Vergleich: Audi TT RS Roadster S tronic gegen BMW Z4 sDRIVE35iS

Hart am Wind

Audi TT RS Roadster und BMW Z4 35iS vertreten unterschiedliche Philosophien des Offenfahrens. Sechster Teil des großen Markenvergleiches zwischen Ingolstadt und München

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Audi und BMW haben einiges gemeinsam. Die bayerische Heimat, den dynamischen Anspruch an ihre Produkte und nicht zuletzt zum großen Teil das gleiche Kundenprofil. Die Argumente, um die begehrte Kundschaft an die Marke zu binden, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Zumindest was die beiden Roadster TT RS und Z4 betrifft.

BMW setzt auf einen längs eingebauten Reihensechszylinder, Heckantrieb und eine weit hinten angeordnete Sitzposition unmittelbar vor der Hinterachse - Roadster-Bau wie aus dem Lehrbuch und zu 100 Prozent BMW. Audi zitiert beim TT mit Allradantrieb und quer eingebautem, aufgeladenem Fünfzylinder die frühe Quattro-Ära.

LEISTUNGSSTARKE TURBOMOTOREN

Vor allem der brachial anreißende Fünfzylinder des Ingolstädters zelebriert jeden Verbrennungstakt derart intensiv, dass jeder, der nur einmal das Gaspedal niedergetreten hat, seiner Faszination erliegt. Schon ab knapp über Leerlaufdrehzahl zerrt der Turbo heiser stampfend mit massivem Druck an allen vier Antriebsrädern. Der legendäre Reihensechser im BMW stürmt dagegen seidig weich seinem Drehzahllimit entgegen und gibt seine bis zu 500 Newtonmeter (Overboost) für einen Turbomotor erfreulich gleichmäßig ab. Die nur über die Hinterräder losbrechenden Kräfte verlangen im Grenzbereich jedoch ein wenig Feingefühl. Das spontane Ansprechverhalten des Motors und die bestechend präzise Lenkung sorgen dann aber für mehr Lust als Frust - und für pures Fahrvergnügen, das über den Gasfuß des Fahrers bestimmt wird.

Der Audi hat einen völlig anderen Charakter. Mit Feingefühl kann man auch ihn bewegen, aber man muss es nicht. Dank des Allradantriebs lässt sich die Power in Kurven schon dort kompromisslos in den Antrieb schicken, wo der BMW Z4 noch zurückhaltend geführt werden will. In den letzten Vergleichstests konnte der TT den Rivalen aus München auf dem Handlingparcours stets hinter sich lassen.

Auch auf vielen anderen Gebieten hat der Audi die Nase vorn. Er bietet nicht nur etwas mehr Bewegungsfreiheit für die beiden Insassen, sondern ist auch durchweg eine Spur besser verarbeitet. Zudem versperrt das Stoffdach, wenn es sich hinter den Sitzen zusammenfaltet, nicht - wie das Metallklappdach des Z4 - den Zugang zum Kofferraum. Der etwas bessere Federungskomfort des Audi rundet die gute Gesamtbilanz ab.
Michael Godde

Teil 2: Fazit und technische Daten

 

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