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Oberklasse-SUVs im Vergleich: BMW X5 vs. Audi Q7, Mercedes ML & VW Touareg

Vier echte Pfundskerle

Fahrdynamik

Hohe Fahrsicherheit mit dem Touareg, starke BMW-Bremsen

In diesem Test muss sich BMW in Sachen Fahrdynamik auch VW geschlagen geben – zumindest in der Kerntugend der Bajuwaren, dem Handling. Das liegt vor allem daran, dass der Touareg  im Grenzbereich spürbar satter liegt und erst spät untersteuert. Dank optimal haftender Eagle F1 SUV von Goodyear folgt der große VW über die angenehm arbeitende und genug Rückmeldung gebende Hydraulik-Lenkung stoisch der vorgegebenen Linie und zieht sein Heck einfach nach – ganz ohne Lastwechselreaktionen. Weil die in wohl dosierter Form für eine schnelle Fahrt durch die Slalomgasse aber hilfreich sind, bleibt dem Touareg hier nur die rote Laterne, in Sachen Fahrsicherheit hält er jedoch die Poleposition. Der X5 hat die gleichen Reifen aufgezogen, lediglich zehn Millimeter schmaler und mit der RunOnFlat-Technik (verstärkte Flanke) versehen. Trotzdem schiebt der BMW bereits früh über die Vorder- und bei provozierten Lastwechseln auch über die Hinterräder und erreicht nicht die hohen Kurvengeschwindigkeiten des Touareg. Das DSC (ESP) ist im Ernstfall jedoch immer zur Stelle und bringt den X5 wieder auf Kurs. Im Mercedes reagiert der elektronische Helfer sogar etwas überambitioniert und greift schon beim kleinsten Haftungsverlust rigoros ein. Trotzdem muss sich der ML sowohl auf dem Rundkurs als auch beim Wedeln durch die Slalomgasse nicht verstecken. Seine Lenkwinkel sind zwar etwas größer, trotzdem zeigt er sich auch dank der aktiven Stabis (Option) erstaunlich flink und fährt auch am Limit ausgesprochen sicher. Sein Schwachpunkt ist das Bremspedal, da der Pedalweg bei hoher Belastung länger wird und die Bremse bereits im Alltag mit nicht optimaler Dosierbarkeit auffällt. Das kann der wuchtige Audi Q7 etwas besser, wobei der 2,4-Tonner mit einem Kaltbremsweg von 38,1 Metern objektiv nicht gerade glänzt. Am besten packen die Stopper im neuen X5 zu, sodass der Bayer aus Tempo 100 bereits nach 36,1 (kalt) respektive 35,9 Metern (warm) wieder steht. Auf das Lob folgt aber der Tadel, und so muss der X5 Kritik für seine zu leichtgängige Lenkung einstecken, die zudem zu wenig Rückmeldung gibt – von einem BMW hätten wir an dieser Stelle mehr erwartet. Auch in Sachen Traktion und Wendekreis macht der X5 der Test-Konkurrenz nichts vor.

FahrdynamikMax. PunkteBMW X5 xDrive30dMercedes ML 350 BlueTEC 4MATICVW Touareg 3.0 TDIAudi Q7 3.0 TDI quattro clean diesel
Handling15075747868
Slalom10049453746
Lenkung10085889087
Geradeauslauf5046484846
Bremsdosierung3022162019
Bremsweg kalt15089827870
Bremsweg warm15091939385
Traktion10083859085
Fahrsicherheit150132135138133
Wendekreis204878
Kapitelbewertung1000676674679647
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Umwelt & Kosten

Günstigster Einstieg in die SUV-Oberklasse mit dem Touareg

53.650 Euro kostet der Touareg mit dem Dreiliter-Diesel und ist damit das günstigste Angebot in diesem Test. BMW verlangt für den neuen X5 xDrive30d der Generation drei fast 6000 Euro mehr – ohne Extras. Ordentlich aufgerüstet und mit vielen Annehmlichkeiten ausstaffiert, sind für die Testwagen aber jeweils mehr als 80.000 Euro fällig, der Mercedes sprengt sogar die 100.000er-Marke. Beschränken wir uns jedoch auf die testrelevanten Extras wie Fahrwerke, Räder und Sitze, rückt das Feld wieder dichter zusammen. Beim Wertverlust liegen die vier Oberklasse-SUV punktemäßig gleichauf. Dank niedrigerem CO2-Ausstoß sparen X5-Fahrer etwas bei der Steuer, auch die jährlichen Wartungskosten liegen im Rahmen dessen, was man für ein Fahrzeug dieser Kategorie einplanen muss – genau wie bei Audi Q7 und VW Touareg. ML 350-Fahrer müssen dagegen ein paar Hunderter mehr für Inspektionen beim Vertragshändler bezahlen, genau wie X5-Interessenten für die Versicherungsbeiträge, wobei der Abstand zum deutlich besser eingestuften VW Touareg den Wert von knapp sechs Tankfüllungen hat. Auch die nur fünfjährige Mobilitätsgarantie des BMW kostet ihn ein paar Zähler im Vergleich zur Konkurrenz (Audi und VW: unbegrenzt; Mercedes: 30 Jahre). Elektrische Fensterheber und Leichtmetallfelgen  sind  in  diesem Segment Standard. Eine hochwertigere Metalliclackierung, die wohl in nahezu 100 Prozent aller Fälle gebucht wird, kostet aber immer noch zwischen 890 (VW) und 1047 Euro (Mercedes). Verhältnismäßig niedrig sind die Kraftstoffkosten des neuen BMW – ein Pro-Argument in Zeiten immer weiter steigender Spritpreise. 

Kosten / umweltMax. PunkteBMW X5 xDrive30dMercedes ML 350 BlueTEC 4MATICVW Touareg 3.0 TDIAudi Q7 3.0 TDI quattro clean diesel
Bewerteter Preis6759695101101
Wertverlust5011111111
Ausstattung2523232323
Multimedia5030302326
Garantie/Gewährleistung5020282828
Werkstattkosten2013111414
Steuer106666
Versicherung4023263028
Kraftstoff5535333331
Emissionswerte2521222122
Kapitelbewertung1000278285290290
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

BMW X5 xDrive30d

PS/KW 258/190

0-100 km/h in 6.20s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 230 km/h

Preis 64.760,00 €

Mercedes ML 350 BlueTEC 4MATIC

PS/KW 258/190

0-100 km/h in 7.30s

Allradantrieb, permanent, 7-Stufen-Automatik

Spitze 224 km/h

Preis 65.343,00 €

VW Touareg 3.0 TDI

PS/KW 245/180

0-100 km/h in 7.10s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 220 km/h

Preis 61.975,00 €

Audi Q7 3.0 TDI quattro clean diesel

PS/KW 245/180

0-100 km/h in 7.90s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 218 km/h

Preis 61.975,00 €