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Audi A4, Seat Leon, Skoda Octavia, VW Golf, VW Passat - Diesel-Kombis im Test

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Fahrkomfort

Positiv fallen im Bereich Ergonomie die besonders großen Navigationsdisplays von Octavia und Golf auf. Sie glänzen mit hoher Auflösung und bester Ablesbarkeit. Schade, dass der Seat als jüngster Kandidat des Testfelds von dieser Konzerntechnik nicht profitiert und stattdessen mit einem kleineren und schlechter ablesbaren Bildschirm vorlieb nehmen muss. Auch fällt das Ablagenangebot des Spaniers nicht allzu üppig aus – da offerieren der Tscheche und die beiden Deutschen mehr.

Wie man sitzt, so fährt man, vor allem auf Langstrecken. Hier bieten der Seat und der Golf vorn die besten Plätze. Im Leon ST sind es die in der getesteten FR-Ausstattung serienmäßigen Sportsitze. Der gute Seitenhalt und die angenehm straffe Polsterung lassen die Kilometer wie im Flug vergehen. Ähnlich verhält es sich im Golf Variant, dessen „ergoActive“-Sitz samt elektrischer 14-Wegeeinstellung und Massagefunktion (635 Euro) ein Segen für die Rückenmuskulatur ist. Im Fond fühlen sich die Passat-Passagiere am besten aufgehoben. Eine ausreichende Oberschenkelauflage garantiert hier ermüdungsfreies Sitzen. Da kommt der Golf nicht ganz mit. Der Passat ist auch der Kombi, welcher seine Insassen mit dem niedrigsten Innengeräuschpegel verwöhnt, während der Audi das angenehmste Klangbild generiert. Der Mix aus Motor-, Abroll- und Windgeräuschen ist im Audi A4 Avant am nervenschonendsten.

Auf dem zunehmend von Asphaltkaries befallenen Straßennetz kommt der Feder-Dämpfer-Abstimmung eine besondere Bedeutung zu. Hier hinterlässt der Passat Variant dank seiner optionalen adaptiven Fahrwerksregelung DCC (1115 Euro) den besten Eindruck. Egal was ihm unter die Räder kommt, stets filtert er die Bodenunebenheit gekonnt heraus, ohne aber dabei den Fahrer in Unkenntnis über die Fahrbahnbeschaffenheit zu lassen. So soll es sein. Das gelingt dem Golf Variant, ebenfalls mit aufpreispflichtigem DCC-Fahrwerk bestückt (1000 Euro), kaum schlechter. Etwas stärkere Ausfeder- und ausgeprägtere seitliche Karosseriebewegungen beim Überrollen von einseitigen Unebenheiten trüben das Bild nicht nachhaltig. Wie beim Passat verschlechtern sich die Feder- und Dämpfungseigenschaften unter voller Beladung kaum.

Knapp hinter den Wolfsburgern rangiert der Audi, der mit konventionellem Fahrwerk zum Test antritt. Abgesehen von einem etwas deutlicherem Karosseriezittern auf dem Asphaltflickenteppich der Teststrecke und einer im leeren Zustand auf Querkanten etwas überdämpft wirkenden Hinterachse gibt es wenig Grund zur Klage. Der Seat Leon ST, in der getesteten FR-Ausstattung mit Sportfahrwerk bestückt, schneidet besser ab als erwartet: Auf der Autobahn sprechen seine Federelemente zum Beispiel auf Brückenfugen überraschend sensibel an. Auf der Schlechtwegestrecke können die Federn und Dämpfer, die bei ihm wie im Skoda an einer Verbundlenker-Hinterachse montiert sind (A4, Golf und Passat: Mehrfachlenkerachse), die etwa durch hervorstehende Kanaldeckel hervorgerufenen Einfederimpulse nicht so gut abfedern. Wider Erwarten reagiert hier der mit konventionellem Fahrwerk bestückte Skoda noch störrischer und teilt heftige Schläge in Richtung Insassen aus.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf Variant 2.0 TDI BMTSeat Leon ST 2.0 TDISkoda Octavia Combi 2.0 TDIVW Passat Variant 2.0 TDI BMTAudi A4 Avant 2.0 TDI
Sitzkomfort vorn150117117115115116
Sitzkomfort hinten1007274747674
Ergonomie150130130129125126
Innengeräusche503133303635
Geräuscheindruck1007472707584
Klimatisierung503433343441
Federung leer200146139137148142
Federung beladen200144132130146144
Kapitelbewertung1000748730719755762
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Motor & Getriebe

Im Interesse der Chancengleichheit treten alle Kandidaten mit einem Zweiliter-Turbodiesel an. In den Kompaktmodellen arbeitet dessen neueste, 150 PS starke Version. Sie stammt aus dem „modularen Dieselbaukasten“ des VW-Konzerns. Das neue Selbstzünder-Aggregat verfügt im Interesse eines geringeren Kraftstoffverbrauchs zum Beispiel über ein neues Thermomanagement, eine motornahe Abgasreinigung und ein Saugrohr mit integriertem Ladeluftkühler. Die nun wälzgelagerte Ausgleichswelle reduziert die Reibung. Bohrung und Hub blieben gegenüber dem Vorgänger unverändert, lediglich das Verdichtungsverhältnis sank von 16,5 auf 16,0:1. Unverändert blieb auch das Maximaldrehmoment von 320 Nm. Es liegt beim neuen Motor nur länger an: 320 Nm von 1750 bis 3000 statt nur bis 2500 /min. Das längs eingebaute Audi-Aggregat ist älteren Datums und unlängst von 143 auf 150 PS erstarkt. Der quer eingebaute Passat-Motor leistet nur 140 PS.

Wie erwartet fallen denn auch die Fahrleistungen des VW Passat Variant am schwächsten aus. So vergehen 9,9 Sekunden bis zum Erreichen der 100 km/h-Marke. Bei der Höchstgeschwindigkeit übertrifft er den A4 allerdings knapp – 210 zu 208 km/h. Der Bayer ist übrigens der einzige Testteilnehmer, in dem der Motor längs statt quer eingebaut ist. In der Laufkultur liegt er dagegen mit seinen Konkurrenten auf der Höhe der Zeit.

Als Leichtester im Test sprintet der Seat Leon ST mit 8,3 Sekunden am schnellsten auf Landstraßentempo. Die Bestmarke in der Elastizitätsprüfung setzt hingegen der Skoda: 60 bis 100 km/h in 9,9 Sekunden; 80 bis 120 km/h in 11,7 Sekunden. Zugleich ist der Skoda mit einem Testverbrauch von 5,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer der Sparmeister. Der Passat verbucht zwar zusammen mit dem Audi den mit 6,5 Liter höchsten Testverbrauch, sichert sich aber dank seines 70 Liter fassenden Tanks die mit 1076 km größte Reichweite. In Sachen Leistungsentfaltung zeigt der Golf subjektiv den spontansten Antritt und wirkt jenseits der 4000 /min-Marke etwas weniger zugeschnürt als der Seat und der Skoda. Die knackigste Schaltung des Testfeldes besitzt ebenfalls der Golf, während der Skoda eine Spur hakeliger agiert. Im Audi fallen minimal längere Schaltwege auf.

Motor und getriebeMax. PunkteVW Golf Variant 2.0 TDI BMTSeat Leon ST 2.0 TDISkoda Octavia Combi 2.0 TDIVW Passat Variant 2.0 TDI BMTAudi A4 Avant 2.0 TDI
Beschleunigung15011011010999104
Elastizität1007473756674
Höchstgeschwindigkeit1506664656059
Getriebeabstufung1008583828480
Kraftentfaltung503635353435
Laufkultur1005757575759
Verbrauch325275274277258258
Reichweite251717182219
Kapitelbewertung1000720713718680688
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 218 km/h

Preis 29.860,00 €

Seat Leon ST 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 215 km/h

Preis 27.170,00 €

Skoda Octavia Combi 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 216 km/h

Preis 26.465,00 €

VW Passat Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 33.620,00 €

Audi A4 Avant 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.20s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 208 km/h

Preis 36.400,00 €