Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

Citroën, Ford, Opel, Renault – vier Kompaktvans im Vergleich

Ideal für die große Tour

Mit schickem Design und viel Platz macht der neue Citroën Grand C4 Picasso nicht nur Familien auf sich aufmerksam. Die etablierten Konkurrenten müssen sich der Herausforderung im Vergleichstest stellen

Mit Außenlängen von Mittelklasse-Limousinen bieten diese vier Kompaktvans deutlich mehr Platz und nehmen bei Bedarf sogar sieben Personen an Bord. Dass solche Raumwunder dabei weder langweilig noch funktional aussehen müssen, zeigt neuerdings der schicke Citroën Grand C4 Picasso. Mit auffälligem Design, deutlich gewachsenem Radstand und üppiger Ausstattung stellt er sich samt Euro-6-Dieselmotor dem Vergleich mit der Konkurrenz. Es warten der Klassenprimus Opel Zafira Tourer mit neuem 1,6-Liter-AdBlue-Diesel, der Ford Grand CMAX 2.0 TDCi mit Schiebetüren sowie der konzeptionell schon fünf Jahre alte Dauerbrenner Renault Grand Scénic dCi 130. Wer wird der neue Familienheld in der Preisklasse unter 30.000 Euro?

Karosserie

Wer bei Vans nur langweilige Familienlaster vermutet, wird vom neuen Citroën Grand C4 Picasso überrascht sein. Die riesige Panoramascheibe, die großen Seitenscheiben und ein imposantes Glasdach schaffen eine echte Wintergartenatmosphäre. So viel Licht und Rundumblick gibt es auf fünf Plätzen sonst in kaum einem anderen Auto. Das sorgt für eine angenehme Atmosphäre und gute Laune. Letztere kann jedoch schnell wieder verfliegen, wenn man sich der komplizierten Menüführung auf den zwei Bildschirmen widmet. Klima, Radio oder Navi lassen sich nur über den zögerlich reagierenden Touchscreen einstellen. Richtige Knöpfe findet man nur am überfrachteten Lenkrad. Doch auch die Konkurrenten glänzen nicht gerade mit intuitiver Bedienung. Im Ford lenken Mini-Knöpfe und zwei Mäusekinos vom Straßenverkehr ab, im Renault sind es der zweigeteilte Mittelbildschirm und die Navibedienung per Joystick. Da gefällt die klassische Opel-Variante mit den unzähligen Knöpfen unter dem Bildschirm noch am besten.

Zurück zum C4 Picasso: Hier müssen Hochgewachsene auf den vorderen Sitzen wegen der großen verschiebbaren Sonnenblenden schon mal den Kopf einziehen. Da bietet der Grand Scénic wegen der etwas tieferen Sitzposition vorn wie hinten deutlich mehr Kopffreiheit. Beim Umstieg zeigt sich der Renault dennoch kompakter. Er ist nicht nur schmaler, sondern schränkt durch die breite Mittelkonsole auch den Beinraum zur Seite hin ein.

Am besten ins Fahrzeug integriert fühlt man sich in Ford und Opel. Hier erinnert die Sitzposition an die in ausgewachsenen Kompaktwagen. Auch Materialauswahl und Verarbeitungsqualität sind bei den beiden deutschen Kontrahenten eine Klasse besser. Zudem lässt sich der Grand C-MAX wegen seiner großen Heckscheibe und der Opel dank seiner gut abschätzbaren Außenkanten am besten überblicken. Rückfahrkameras gibt es zwar bei allen optional, die im Citroën ist jedoch keine große Hilfe. Schon bei Dämmerung erkennt man kaum noch Hindernisse hinter dem Heck, und den genauen Abstand zur Stoßstange kann man wegen der schlechten Ausrichtung nur erahnen.

Pluspunkte sammelt der große Franzose aber bei der Sicherheitsausstattung (Reifenpannenanzeige, Regen- und Lichtsensor sind serienmäßig) sowie beim Kofferraumvolumen. Ganze 645 Liter hält er als Fünfsitzer bereit. Klappt man die drei Einzelsitze in der zweiten Reihe zusammen, entsteht bis auf die Mulde hinter den Sitzen eine ebene Ladefläche. Noch einfacher und wirkungsvoller funktioniert das Zusammenklappen der Sitze im Opel, der als Fünfsitzer mit 710 Litern den größten Kofferraum besitzt. Für 60 Euro bieten die Rüsselsheimer zudem einen extrem robusten und faltbaren Laderaumteppich an, der nicht nur die Sitzlehnen, sondern auch die Stoßfänger beim Beladen vor Dreck und Kratzern schützt. Überhaupt gefällt der Opel mit seiner sehr gut durchdachten Raumausnutzung. Große, taugliche Ablagen und verschiebbare Fächer sowie Armlehne in der FlexRail-Mittelkonsole (190 Euro) schaffen viel nützlichen Stauraum.

Wer im Renault größtmöglichen Laderaum und eine lange, ebene Fläche benötigt, muss die drei Einzelsitze ausbauen. Das gelingt aber mit etwas Übung auch ohne Hilfe. Wegen seines verhältnismäßig knapp bemessenen Hecks ist der Ford Grand C-MAX wiederum am wenigsten für Umzüge geeignet. Er punktet aber als einziger mit zwei Schiebetüren. Und der hintere Mittelsitz lässt sich bei Bedarf schnell unter dem äußeren Sitzkissen verstecken. So können lange Gegenstände einfach mittig im Auto untergebracht werden.

Jeder der vier Kompaktvans lässt sich übrigens mit zwei extra Klappsitzen im Kofferraum bestücken, die sich aus dem Kofferraumboden klappen lassen. Erwachsenen sollte die dritte Reihe allerdings nur als Notlösung dienen – vorausgesetzt, sie können das Heck durch die etwas beengten Zugänge überhaupt erreichen. Auf längeren Strecken sind die Sitze ohnehin nur für Kinder geeignet. Bei allen Herstellern kosten die zwei Extraplätze 700 Euro zusätzlich.

KarosserieMax. PunkteOpel Zafira Tourer 1.6 CDTI ecoFLEXFord Grand C-MAX 2.0 TDCiCitroën Grand C4 Picasso BlueHDi 150Renault Grand Scénic dCi 130
Raumangebot vorn10075737475
Raumangebot hinten10072657067
Übersichtlichkeit7046454344
Bedienung/ Funktion10088848287
Kofferraumvolumen10079507165
Variabilität10070585656
Zuladung/ Anhängelast8046414444
Sicherheit15078768064
Qualität/ Verarbeitung200167164160158
Kapitelbewertung1000721656680660
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI ecoFLEX

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 10.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 193 km/h

Preis 30.980,00 €

Ford Grand C-MAX 2.0 TDCi

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.20s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 27.070,00 €

Citroën Grand C4 Picasso BlueHDi 150

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 10.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 30.690,00 €

Renault Grand Scénic dCi 130

PS/KW 131/96

0-100 km/h in 10.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 195 km/h

Preis 28.790,00 €