BMW 750Li, Mercedes S 500 lang, Tesla Model S Performance 2013 Luxuslimousinen Vergleich

Alte gegen neue Welt

Bereits im Einzeltest hat das Tesla Model S eine glänzende Vorstellung abgeliefert. Die Amerikaner zielen mit dem stylischen E-Mobil ganz ungeniert auf die Luxusklasse von Mercedes und BMW. Müssen die deutschen Premiumhersteller den Emporkömmling ernsthaft fürchten oder können sie den Angriff mühelos abwehren?

Sprechen Historiker von der Alten und der Neuen Welt, meinen Sie auf der einen Seite vorrangig Europa und auf der anderen Seite Amerika. Soweit, so gut. Wechselt man von der Geschichte zum Automobil, verhält es sich seit Kurzem genauso. Das Start up-Unternehmen Tesla aus dem kalifornischen Palo Alto schickt sich an, die automobile Welt gründlich auf den Kopf zu stellen. Mit dem rein elektrischen Model S verkörpern die Amerikaner nun die neue Autowelt, wohingegen die etablierten Premiumhersteller weiterhin den größten Reibach mit ihren spritschluckenden Luxusmobilen machen und – so scheint es jedenfalls – nur recht widerwillig auf den Zug der E-Mobilität aufspringen. Wir gehen der Frage auf den Grund, ob das kleine Unternehmen mit nur rund 3000 Mitarbeitern tatsächlich an den Grundfesten der Automobilindustrie rütteln und eine ernsthafte Bedrohung für die alteingesessenen Hersteller werden kann.

Immerhin hat Mercedes mit der brandneuen S-Klasse das derzeit wohl beste Auto der Welt im Programm, das in puncto Fahrkomfort und Sicherheitsausstattung die Maßstäbe neu definiert. Und der im letzten Jahr überarbeitete BMW 7er hat ebenfalls keinen Grund, sich zu verstecken. Besonders die Langversionen mit den äußerst potenten V8-Turbomotoren – S 500 lang und 750Li – bieten Platz und Leistung im Überfluss. Wer einmal im Fond der neuen S-Klasse Platz genommen hat, möchte nicht mehr so schnell aussteigen. Highlight ist zweifellos der aufpreispflichtige Liegesitz hinten rechts. Während man es sich dort bequem macht und sich sogar gemäß der Hot Stone-Technik massieren lassen kann, vertreibt man sich mit dem Infotainmentsystem die Zeit oder erledigt dank der Hot Spot-Funktion den E-Mail-Verkehr.

Im 7er-Fond lässt es sich zwar nicht ganz so fürstlich reisen, doch auch er verwöhnt die Passagiere mit erlesenem Komfort. Der Tesla bietet den hinteren Insassen mit Ausnahme der eingeschränkten Beinfreiheit ebenfalls gute Platzverhältnisse, als Chauffeursauto tut sich der Ami allerdings nicht hervor. Er ist eher praktisch veranlagt und deklassiert die deutsche Konkurrenz mit seinem großzügigen und wegen der großen Heckklappe leicht beladbaren Kofferraum sowie der Option, dort zwei zusätzliche Einzelsitze zu installieren. Auf denen finden immerhin zwei Kinder entgegen der Fahrtrichtung Platz. Und wo bei BMW und Mercedes der Motor steckt, überrascht der Tesla mit einem weiteren Laderaum. Somit steckt in der eleganten Limousine in puncto Variabilität, Ladevolumen und der Möglichkeit, bis zu sieben Personen zu transportieren, ein ähnlich großes Talent wie in einem Van.

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Fazit

In unserem verkürzten Testschema bringen das Tesla Model S acht erste, ein zweiter und drei dritte Plätze ganz nach vorn, die neue Mercedes S-Klasse und der BMW 7er teilen sich Rang zwei. Neben dem cleveren Karosserie- und dem neuartigen Bedienkonzept begeistert vor allem der E-Antrieb – die Reichweite ist für ein E-Mobil enorm. Mercedes und BMW punkten mit erstklassigen Komforteigenschaften und hohem Sicherheitsniveau, ansonsten kommt ihnen der Tesla überraschend nahe.

Alexander Lidl