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BMW 518d gegen 320d: Vergleich der Diesel-Limousinen

Kennzeichen d

FAHRKOMFORT

Mit ihren adaptiven Dämpfern rundum (optional) federn 3er und 5er deutlich geschmeidiger als mit ihren Standard-Fahrwerken – und der Oberklasse-BMW noch einmal spürbar souveräner als der Mittelklässler mit sportlicher Mischbereifung plus dynamischem M-Fahrwerk. Besonders die Hinterachse spricht beim Überfahren von Querkanten oder -fugen deutlich sensibler an. Fahren die Limousinen allerdings voll beladen mit der maximal zulässigen Gesamtmasse von 1980 respektive 2235 Kilogramm, reicht der Federweg hinten beim Überfahren von Buckelpisten nicht aus.

Etwas weiter geschnittene Vordersitze und die vielfältigeren Klimatisierungsmöglichkeiten (optional: Sitzlüftung vorn, Vierzonen.Klimaautomatik) sichern dem 518d weitere Punkte auf dem Weg zum zweiten Kapitelsieg. Die Sitzposition im Fond ist hier wie dort mit etwas zu stark nach hinten geneigter Lehne ähnlich, sodass man bei aufrechter Sitzposition keinen  Kontakt zwischen Kopfstütze und Haupt hat. Ansonsten sitzt man bequem, und die Schenkelauflage ist gut ausnutzbar. Die Rückbank des 3er ist aber besser konturiert.

In den vorderen Türen bietet die Mittelklasse-Limousine Stauraum für Einliter-Flaschen. Beim 5er bleibt in dessen etwas schlechter zugänglichen Fächern an dieser Stelle nur Platz für Kleinkram. Ob digital animierte Anzeigen wie im 5er oder klassische Rundinstrumente wie im 3er: Alle Informationen sind gut ables-bar – außerdem gibt es für beide Fahrzeuge ein Head-up-Display. Dass in der Tankuhr des 3er nicht die Position der Tankklappe angezeigt wird, ist schade. Immerhin gehört der kleine Pfeil nach rechts oder links bereits im Kleinwagensegment fast zum Standard.

MOTOR/GETRIEBE

N47 lautet das interne Kürzel für einen der meistgebauten BMW-Motoren. Auf den ersten Blick kann man das Aggregat, hier im 320d, von seinem Nachfolger B47, der serienmäßig die Euro-6-Abgasnorm erfüllt und in 520d (190 PS) sowie 518d läuft, kaum unterscheiden: Gleiche Zylinderzahl,  ein  identisches  Hubvolumen, und auch die Abstände zwischen den Zylindern haben sich nicht geändert.

Laut der Entwickler blieb jedoch quasi kein Bauteil des N47 unangetastet, um vor allem die Effizienz sowie die Akustik zu verbessern. Und das ist gelungen. In Kombination mit der perfekt abgestuften sowie stets unauffällig arbeitenden Achtstufen-Automatik schluckt der 150 PS starke Selbstzünder nur 6,5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern, inklusive Vollgasanteil.

Das ergibt eine mögliche Reichweite von über 1000 km für die 1,7-Tonnen-Oberklasse-Limousine. Entscheidend für die verbesserte Effizienz sind vier Brennraum-Drucksensoren. Sie ermöglichen dem Vierventiler, punktgenau am Limit zu arbeiten, ohne seine Haltbarkeit aufs Spiel zu setzen. Ebenfalls effizent arbeitet der „alte“ 184 PS starke N47-Diesel im etwa 170 kg leichteren 320d (6,3 Liter).

Er läuft jedoch rauer und nagelt nach dem Kaltstart stärker – im Innenraum wird dies durch die etwas schlechtere Dämmung des 3er noch verstärkt. Mit dem Facelift im Sommer 2015 hat der N47 jedoch auch im 3er ausgedient, bis dahin kann man den BMW für 1190 Euro mit einem Stickoxid-Speicherkat ausrüsten lassen, sodass auch er die Euro-6-Abgasnorm erfüllt.

Mit maximal 380 Newtonmeter Drehmoment beschleunigt der Turbodiesel den 3er in flinken 7,3 Sekunden auf Tempo 100, bei 230 km/h ist Schluss. Im 5er dauert der Sprint knapp zwei Sekunden länger, und Tacho 220 erreicht er erst nach langem Anlauf. Was nicht heißt, dass 150 PS in der Oberklasse zu wenig sind: Bis 180 km/h marschiert der 5er souverän voran und ist auch auf der linken Autobahnspur kein Verkehrshindernis.

Paul Englert