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BMW X1 vs. Audi Q3 & VW Tiguan: Kompakt-SUV im Test

Gefragte Typen

Kompakt-SUV gehen weg wie warme Semmeln. Audi hat beim Q3 Feinarbeit geleistet und möchte damit BMW X1 und VW Tiguan die Schau stehlen. Vergleichstest

Die drei Autos, die hier scheinbar aus dem Heft herausfahren, belegten unter den SUV im letzten Jahr die Plätze fünf, vier und eins. Bestseller war – Sie haben es sich sicher schon gedacht – der VW Tiguan. Knapp 62.000 Einheiten konnten die Wolfsburger unter das nach wie vor SUV-begeisterte Volk bringen. Um die Plätze vier und fünf gab es zwischen dem X1 und dem Q3 ein echtes Herzschlagfinale, das der Münchner erst im Dezember für sich entscheiden konnte – mit 39 Autos Vorsprung (X1: 24.636).

Damit sich das Blatt zu seinen Gunsten wendet, hat Audi den Q3 nun überarbeitet. Ein neu designter Singleframe-Grill, neue Leuchten an Front und Heck sowie effi zientere Motoren sind die wesentlichen Änderungen der Modellpfl ege. Zum Vergleichstest treten die drei erfolgreichen Kompakt-SUV mit kräftigen Dieselmotoren der 180-PS-Klasse, Automatikgetriebe und Allradantrieb an.

Karosserie

An den Platzverhältnissen des Q3 hat sich mit dem Facelift natürlich nichts geändert. Der Innenraum ist ausreichend groß – an die Luftigkeit des Tiguan reicht der Ingolstädter allerdings nicht heran. Besonders im Fond wirkt er eine ganze Ecke beengter, was außer an der hohen Gürtellinie und den damit verbundenen recht kleinen Fensterfl ächen auch an den seitlichen Dacheinzügen liegt, die den Köpfen der Fondinsassen recht nahe kommen. Der X1 rangiert auf Q3-Niveau, mit leichten Vorteilen in beiden Reihen. Auch beim Kofferraumvolumen hat der Wolfsburger die Nase klar vorn: 470 bis 1510 Liter passen hinter die Heckklappe, und mit bis zu 2200 Kilogramm darf der Tiguan Sport & Style zudem am meisten Gewicht ziehen (als Track & Style sogar 2500 kg). Audi und BMW liegen hier mit zwei Tonnen gleichauf; mit 460 bis 1365 Liter fasst das Q3-Heckabteil etwas mehr Gepäck als das des X1 (420 – 1350 Liter). Der kontert dafür mit der besseren Variabilität dank der serienmäßig dreigeteilt klappbaren Rücksitzlehne.

Der Audi Q3 lässt es hier bei einer asymmetrisch klappbaren Bank sowie einer optionalen Durchreiche bewenden, der bislang erhältliche umlegbare Beifahrersitz fl og aus dem Programm (beim Tiguan ist er sogar serienmäßig). Variabilitätsmeister ist der VW, dessen Rückbank sich nicht nur im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umklappen, sondern auch längs verschieben lässt. Sicherheitstechnisch hat Audi den Q3 ebenfalls aufgefrischt: So erhellt das SUV die Straße nun serienmäßig mit Xenon-Licht (für X1 und Tiguan optional erhältlich), gegen 1090 Euro Aufpreis sind sogar LED-Scheinwerfer zu haben. Der BMW gibt sich hier eine kleine Blöße, denn Assistenten zum Halten oder Wechseln der Spur, eine Verkehrszeichenerkennung oder eine Pausenempfehlung sind für ihn nicht verfügbar. Auch bei der Qualitätsanmutung erreicht der Münchner nicht das hohe Niveau von VW und Audi, wobei der Q3 dank seines edlen Innenraums noch etwas wertiger wirkt. Punkte wettmachen kann der X1 mit seinem iDrive- Bediensystem.

Auch wenn es sich hier nicht um die aktuellste Version mit Touch-Oberfläche handelt, gelingt die Bedienung sehr intuitiv. Da kann auch das MMI-System im Q3 nicht mithalten. Zudem positioniert Audi den Dreh- Drück-Steller im Kompakt-SUV etwas unpraktisch auf der Mittelkonsole. Dem Tiguan sieht man sein Alter in puncto Bedienbarkeit inzwischen merklich an: Das Infotainment-System mit Touchscreen-Technik reagiert teils verzögert und nur bei kräftigem Fingerdruck auf dung mit den aufpreispflichtigen Adaptivdämpfern ist dies gelungen. Selbst in Verbindung mit der 18-Zoll-Optionsbereifung des Testwagens verarbeitet das Fahrwerk trotz seiner tendenziell straffen Auslegung Fahrbahnschäden durchaus sensibel. Damit positioniert sich der Q3 genau zwischen die beiden Rivalen.

Der X1, für den als einziges und letztes BMWModell keine adaptiven Dämpfer verfügbar sind, präsentiert sich beim Befahren schlechter Straßen unnachgiebiger und gibt Unebenheiten trockener an die Insassen weiter, ohne dabei aber als unkomfortabel zu gelten. Positiv hervorzuheben ist, dass die Aufbaubewegungen des X1 aufgrund der straffen Dämpfung angenehm gering sind, und das selbst auf tiefen Bodenwellen. Den besten Federungskomfort bietet einmal mehr der VW Tiguan seinen Insassen. In Ver- Vorn sitzt man nach wie vor etwas hoch, hinten dürfte es mehr Kopffreiheit geben. Hochwertig verarbeitetes Cockpit Der Q3 besticht mit Agilität und Komfort gleichermaßen Eingabebefehle;die Eingabe per Sprachsteuerung ist zudem merklich umständlicher.

Alexander Lidl