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BMW 225i Active Tourer vs. Mercedes B 250: Kompaktvans im Vergleichstest

Brückenschlag

FAHRKOMFORT

Trotz dynamischer Dämpfer-Control (500 Euro Aufpreis) rollt der BMW 2er Active Tourer auf seinen 18-Zoll-Rädern (800 Euro) weit weniger geschmeidig ab als der Schwabe. Über die Qualität der Fahrbahn sind die Insassen ungewollt stets aufs Beste im  Bilde, während der Mercedes hier deutlich erfolgreicher zwischen mäßigem Asphalt und berechtigten Komfortansprüchen vermittelt. Werden die zur Verfügung stehenden Zuladungskapazitäten allerdings voll ausgeschöpft, zeigt der BMW Nehmer-Qualitäten.

Auf unserer Marter-Teststrecke hält er auf kurzen Wellen beachtliche Federund Dämpfungsreserven parat, wo der Mercedes nahezu am Limit operiert. Obwohl der Stuttgarter im Innenraum zwar messbar lauter ist, fällt der Geräuscheindruck für die Insassen angenehmer aus. Im BMW drängen sich bei hohem Tempo deutlich mehr Reifenabrollgeräusche ins Klangbild.

Beim Thema Ergonomie punktet wiederum der BMW gegenüber dem Mercedes B-Klasse Facelift mit optionalem Head-up-Display und Teleskopdämpfern an der Motorhaube. Dafür sitzen die Mercedes-Passagiere vorn auf Langstrecken deutlich komfortabler als die BMW-Insassen. Im Fond fehlt es dem Daimler dagegen etwas an Oberschenkelauflage.

MOTOR/GETRIEBE

An Kraft mangelt es den zwei Kontrahenten beileibe nicht. Dafür sorgt jeweils ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo mit Direkteinspritzung. Das Mercedes-Aggregat leistet 211 PS, der BMW-Motor 231 PS. Damit sind beide Kandidaten bis zu 240 km/h schnell und passieren die 100-km/h-Marke nach 6,3 (BMW) beziehungsweise 6,7 Sekunden (Mercedes). Üppige 350 Nm Drehmoment kennen wir sonst eher aus der Turbodiesel-Liga, doch sorgen auch die Benziner damit für außerordentlich entspanntes Fortkommen. Daran hat im BMW auch die Achtstufen-Sportautomatik (150 Euro extra) ihren Anteil, die gegenüber dem herkömmlichen Schaltautomaten mit nochmals kürzeren Schaltzeiten glänzt.

Die Kraftübertragung des Mercedes übernimmt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das sich etwa beim Kickdown deutlich mehr Zeit lässt, um die passende Fahrstufe bereitzustellen. Auch geht der Motor nicht ganz so spontan zu Werke wie das BMW-Aggregat. Dafür setzt sich die B-Klasse an der Tankstelle ab: Mit 8,7 Liter Super auf 100 km ist der Bayer im Verbrauch deutlich durstiger als der Mercedes (8,0 Liter). Absolut gesehen sind die Werte angesichts der Leistungsklasse durchaus vertretbar.

Elmar Siepen