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Audi bis VW: 12 Kompakt-SUV im Megatest

Wer gehört zum alten SUV-Eisen?

DACIA DUSTER

Von der Eleganz und dem Komfortanspruch der meisten seiner Mitbwerber in diesem Vergleichstest ist beim Dacia Duster nur wenig zu spüren. Der Rumäne ist viel mehr klassischer Geländewagen als modernes SUV. Dafür spricht nicht zuletzt sein Allradantrieb, der neben dem Automatik- auch einen „Lock“-Modus mit starrer 50:50-Kraftverteilung zwischen Vorderund Hinterachse bietet.

Zudem lässt sich der Duster auch mit reinem Frontantrieb fahren. Der 1,5 Liter große Turbodiesel des dCi 110 4x4 ist ein recht rauer Geselle. Mit 109 PS ist der Zweiventiler zudem das schwächste Aggregat im Testfeld, was sich in den mäßigen Fahrleistungen niederschlägt. Für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt der Duster als Einziger mehr als zwölf Sekunden.

Und mit einer Höchstgeschwindigkeit von nur 168 km/h ist er zudem der Langsamste, wenn auch nur knapp hinter dem Suzuki SX4 S-Cross (170 km/h). Hinzu kommt beim Duster der mit 7,5 Liter Diesel höchste Verbrauch in diesem Test. Bemerkenswert: Der Dacia hat mit 34,2 Metern den kürzesten Warm-Bremsweg aller Kandidaten.

DACIA DUSTER: DER MIT ABSTAND GÜNSTIGSTE PREIS

Mit einem Grundpreis von 17.890 Euro bleibt der Dacia Duster als einziger Kandidat unter der 20.000-Euro-Grenze. Die dafür gebotene Ausstattung ist ordentlich, allzu große Ansprüche dürfen erwartungsgemäß aber nicht gestellt werden. Zwar zählen beispielsweise Bluetooth-Schnittstelle und USB-Anschluss zum Serienumfang und das per Touchscreen zu bedienende Navigationssystem (180 €) ist sehr günstig zu haben.

Im Segment durchaus gängige Details wie Klimaautomatik, Xenon-Licht, Spurhalteund Spurwechselassistent bietet Dacia allerdings nicht an. Auch in puncto Komfort erreicht der Duster trotz seiner recht gelungenen Fahrwerksabstimmung nicht ganz das klassenübliche Niveau.

So dringen Motor- und Windgeräusche deutlich vernehmbar an die Ohren der Insassen, die zudem auf den weich gepolsterten Sitzen nur wenig Halt finden. Wirklich übel kann man dem Dacia als „ehrlicher Haut“ seine Schwächen nicht nehmen, mehr als der letzte Platz springt dennoch nicht heraus.

FORD KUGA

One Ford, so lautet die Produktstrategie des viertgrößten Autoherstellers der Welt. Das bedeutet, dass ein Ford-Modell weltweit für alle Märkte entwickelt wird. So auch das Kompakt-SUV Kuga, das seit März 2012 als Escape in Nordamerika verkauft wird und ein Jahr später auch zu uns kam. Und hier erfreut sich der Ford großer Beliebtheit, denn der Kuga sieht nicht nur  ott aus, er bietet für die Insassen und deren Gepäck auch viel Platz.

Der 481 bis 1653 Liter große Kofferraum zählt zu den größten im Testfeld. Darüber hinaus punktet der Ford mit seiner umfangreichen Sicherheitsausstattung. Ob Abstandsregeltempomat samt Notbremsfunktion, Assistenten zum Halten und Wechseln der Spur, all dies ist optional erhätlich. Kritik müssen wir allerdings am wenig intuitiven Bediensystem äußern.

Die Mittelkonsole ist überfrachtet mit zahlreichen kleinen Knöpfen, die Menüführung erschließt sich einem erst nach reichlich Übung und das Display liegt zwar gut im Blickfeld, ist aber insbesondere für die Navigationsführung viel zu klein geraten. Abhilfe schaft wohl das kommende Facelift, in dessen Zuge der Kuga wie auch aktuell der überarbeitete Focus einen großen Touchscreen erhalten wird.

DAS TOLLE FAHRWERK KÖNNTE DEUTLICH MEHR MOTORLEISTUNG VERTRAGEN

Seit der ersten Focus-Generation ist die Fahrwerksabstimmung eine anerkannte Domäne der Kölner, und auch im Falle des Kuga kann das Setup überzeugen. Obwohl der Kuga mit knapp 1,8 Tonnen am meisten Gewicht mit sich herumschleppen muss, fährt er sich ungemein agil.

Die direkte Lenkung bietet dem Fahrer ein ordentliches Maß an Rückmeldung und sorgt dafür, dass die Kurbelei am Steuer überschaubar bleibt. Der 140 PS leistende TDCi-Motor kann da nicht ganz mithalten, er hat mit dem hohen Fahrzeuggewicht spürbar zu kämpfen. Vergleichsweise mau fallen deswegen die Fahrleistungen aus, für den Sprint auf 100 km/h benötigt er rund eine Sekunde länger als die gleich starke Konkurrenz.

Beim Verbrauch kommen die zusätzlichen Pfunde ebenfalls negativ zum Tragen: Mit ermittelten 7,4 l/100 km liegt er auch hier im hinteren Bereich. In der Schlussabrechnung ergibt sich damit der achte Platz für den Ford Kuga.

>>Teil 3

Alexander Lidl