Markenvergleich: Mini Countryman D und VW Beetle 1.6 TDI im Test

Runde Dinger

Beetle und Countryman erinnern an die erfolgreichen Marken-Ikonen Käfer und Mini. Doch welcher ist das bessere Retro-Angebot?

Alles haben sie offenbar richtig gemacht bei BMW. Der neue Mini ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Unter dem britischen Label hat der weißblaue Konzern mittlerweile eine komplette Modellfamilie im Angebot, die ständig erweitert wird. Darauf schaut man nicht nur in Wolfsburg etwas neidvoll, zumal der sonst so treffsichere norddeutsche Ingenieurskonzern beim Thema Retro bisher etwas fremdelte.

Das alles soll mit dem neuen VW Beetle 1.6 TDI, der mit vollem Namen „The 21th Century Beetle“ heißt, besser und vor allem dynamischer werden. Natürlich gilt das auch für das Diesel-Basismodell, dessen 105 PS starker Selbstzünder eher sparsame als sonderlich dynamische Fortbewegung verspricht.

Verglichen mit dem 90 PS kräftigen Diesel im Mini One Countryman ist der Beetle allerdings ein echter Rennwagen. Was jedoch vor allem an der müden Vorstellung des Mini liegt. Der fast 1,4 Tonnen schwere Countryman zeigt vor allem bei den Elasitizitätsmessungen mäßige Werte, wobei der VW freilich von seinem kürzer übersetzten Fünfgang-Getriebe profitiert.

Die positiven Seiten des Mini-Antriebs sind andere: Er verbraucht fast einen halben Liter Diesel weniger und arbeitet zudem leiser und kultivierter als der VW-Selbstzünder. Das sehr milde Temperament des Countryman verdrießt umso mehr, als das Fahrwerk zu größeren Taten gerüstet ist. Wie alle anderen Ableger der Mini-Familie ist das Crossover- SUV – hier mit Frontantrieb – sehr agil, lässt sich spritzig und mühelos um die Ecken werfen und direkt sowie zielgenau lenken.

DER KÜRZERE MINI BIETET DEUTLICH MEHR PLATZ
Das alles klappt im Beetle zwar nicht schlecht, aber nicht ganz so gut wie im Mini. Er wirkt im direktenVergleich etwas träger, die Lenkung nicht ganz so mitteilsam. Mit größerer Karosserieneigung und merklich unwilliger umrundet er besonders enge Kurven. Das hat natürlich auch Vorteile.

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Etwa beim Fahrkomfort, denn der keineswegs sänftenweiche Beetle federt eine ganze Klasse besser als der hoppelige Countryman. Zudem ist das Fahrer-Umfeld des VW praxisgerechter, das Cockpit übersichtlicher, und die Bedienelemente sind besser erreichbar. Die besseren Sitze hat der Beetle obendrein. Mehr Platz gibt es dagegen im fast 20 Zentimeter kürzeren Mini. Auch wenn der Countryman keineswegs ein Raumwunder ist, so bietet er doch mehr und vor allem besser nutzbaren Platz für Insassen und Gepäck.

Variabler und übersichtlicher ist er sowieso. Beim Beetle sollten die optionalen Parkassistenten unbedingt geordert werden, denn zusammen mit den rundlichen Formen hat der VW auch die uneinsehbaren Ecken seines heckmotorigen Vorgängers geerbt. A propos Geld: Der Beetle ist das billigere, nicht jedoch das bessere Angebot. Untem Strich bietet der Countryman mehr.
Heinrich Lingner

FAZIT:
Mini Countryman D: Der Mini Countryman entscheidet dieses erste Duell mit seinem kultivierten und sehr sparsamen Dieselmotor sowie dem größeren Innenraum für sich.
VW Beetle 1.6 TDI: Der VW Beetle bietet die besseren Fahrleistungen und den ausgewogeneren Komfort, doch das knappe, schlecht nutzbare Interieur wirft ihn hinter den Mini zurück.

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