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Markenvergleich: BMW 730d und VW Phaeton V6 TDI 4Motion

BMW vs. VW: High Society

In der feinen Gesellschaft der Luxus-Limousinen müht sich der etwas betagte VW Phaeton V6 TDI gegen den BMW 730d

Es ist mittlerweile schon zehn Jahre her, dass Volkswagen den Aufstand probte und mit dem Phaeton in den elitären Kreis der Luxuslimousinen eindrang. Von seiner Grundkonzeption ist der aktuelle VW Phaeton immer noch der Alte, allerdings nicht ganz. Denn 2010 erfuhr die große Limousine eine umfassende Überarbeitung samt Restyling und neuen Ausstattungen.

Damit versucht der VW, gegen den 7er BMW anzukommen, der in der fünften Generation nun auch schon seit 2008 im Amt ist. Zum Test treten beide mit den gefragten 3,0-Liter-Sechszylindern an, beim VW in V-Form (240 PS), beim BMW in Reihe (245 PS) sortiert. Trotz oder vielleicht auch wegen seines Alters wirkt der pikfein verarbeitete Phaeton wie eine unerschütterliche Burg.

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Das müssen auch die Münchner anerkennen, die mit ihrem 730d zwar auch ausgesuchte Feinkost bieten, im Detail jedoch nicht so aufwändig verarbeitet. In seiner Bedienarchitektur mit zu tief positioniertem, von vielen Tasten flankiertem Touchscreen wirkt der VW jedoch veraltet gegenüber dem BMW mit seinem iDrive-System inklusive gestochen scharfen Breitbandbildschirms.

Sitz- und Lenkradposition lassen sich im 7er zudem besser an den Fahrer anpassen. Im VW thront man relativ hoch, allerdings auf sehr üppig bemessenen Sesseln. Großzügige Räumlichkeiten findet man gleichermaßen in beiden Fondabteilen vor, jedoch fehlt es im VW Phaeton etwas an Schenkelauflage.

Dass es der große VW in der Fahrdynamik nicht mit dem BMW aufnehmen kann, liegt auf der Hand – allein wegen des Testwagen-Leergewichts (2.255 kg). Untermotorisiert ist der VW keineswegs, er erzieht jedoch zum gelassenen Dahingleiten. Das kann der 1.963 kg schwere BMW zwar ebenfalls. Doch der 7er bereitet mit seinem spielerischen Handling auch auf kurvigen Landstraße viel Vergnügen, besonders wenn er mit aktiven Stabilisatoren (Dynamic Drive, 2.670 Euro) und der Integral-Aktiv-Lenkung (1.950 Euro) ausgerüstet ist.

Auch auf der Bremse ist der BMW 7er klar das bessere Auto. Dafür setzt der Phaeton mehr auf Traktion und Komfort mit serienmäßigem Allradantrieb und Luftfederung. Der 7er kann mit seiner adaptiven Dämpfung aber gut gegenhalten, schnell aufeinanderfolgende Asphaltverwerfungen verdaut der BMW sogar geschmeidiger als der etwas poltrige VW.

Dessen Masse drückt einerseits aufs Temperament, anderseits treibt es den Verbrauch (10,5 l/100 km) in die Höhe. Somit hat der 730d antriebsseitig die Nase weit vorn, verbraucht weniger (9,3 l/100 km) und lässt den VW klar hinter sich. Da hilft es nur wenig, dass der Phaeton (ab 68.325 Euro) fast 6.000 Euro günstiger ist als der BMW, zumal die Lederausstattung bei VW – anders als beim 7er – extra bezahlt werden muss. Um BMW Paroli bieten zu können, müssten die Wolfsburger so langsam mal einen Phaeton-Nachfolger auf Kiel legen.
Jürgen Voigt

FAZIT:
BMW 730d: Ohne Frage, der 730d zieht dem VW davon – nicht nur bei den Fahrleistungen, sondern auch in puncto Fahrdynamik, Komfort, Bedienung und Effizienz
VW Phaeton V6 TDI 4Motion: Der solide Phaeton hat den unerschütterlichen Charme einer Burg. Und so fährt er sich auch: schwerfällig und unhandlich – keine Chance gegen den moderneren 7er

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