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Bilder: BMW 120d

BMW 120d im Vergleichstest

Lang lebe der Hecktriebler! Beim (noch) aktuellen 1er hält BMW fest an der „Standardvariante“ im Fahrzeugbau: Motor vorn, Antriebsräder hinten. Dieses Konzept haben andere Firmen aus raumökonomischen Gründen schon lange über Bord geworfen. Dass aber die bei Puristen so geliebte Version immer noch ihre Daseinsberechtigung hat, wird nach einigen schnell gefahrenen Kurven deutlich. Die von Antriebseinflüssen freie Lenkung setzt exakt das um, was der Fahrer ihr befiehlt. Dabei ist sie leichtgängig, vermittelt aber jederzeit Kontakt zur Fahrbahn. So macht die Landstraße Spaß.

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Der nächste Spaßfaktor ist der Motor. Der BMW hat das kultivierteste Aggregat im Test. Während der zweite Premium-Vertreter dieses Sextetts, der Audi, im kalten Zustand etwas vernehmlicher nagelt, hält sich der Bayern-Diesel zurück. Selbst wenn sich die Nadel des Drehzahlmessers dem schraffierten Bereich nähert, klingt der Vierzylinder unangestrengt – gerade so, als wolle er immer noch ein bisschen weiterdrehen. Würde der Fahrer dem nachgeben, entginge ihm Spaßfaktor Nummer drei: die Schaltung. Die Sechsgangbox des kleinen Münchners ist so exakt, die Schaltwege so kurz, dass man immer weiterfahren möchte.

Hinzu kommt das sportlichstraffe Fahrwerk. Eine geringe Seitenneigung der Karosserie und agile Handlingeigenschaften stehen auf der Haben-Seite. Erkauft wird das mit Einbußen beim Komfort. Der BMW wirkt nervös, die Karosserie kommt auf Straßen zweiter Ordnung nie ganz zur Ruhe. Schläge und Stöße gibt der BMW 120d recht trocken an die Insassen weiter. Allerdings hat die Federung auch bei tiefen Bodewellen und harten Kanten noch genügend Reserven. Der BMW ist etwas für sportliche Fahrer, die Dynamik wollen.

PREIS ALS SPASSBREMSE
Die Brieftasche des potenziellen Käufers sollte allerdings gut gefüllt sein. Schon der Grundpreis ist mit 28.800 Euro nicht günstig. Die Aufpreisliste des kleinen Bayern liest sich zudem ähnlich erfreulich wie ein Steuererbescheid. Im Testwagen waren unter anderem elektrisch einstellbare und beheizte Sportsitze samt Lederausstattung, eine Harman Kardon-Soundanlage, ein beheiztes Multifunktionslenkrad, Navigationsgerät, Regensensor, adaptives Kurvenlicht, Isofix und ein Ablagenpaket für zusammen 6.980 Euro verbaut.

Für zehn Euro mehr gibt es einen Dacia Sandero. Hinzu kommt, dass der Wertverlust beim bald „alten“ 1er in diesem Vergleich am höchsten ist. Das spricht ebenso wenig für den BMW wie das knappe Raum- und Kofferraumangebot. Wer sich dennoch für den BMW 120d entscheidet, bekommt ein qualitativ hochwertiges, ausgereiftes, sportliches und überraschend sparsames Auto mit mustergültiger Bedienbarkeit.

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