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Audi A4, Seat Leon, Skoda Octavia, VW Golf, VW Passat - Diesel-Kombis im Test

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Reisen mit reichlich Raum hinter der Rückbank? Dafür bieten die Kombis der VW-Konzernmarken die unterschiedlichsten Konzepte. Fünf Variationen über ein Thema im Vergleichstest

Deutschland einig Kombiland. Autos mit in die Fahrgastzelle integrierten Ladeabteilen erfreuen sich hierzulande größter Beliebtheit. Das hat seinen Grund, schließlich bieten die Familienlaster bekanntermaßen einen hohen Praxisnutzen. Baumarkt, Urlaub oder Dienstreise – Autos mit großer Klappe stecken so einiges weg. Und so dominiert in den meisten Baureihen der Kombi die Zulassungszahlen gegenüber der Limousine. Ein großes Stück vom Zulassungkuchen schneidet sich regelmäßig der VW-Konzern ab. Allein fünf seiner Marken liefern klassische Kombis. Auf der Basis des neuen modularen Querbaukastens (MQB, für Modelle mit quer eingebautem Motor) stehen drei topaktuelle Kombinationskraftwagen: Skoda Octavia Combi, VW Golf Variant und Seat Leon ST. Die Mittelklasse besetzt VW mit dem Kombi-Urmeter Passat Variant.

Im Premium-Segment bringt Audi den A4 Avant ins Spiel, der auf dem modularen Längsbaukasten (MLB, für Modelle mit längs eingebautem Motor) des Konzerns basiert. Passat und A4 sind die beiden ältesten Autos unseres Test-Quintetts. Der Audi debütierte als Kombi bereits 2008 und erhielt Ende 2011 ein Facelift. Der Passat (Baureihenkürzel B7) wurde 2010 der Öffentlichkeit präsentiert und basiert noch auf der „alten“ Quermotor-Plattform (PQ 47).

Karosserie

Nach wie vor bietet der VW Passat Variant das beste Raumgefühl innerhalb des Testfeldes, vorn wie hinten geht es recht großzügig zu. Da zwickt es im Audi A4 Avant schon mehr. Deutlich knapper geschnitten ist der Seat. Starke seitliche Dacheinzüge hinten tragen dazu bei, dass sich die Passagiere hier im Fond beengter fühlen als in den Rivalen. Überraschenderweise bietet er aber hinten wiederum mehr Kniefreiheit als der Golf.

Hinter der Rücksitzbank fällt die Binsenweisheit, nach der Mittelklasseautos größer sind als Kompaktklassewagen, in sich zusammen. Denn hier zeigt der Skoda seine Klasse mit einem Gepäckvolumen, dass selbst das des Passat in den Schatten stellt: 610 bis 1740 Liter (Passat: 603 bis 1731 Liter) sind beinahe Nutzfahrzeugverdächtig. Wie bei den Konkurrenten – mit Ausnahme des Audi – lässt sich gegen Aufpreis eine klappbare Beifahrersitzlehne ordern, was die Variabilität deutlich erhöht. Wen beim Skoda die Stufe zwischen den hinteren Radkästen stört, sollte die Ablage Plus wählen (200 Euro). Sie umfasst einen in der Höhe variabel montierbaren Ladeboden, unter dem die Stufe verschwindet. Was die Zuladung angeht, markiert der Passat mit 602 kg nach wie vor die Spitze. Das gilt auch für die Anhängelast von maximal 1800 kg – 200 kg mehr als die Konkurrenz. Kritik verdient in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass sich alle Hersteller mit Ausnahme von Audi selbst noch ein Gepäcktrennnetz extra bezahlen lassen.

Doch an Bord soll man nicht nur reisen, sondern sich auch wohlfühlen. Da kommt es auf ein gediegenes Ambiente an. Hier prescht der Audi mit den hochwertigsten Materialien und der besten Verarbeitung nach vorn, dicht gefolgt von den gleichauf liegenden VWKombis. In Seat und Skoda findet sich dagegen mehr Hartplastik. Eine etwas wackelige Mittelkonsole trübt das Qualitätsbild des Tschechen ebenso wie teilweise laut polternde Fahrwerksgeräusche auf schlechten Straßen.

In puncto Bedienung erfreuen die Kombis bis auf den Audi mit einer Lehnenfernentriegelung. Dafür kontert dieser mit einer Ölstandskontrolle via MMI-System. Verbesserungsfähig: Das Gebläse der Lüftung muss man beim Ingolstädter erst über eine Taste anwählen, bevor es reguliert werden kann. Auffällig: Wer sein Mobiltelefon mit dem Multimediasystem des Passat koppeln möchte, muss länger als bei der Konkurrenz warten, bis die Verbindung hergestellt ist.

KarosserieMax. PunkteVW Golf Variant 2.0 TDI BMTSeat Leon ST 2.0 TDISkoda Octavia Combi 2.0 TDIVW Passat Variant 2.0 TDI BMTAudi A4 Avant 2.0 TDI
Raumangebot vorn1007268727978
Raumangebot hinten1006060687670
Übersichtlichkeit704038403233
Bedienung/ Funktion1008886898485
Kofferraumvolumen1006460666548
Variabilität1003740353931
Zuladung/ Anhängelast803938384636
Sicherheit1508675838686
Qualität/ Verarbeitung200160143140160165
Kapitelbewertung1000646608631667632
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 218 km/h

Preis 29.860,00 €

Seat Leon ST 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 215 km/h

Preis 27.170,00 €

Skoda Octavia Combi 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 216 km/h

Preis 26.465,00 €

VW Passat Variant 2.0 TDI BMT

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.90s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 33.620,00 €

Audi A4 Avant 2.0 TDI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.20s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 208 km/h

Preis 36.400,00 €