Markenvergleich 2012: BMW X1 sDrive18d gegen VW Tiguan 2.0 TDI

Trendsetter

Nicht ohne Grund stehen BMW X1 und VW Tiguan bei SUV-Käufern nach wie vor hoch im Kurs. Wir haben die 140 PS-Diesel vergleichen

BMW und VW haben das Feld der Kompakt-SUV zwar mit einigen Jahren Verspätung betreten, aber schon eine Führungsrolle übernommen. Jedenfalls wenn man dafür die Zulassungsstatistik als Grundlage heranzieht. Dort rangieren VW Tiguan und BMW X1 ganz weit oben in der Gunst der Käufer. Als häufigstes Argument für den Kauf eines SUV führen Fahrer dieser Fahrzeuggattung die erhöhte Sitzposition an.

Damit verbunden ist nicht nur ein bequemerer Einstieg, sondern auch eine bessere Übersichtlichkeit. Zumindest was die Sitzhöhe betrifft, geht der X1 weniger als SUV, sondern eher als hochbeiniger 1er Touring durch. Wie es Freunde der Marke lieben, lassen sich die straffen Sitze weit herunterfahren. Anders im Tiguan: Hier thront der Pilot förmlich, ist weniger ins Fahrzeug integriert.

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Was einem besser gefällt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Bei objektiver Betrachtung lässt der VW den X1 beim Thema Karosserie dennoch hinter sich. Trotz knapp drei Zentimeter weniger Außenlänge sitzen die Insassen in beiden Reihen spürbar luftiger, auch der große Kofferraum (470 bis 1.510 Liter) stellt das X1-Gepäckabteil (420 bis 1.350 Liter) in den Schatten. Gleiches gilt für die Karosseriequalität. Zwar ist der BMW routiniert verarbeitet und selbst auf üblen Pisten klapperfrei, der hohe Hartplastikanteil im Cockpitbereich passt jedoch nicht zum Premium- Anspruch der Marke.

MIT DEN DIESELN SIND BEIDE GUT MOTORISIERT
Beliebteste Motorisierungen der zwei Bordsteinkraxler sind die Turbodiesel mit 143 (X1) beziehungsweise 140 PS (Tiguan). In beiden Modellen stemmt der Zweiliter-Motor 320 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle, die jeweils im Bereich von 1750 bis 2500 Touren anliegen.

Wie im Fall von 1er und Golf kann auch hier der BMW die Leistung bei niedrigerem Verbrauch (5,8 zu 5,9 l/100 km) in bessere Fahrleistungen ummünzen. Bis Tempo 100 nimmt er dem Tiguan sieben Zehntel ab, bei hohen Geschwindigkeiten muss er dank seines niedrigeren Aufbaus weniger stark gegen den Fahrtwind ankämpfen, was die höhere Endgeschwindigkeit (200 zu 193 km/h) belegt.

Dafür dringt das Verbrennungsgeräusch im VW besser gedämmt in den Innenraum, der BMW nagelt im Gegenzug besonders beim Kaltstart recht vernehmlich. Während der heckgetriebene BMW X1 mit seinem agilen Handling und der direkten Lenkung den Dynamiker unter den SUV markiert, wendet sich der VW Tiguan an die komfortorientierte Käuferschaft – zumal wenn die 1.070 Euro teuren Adaptivdämpfer an Bord sind.

Sie ermöglichen einen Federungskomfort, der auf Oberklasse-Niveau rangiert. Kurvenwetzen liegt selbst im Sport-Modus nicht in der Natur des VW, was aber lange nicht bedeutet, dass er träge wäre. Nach anfänglicher Kritik hat mittlerweile auch BMW eine ausgewogene Fahrwerksabstimmung gefunden – knackig, aber nicht übertrieben hart. Mit 27.675 Euro ist der frontgetriebene Tiguan nicht nur rund 2.500 Euro günstiger, seit dem Facelift ist er im Gegensatz zum X1 (kein Spurhalte-, Müdigkeits-, Park- oder Anfahrassistent) auch in puncto Assistenzsysteme wieder up to date.
Alexander Lidl

FAZIT:
BMW X1 sDrive18d: Im Duell der kompakten SUV zieht der BMW X1 klar den Kürzeren. In puncto Handling und Fahrleistungen kann er den Wolfsburger jedoch hinter sich lassen
VW Tiguan 2.0 TDI: Es gibt gute Gründe, weshalb der VW Tiguan hierzulande das meistverkaufte SUV ist. Geräumig, extrem komfortabel und angenehm unaufgeregt sichert er sich den Sieg

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