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BMW 1er vs. Audi A3 Sportback & Mercedes A-Klasse: Premium-Kompakte

Zwei gegen 1

Der runderneuerte BMW 116d trifft im Vergleichstest auf die starken Premium-Konkurrenten von Audi und Mercedes. Hat der Münchner das Zeug zum Sieger?

BMW schickt seine gründlich renovierte 1er-Reihe ins Rennen um die Krone im Segment der Premium-Kompakten. Das trotz des bisherigen Verkaufserfolgs auffallend umfangreiche Facelift bescherte dem Münchner im Wesentlichen eine modernisierte Optik  mit eleganteren Scheinwerfern und L-förmigen Rückleuchten, zusätzliche Assistenzsysteme sowie ein überarbeitetes Motorenangebot, das erstmalig auch Dreizylinder-Triebwerke umfasst.

Ob das reicht, um auf die starke Konkurrenz von Audi und Mercedes einen Vorsprung herauszufahren? Diese Frage beantwortet der Vergleichstest, in dem der BMW 116d mit neuem Dreizylinder-Turbodiesel gegen den Audi A3 Sportback 1.6 TDI ultra und den Mercedes A 180 CDI antritt.

KAROSSERIE

So gründlich die Modellpflege beim BMW 1er äußerlich auch ausgefallen ist, im Innenraum deutet nur wenig auf das Facelift hin. Der kompakte Münchner ist ab sofort serienmäßig mit einer Klimaautomatik ausgestattet, und die Blende in der oberen Mittelkonsole rund um das Radio trägt nun eine Klavierlackoptik sowie einige Applikationen in Mattchrom – das war’s. Aufgerüstet hat BMW allerdings in Sachen Sicherheitstechnik.

So stehen für den überarbeiteten 1er unter anderem eine Abstandsregelung sowie ein Parkassistent zur Verfügung, der auch ein automatisches Einparken in Querlücken ermöglicht. Was der Münchner Kompaktreihe bis zur nächsten – mutmaßlich frontgetrieben – Generation erhalten bleibt, ist der relativ eng geschnittene Innenraum.

Gerade hinten zählt der sehr gut verarbeitete BMW nicht unbedingt zu den Größten im Segment. Dafür ist der 1er als einziger im Vergleich mit einer dreiteilig umlegbaren Rückbank (200 Euro) erhältlich. Dadurch sichert er sich einige wertvolle Zähler im Bereich der Variabilität, sodass er das Karosseriekapitel noch vor dem Audi für sich entscheidet.

Das überrascht insofern ein wenig, als dass der A3 Sportback das üppigste Platzangebot bereitstellt. Vorn bietet er am meisten Kopffreiheit, und auch in seinem Fond halten es größere Erwachsene am ehesten auch auf langen Strecken aus. Der größte Kofferraum im Test erhöht den Alltagsnutzwert zusätzlich.

Allerdings ist der A3 1.6 TDI in der hier getesteten ultra-Variante nicht für den Betrieb als Zugmaschine ausgelegt. Eine Anhängerkupplung gibt es für dieses effizienzoptimierte Modell nicht. Die dadurch verlorenen  Punkte  im Wertungskriterium Zuladung/Anhängelast kann er auch durch die hochwertigste Material- und Verarbeitungsqualität nicht wieder ausgleichen.

Den dritten Platz im Karosseriekapitel belegt der Mercedes. Zu seinen Vorzügen zählen die umfangreichste  Sicherheitsausstattung, die serienmäßig einen Müdigkeitsassistenten und einen Abstandswarner umfasst, so wie die makellose Verarbeitung. Das Platzangebot – gerade im engen, durch die kleinen Türausschnitte nur schwer zugänglichen Fond – gehört indes genauso wenig zu den Stärken des Schwaben wie die mäßige Übersichtlichkeit oder der eher kleine Kofferraum. Letzterer ist zudem durch die schmale Ladeluke für sperriges Gepäck nicht sonderlich gut geeignet.

Marcel Kühler