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Vergleich Oberklasse-Limousinen: Audi A6, BMW 5er, Jaguar XF und Lexus GS

Das erste WM-Finale

Mit Audi A6, BMW 5er, Lexus GS und Jaguar XF messen sich die weltweit besten Oberklasse-Limousine mit rund 300 PS

Die Luft ist hierzulande dünn in der Oberklasse. Ganz besonders für ausländische Marken, denn Audi, BMW und Mercedes teilen sich den Kuchen im Wesentlichen untereinander auf. Dabei gibt es durchaus attraktive Alternativen. Toyotas Edelmarke Lexus hat im vergangenen Jahr die Neuauflage des GS auf den Markt gebracht, natürlich auch als Hybrid. Damit ist den Japanern ein großer Wurf gelungen – immerhin konnte der Lexus GS 450h die Hybrid-Konkurrenz von Audi, BMW und Infiniti im AUTO ZEITUNG-Vergleichstest bereits hinter sich lassen. Und auch aus England kommt in Gestalt des Jaguar XF ein sehr attraktiver Beitrag für diese Klasse. Doch der Brite ist nicht nur eine äußerst elegante Erscheinung, er ist erstmals auch als Allradler erhältlich. Für Vortrieb sorgt dann ausschließlich ein neu entwickelter Dreiliter-Kompressor-Motor, der stattliche 340 PS leistet. Im Vergleichstest müssen Lexus und Jaguar beweisen, ob sie die Vorherrschaft von Audi und BMW durchbrechen können.

Karosserie

Bei Fahrzeuglängen von rund 4,90 Metern muss keiner der Passagiere in den vier Limousinen Platznot befürchten, dennoch gibt es Unterschiede. Im Vergleich zu den Konkurrenten mangelt es dem recht eng geschnittenen XF etwas an Innenraumbreite, und im Fond stoßen die Insassen wegen der abfallenden Dachlinie am ehesten an den Fahrzeughimmel.

Was Ladekapazität und Variabilität betrifft, liegen Audi, BMW und Jaguar dicht beieinander. Die Volumina betragen zwischen 520 (BMW) und 540 Liter (Jaguar), alle drei Hersteller verlangen für asymmetrisch klappbare Rücksitzlehnen und eine praktische Durchreiche Aufpreis. Der Lexus kann hier in der Hybridversion nicht ganz mithalten, beide Optionen sind für ihn nicht erhältlich. Mit 482 Litern geht sein Fassungsvermögen zwar noch durchaus in Ordnung, dafür mangelt es dem Kofferraum im Alltag an Tiefe.

Soll eine der vier Oberklasse-Limousinen auch als Zugfahrzeug dienen, ist der A6 mit einer maximalen Anhängelast von 2100 kg und dem serienmäßigen Allradantrieb die erste Wahl. Der 535i zieht nur 100 kg weniger, der GS 450h nimmt bis zu 1,5 Tonnen an den Haken. Unverständlich ist dagegen, weshalb es für die XF-Benziner keine Anhängerkupplung gibt.

Auch in puncto Sicherheitsausstattung muss der Brite im Vergleich Federn lassen. Einen Spurhalteassistenten, ein Head-up-Display, die prädikative Crashsensorik oder Nebelscheinwerfer finden sich nicht in der Aufpreisliste. Der Lexus sammelt die meisten Punkte mit serienmäßigen hinteren Seitenairbags und Xenon-Scheinwerfern. Ausschließlich für die beiden deutschen Fabrikate kann der Kunde Reifen mit Notlaufeigenschaften ordern.

Nicht nur bei der Sicherheitsausstattung hat der neue GS die deutschen Premium-Hersteller als Vorbild herangezogen, auch bei der Gestaltung des Innenraums stand offensichtlich der 5er Pate. Das generelle Layout des Armaturenbretts hat große Ähnlichkeit mit dem des BMW, und auch Kleinigkeiten wie die nicht rastenden Blinkerhebel oder der seitlich im Wischerhebel angebrachte Knopf für den Regensensor zeigen klar, wohin die japanischen Entwickler geschielt haben.

Noch nicht ganz haben die Asiaten das Niveau der Deutschen auf dem Gebiet der Verarbeitungsqualität erreicht, hier geben Audi und BMW mit edelsten Materialien und penibler Verarbeitung nach wie vor den Ton an. Zwar schmeichelt der Jaguar den Augen mit einem hochwertigen Armaturenbrett, bei genauer Betrachtung finden sich aber einige weniger wertige Details wie eine nicht ganz sauber ausgeschnittene Heckklappenverkleidung aus Filz.

In puncto Bedienung liegen die Bayern deutlich vor den Importeuren. Dabei gefällt das iDrive-System des BMW mit der kompakteren Bedieneinheit, für die man nach kurzer Eingewöhnung nicht einmal mehr den Blick vom großen, hochauflösenden Monitor abwenden muss, sowie den praktischen Direktwahltasten, die sich mit individuellen Funktionen belegen lassen. Die Tasten des Audi-MMI-Systems lassen sich weniger leicht erfühlen, und einige Features wie die Assistenzsysteme sind – anders als beim BMW – nicht mit Direktwahltasten an- und auszuschalten, sondern in Untermenüs versteckt. Ärgerlich: Die Liste der gespeicherten Radiosender muss bei jedem Neustart erst angewählt werden, da das Radio zunächst alle empfangbaren Radiosender auflistet. Die Hürden des Jaguar-Systems liegen allerdings deutlich höher. Sogar banale Funktionen wie die Einstellung der Sitzheizung erfordert mehrere Bedienschritte anhand des vergleichsweise kleinen Touchscreen-Monitors. Beim Lexus benötigt das Maus-ähnliche Bedienelement etwas Übung und viel Aufmerksamkeit, da man damit einen Mauszeiger über das riesige Display mit seiner tollen Bildschirmauflösung navigieren muss.

KarosserieMax. PunkteAudi A6 3.0 TFSI quattroBMW 535iLexus GS 450hJaguar XF 3.0 Kompressor
Raumangebot vorn10088888778
Raumangebot hinten10080807975
Übersichtlichkeit7034353533
Bedienung/ Funktion10085877768
Kofferraumvolumen10044433946
Variabilität1001210010
Zuladung/ Anhängelast8037383722
Sicherheit15095909674
Qualität/ Verarbeitung200187187184182
Kapitelbewertung1000662658634588
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi A6 3.0 TFSI quattro

PS/KW 310/228

0-100 km/h in 6.00s

Allradantrieb, permanent, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 250 km/h

Preis 62.890,00 €

BMW 535i

PS/KW 306/225

0-100 km/h in 5.50s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 60.450,00 €

Lexus GS 450h

PS/KW 292/215

0-100 km/h in 6.50s

Hinterrad, Leistungsverzweigtes, stufenloses Planetengetriebe

Spitze 250 km/h

Preis 71.800,00 €

Jaguar XF 3.0 Kompressor

PS/KW 340/250

0-100 km/h in 5.70s

Allradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik

Spitze 250 km/h

Preis 55.900,00 €