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BMW i8 versus BMW M4: Vergleichstest

Wer ist König von Bayern?

 

BMW i8 und BMW M4: FAHRDYNAMIK

Die Entscheidung, welcher von beiden der bessere Sportwagen ist, fällt natürlich auf der Rennstrecke. Zuerst geht der BMW i8 an den Start, und der erfolgt katapultartig, denn der Hybrid ist ein Allradler. Der Benziner wirkt auf die Hinter-, der E-Motor auf die Vorderräder. Was sofort auffällt, ist die im Vergleich zum M4 deutlich leichtgängigere und nicht ganz so rückmeldungsintensive Lenkung, die erst im Sport-Modus so straff wird, wie wir das erwartet haben. Kurven nimmt der i8 mit nur wenig Seitenneigung, und wer das Gripniveau der schmalen Vorderreifen (215/45 R 20) mit einer nicht zu hohen Kurveneingangsgeschwindigkeit oder starkem Hineinbremsen in dieselbe überstrapaziert, wird mit einem erstaunlich neutralen Fahrverhalten belohnt. Welch hohes Niveau der i8 querdynamisch erreicht, offenbart ein Blick auf die gemessene Slalomgeschwindigkeit: 68,9 km/h sind eine echte Ansage. Dennoch muss sich der i8 nicht nur hier, sondern auch bei der Rundenzeit deutlich geschlagen geben.

Hinzu kommt, dass der Plug-in-Sportler nach einigen Runden spür- und messbar langsamer wird, was aber nicht etwa an der Bereifung, sondern am nachlassenden Ladezustand des Akkus liegt. Der M4 hingegen reißt eine Runde nach der anderen ab, ohne auch nur ansatzweise zu schwächeln. Das gilt auch für die 7300 Euro teuren Karbon-Keramik-Bremsen, die sich perfekt dosieren lassen. Das Fahrverhalten besticht mit höchster Präzision und toller Beherrschbarkeit. Der M4 lenkt sehr spontan ein, untersteuert erst spät und lässt bei deaktiviertem DSC auf Wunsch mächtig das Heck ausschwenken. Die Antriebsschlupfregelung beeindruckt mit ihrer extrem sensiblen Arbeitsweise, selbst auf nassem Untergrund beschleunigt das Coupé genau entlang der Haftgrenze der Hinterreifen, ohne dass sich der Fahrer eingebremst fühlt. Dass der agilere und schnellere BMW M4 dieses Kapitel am Ende nicht gewinnen kann, liegt an der besseren Traktion des Allradlers i8.

FAHRKOMFORT

Der bessere Sportler ist also der M4, und das komfortablere Alltagsauto ebenfalls. Dazu trägt neben den größeren und bequemeren Sitzen auch die bessere Federung bei. Im Komfort-Modus der adaptiven Dämpfer schluckt das Fahrwerk Unebenheiten mit erstaunlicher Gelassenheit; der straffer abgestimmte i8 verarbeitet besonders Querfugen spürbar weniger gekonnt. Dafür ist dieser das deutlich leisere Fahrzeug, und das nicht nur im Elektro-Modus.

Alexander Lidl