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Wirtschaft: 8 Aufsteiger-Marken im Automarkt Deutschland

Die Aufsteiger

Nissan: Mit dem Zungenbrecher aus dem Tief

Bis in die 90er-Jahre kann Nissan stellvertretend für den Erfolg der Japaner in Deutschland stehen. 1972 als Datsun gestartet, wurden die immer beliebteren Modelle ab 1984 nur noch als Nissan verkauft. Ihren Höhepunkt erlebte die Marke nach der Wiedervereinigung: 1992 verkaufte Nissan in Deutschland allein vom Kompaktwagen Sunny 41.684 Exemplare. Der im gleichen Jahr präsentierte neue Micra wurde als erstes japanisches Fahrzeug zum „Auto des Jahres“ gewählt.

Doch in den 90er-Jahren blieb der Erfolg aus: Die konturlosen Modelle Almera und Primera gerieten in der stark umkämpften Kompakt- und Mittelklasse unter Druck. Mit der dritten Generation des Primera versuchten die Japaner den Befreiungsschlag, doch das Design floppte. Die Einstellung des Primera 2007 bedeutete den Tiefpunkt der Marke in Deutschland.

Schon 1999 hatte Nissan eine Allianz mit Renault geschlossen. Durch gemeinsame Plattformen konnten die Japaner und Franzosen Milliarden Euro einsparen und flexibler produzieren. In Europa setzte Nissan schließlich alles auf einen Crossover mit Zungenbrecher-Namen, den Qashqai. Das von vielen Experten zuerst kritisch beäugte Modell wurde ein großer Erfolg. In Deutschland war der Qashqai 2014 das beste Import-SUV, auf das knapp 40 Prozent aller Nissan-Verkäufe entfielen. Und die Japaner legten nach: So war der außergewöhnlich gestylte Juke eines der ersten SUV im Kleinwagensegment.

Zudem setzte Nissan im Gegensatz zu anderen japanischen Wettbewerbern schon früh auf emotionale Modelle: Der 370Z steht wie seine Vorgänger für bezahlbare Sportcoupés, und der GT-R braucht sich vor europäischen Spitzensportlern nicht zu verstecken. Auch beim Thema Nach- haltigkeit hat Nissan einiges zu bieten: Der bereits seit 2010 gebaute Nissan Leaf ist das bis heute weltweit meistverkaufte Elektroauto.

Markus Bach