h in 12.40s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 170 km/h

Preis 20.985,00 €

Peugeot 2008 120 VTi

PS/KW 120/88

0-100 km/h in 10.70s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 196 km/h

Preis 17.950,00 €

Mini One Countryman

PS/KW 98/72

0-100 km/h in 12.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 173 km/h

Preis 21.680,00 €

Renault Captur TCe 120 EDC

PS/KW 120/88

0-100 km/h in 12.20s

Vorderrad, 6-Gang-Doppelkupplung

Spitze 192 km/h

Preis 19.590,00 €

Mitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD

PS/KW 117/86

0-100 km/h in 11.10s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 183 km/h

Preis 19.866,00 €