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Diesel-Skandal: VW-Absatz USA bricht ein

US-Kunden kaufen weniger VW

Im November 2015 verkaufte Volkswagen in den USA ein Viertel weniger Autos als im Jahr zuvor, der Einbruch der Verkaufszahlen steht in direktem Zusammenhang mit dem Emissions-Skandal.

Dass der November 2015 für Volkswagen in den USA kein Zuckerschlecken werden würde, war Experten schon länger klar. Nachdem die Wolfsburger im Oktober noch auf Vorjahresniveau unterwegs waren, schlagen die Auswirkungen des Abgas-Skandals nun mit voller Kraft auf die Verkaufszahlen durch. Mit einem Absatz von 23.882 Einheiten lagen die Wolfsburger nicht nur mehrere tausend Fahrzeuge unter ihrem Durchschnitt, auch im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich ein geradezu dramatischer Rückgang um 24,72 Prozent. Damit fehlen den Wolfsburgern rund ein Viertel der üblichen Verkaufszahlen und es spricht wenig dafür, dass VW in Nordamerika schnell zurück in die Erfolgsspur findet. Neben einer gewissen Kaufzurückhaltung der Amerikaner trägt auch der Verkaufsstopp für alle Diesel-Modelle mit Vier- und Sechszylinder-Motor zum deutlichen Absatzrückgang bei, schließlich waren die Modelle mit 2.0 TDI und 3.0 TDI-Triebwerk in den USA ein wichtiger Bestandteil der Verkaufszahlen. Mit den als besonders sparsam und sauber vermarkteten Dieseln konnten sich die Wolfsburger von den Angeboten amerikanischer und japanischer Hersteller abgrenzen, doch dem Image der vor allem in Europa beliebten Selbstzünder wurden durch die aktuellen Enthüllungen der US-Umweltbehörde EPA einige tiefe Kratzer verpasst.

Mehr zum Thema: Chronologie des VW Abgas-Skandals

US-Kunden strafen Volkswagen im November 2015 ab

Neben Volkswagen sind auch die Konzerntöchter Porsche und Audi von den Problemen in den USA betroffen, wenn auch in erheblich geringerem Umfang. Porsche vermeldete einen Rückgang um 5,3 Prozent, Audi konnte dem Verkaufsstopp aller Dieselmodelle zum Trotz eine Steigerung um 0,4 Prozent realisieren und bewegt sich damit auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Insgesamt wuchs der US-Automarkt im November 2015 um 1,4 Prozent, seit Beginn des Jahres wurden 5,4 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum verkauft. Damit befindet sich der US-Markt weiterhin auf Kurs und könnte den bisherigen Verkaufsrekord von 17,35 Millionen Autos aus dem Jahr 2000 übertreffen – dem voraussichtlich schwachen Finale von Volkswagen zum Trotz. Der US-Markt gehört schon lange zu den Sorgenkindern der Wolfsburgern, der Absatz in Europa und Asien spielt für Volkswagen traditionell eine deutlich größere Rolle. Die weltweiten Verkaufszahlen für den November 2015 wird VW in den kommenden Tagen veröffentlichen.

Bildergalerie starten: VW-Probleme in den USA trotz US-Modellen

Benny Hiltscher