Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

Chevrolet Corvette Z06 gegen Nissan GT-R Track Edition

Widerstandskämpfer

FAHRDYNAMIK

Mit tragender Aluminium-Struktur, Kunststoffkarosserie, Karbondach und -motorhaube wiegt die Corvette mit 1632 Kilogramm satte 148 Kilo weniger als der Nissan GT-R Track-Edition (1780 Kilo). Das bereits erwähnte Z07 Performance-Paket sorgt für eine bisher nicht gekannte Fahrdynamik. Einmal auf Temperatur, haften die Reifen wie Industriekleber auf dem Asphalt. Kaum zu glauben, wie zackig sich die ausladende Corvette-Karosserie dank der zielgenauen Lenkung über den Kurs treiben lässt und dabei Querbeschleunigungen aufbaut, die den Gleichgewichtssinn des Piloten locker aus dem Lot bringen können.

In der Spitze registrierte unser Messgerät Werte bis zu 1,5 g. Das hätte man dem Hecktriebler ebenso wenig zugetraut wie die Wirkung der nahezu perfekt dosierbaren Bremse. Insgesamt knackt die Corvette alle bisherigen Rundenrekorde auf unserer Messstrecke und stellt mit 1: 31,6 min eine neue Bestzeit auf. Im Slalom erreicht sie beeindruckende 74,5 km/h, und in der Bremsprüfung erzielt sie den sensationellen Warmbremswert von 28,6 Metern, der nicht nur Testfahrern, sondern künftig wohl auch der Supersportwagen-Konkurrenz ordentlich Kopfschmerzen bereiten wird.

Hier kann der GT-R nicht mithalten. Seine Lenkung verlangt unter Zug höhere Haltekräfte und mehr Kraftaufwand aus der Mittellage heraus. Auch übersteuert er an der Haftgrenze leicht, was aber vom Allradantrieb sofort durch eine Änderung der Kraftverteilung Richtung Vorderachse beantwortet wird. Die erreichbaren Kurventempi sind meist niedriger als bei der Corvette, auch beim Bremsen bleibt der Japaner hinter dem Ami. Mit 1:33,7 min ist er im Handling 2,3 Sekunden langsamer als die Chevrolet Corvette Z06.

FAHRKOMFORT

Im Alltag gefallen die Nissan-Sitze mit besserer Schulterabstützung als die Schalensitze der Corvette, was auf Dauer bequemer ist. In puncto Federungskomfort kann die mit Querblattfedern ausgerüstete Ami-Ikone auf der Komfortstrecke in beladenem Zustand den Nissan aber wider Erwarten in die Schranken weisen, da die GT-R-Hinterachse unter diesen Bedingungen teils heftige Schläge Richtung Insassen austeilt.

Auf Autobahn-Bodenwellen verlangen dagegen beide Sportler Nehmerqualitäten. Was den Geräuscheindruck angeht, überzeugt die Corvette mit sattem V8-Sound und moderaten Windgeräuschen, während der Nissan vor allem bei langsamer Fahrt durch mahlende und schabende Klänge aus dem Antriebsstrang negativ auffällt. Gut fürs Klima: Der Chevy hat dem Nissan eine serienmäßige Sitzbelüftung voraus.

Elmar Siepen