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BMW i3 vs. VW e-Golf: Elektroautos im Vergleich

Ständig unter Strom

BMW stößt mit dem rein elektrisch angetriebenen i3 auf großes Interesse. Jetzt bringt auch VW den E-Antrieb in die Großserie. Ohne extrovertierten Auftritt hält der e-Golf mit klassischen VW-Tugenden kräftig dagegen. Erster Vergleich mit dem BMW i3

Es herrscht absolute Stille im VW e-Golf. Kein Surren vom Antrieb, kein Klacken im Getriebe, kein Abrollgeräusch der Reifen. Beim Cruisen durch den dichten Stadtverkehr von Berlin hört man rein gar nichts im Auto. Ein merkwürdiges Gefühl.

Doch schon nach einigen Kilometern gewöhnt man sich an den Zustand – Entspannung setzt ein. Es entsteht regelrechte Muße, die man bisher vom Autofahren nicht kannte. Um einen herum nageln und lärmen die Motoren. Irrsinnig, verschwenderisch, altmodisch. Schnell macht sich die Erkenntnis breit, dass es in der Stadt kein besseres Vorankommen gibt als mit einem Elektroauto.

VW e-Golf: 150 KILOMETER REICHWEITE – KEIN PROBLEM

Den Charakter des Elektro-Antriebs hätte VW im e-Golf nicht besser treffen können. Er passt perfekt zur siebten Generation des Wolfsburgers, der auch als Stromvariante innen wie außen ein voll alltagstauglicher Golf mit 343 bis 1233 Liter Kofferraumvolumen ist. Die komplexe Technik unter dem Golfpelz arbeitet unauffällig, ist kinderleicht zu bedienen und extrem komfortabel.

Zum Start legt man den Fuß auf die Bremse, dreht den Schlüssel und legt die Fahrstufe „D“ mit dem aus DSG-Modellen bekannten Wählhebel ein. Dank des üppigen Drehmoments von 270 Newtonmetern dauert die eindrucksvolle Beschleunigungsphase auf Tempo 60 nur vier Sekunden. Danach lässt man den Golf lautlos auf seinen Conti-Leichtlaufreifen über den Asphalt gleiten und erfreut sich an der Energieanzeige, die den Rekuperationsfluss zurück in die gut 300 Kilogramm schwere Batterie zwischen Vorder- und Hinterachse anzeigt.

Sicher ginge es auch schneller voran. Der Sprint bis 100 km/h ist in gut zehn Sekunden erledigt, und auf Autobahnen sind 140 Sachen drin. Doch der e-Golf stimmt einen milde und vernünftig. Vorausschauend wählt man bei roten Ampeln statt der Bremse lieber das „B“-Programm über den Wählhebel an. Der e-Golf verzögert so bei Gaswegnahme spürbar stärker, und der Motor verwandelt nun als Generator mehr Bewegungsenergie über das Schleppmoment in elektrische zurück.

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Fazit

Unterschiedlicher könnten Elektroautos kaum sein – und wieder einmal scheint VW alles richtig zu machen: Weil auch der e-Golf ein echter Golf ist, schlägt er den BMW i3 ganz klar in puncto Raumangebot, Alltagstauglichkeit und Komfort. Mit seinem von Grund auf neuem Konzept und dem deutlich kräftigeren Antrieb setzt der BMW mehr auf Dynamik und Lifestyle

Markus Schönfeld