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Das VW-Image leidet stark unter dem Diesel-Skandal

Marken-Image benötigt Politur

Der Diesel-Skandal wirkt sich negativ auf das Image und damit den Markenwert von Volkswagen aus. Neue Aussagen von VW-Mitarbeiter belasten Entwicklungschef Ulrich Hackenberg.

Der Abgas-Skandal hat dem Markenwert von Volkswagen in Berechnungen der Unternehmensberatung Interbrand massiv geschadet. In der am Montag veröffentlichten jährlichen Rangliste der wertvollsten Marken sank der von Interbrand ermittelte Wert für Europas größten Autobauer um neun Prozent auf gut 12,45 Milliarden Dollar (11,1 Mrd Euro). Vor Bekanntwerden der Tricks bei Diesel-Abgasen sei man noch von einem Zuwachs von zehn Prozent ausgegangen, teilte Interbrand mit. Im Ranking der wertvollsten Marken der Welt rutschte Volkswagen dadurch vom 31. auf den 35. Platz ab. Bei der ebenfalls betroffenen Konzernmarke Audi sehen die Experten immer noch ein Plus beim Markenwert von fünf Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar, wodurch sie sich um einen Platz auf den 44. Rang verbessert.

VW: Marken-Image leidet unter Diesel-Skandal

Einem Zeitungsbericht zufolge haben mehrere Mitarbeiter des VW-Konzerns gestanden, an Software-Manipulationen zur Verbesserung des Emissionsverhaltens im Prüfstandsbetrieb beteiligt gewesen zu sein. Die Ingenieure hätten bei Befragungen ausgesagt, 2008 die Schadsoftware installiert zu haben, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die interne Revision des Autobauers. Die Aussagen belasten vor allem Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. VW wollte den Bericht allerdings nicht kommentieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte den Konzern zu einer raschen Aufklärung des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen auf. "Ich hoffe, dass VW jetzt schnell die notwendige Transparenz herstellt und die Dinge aufarbeitet", sagte Merkel dem Deutschlandfunk. Die vor gut zwei Wochen bekanntgewordene Affäre um manipulierte Abgas-Tests bei Dieselfahrzeugen sei «natürlich ein einschneidendes Ereignis, das nicht gut ist", sagte die Kanzlerin.

Im Überblick: Alle Hintergründe zum VW Diesel-Skandal

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» geht der VW-Aufsichtsrat von einem weitaus größeren Kreis an Mitwissern aus als bisher angenommen. "Die These, alles sei nur das Werk von ein paar kriminellen Entwicklern, ist nicht haltbar", zitierte das Blatt aus dem Kontrollgremium. Der Konzern habe "systematisch Kunden und Behörden getäuscht". Der Aufsichtsrat dränge Müller dazu, rasch in die USA zu reisen und dort Reue zu zeigen. An diesem Dienstag spricht der neue VW-Chef Matthias Müller in Wolfsburg erstmals zu den Beschäftigten, tags darauf steht die nächste Krisensitzung des Aufsichtsrates auf dem Programm. Als genüge dies nicht, muss am Donnerstag der US-Chef von VW, Michael Horn, im US-Kongress Rede und Antwort stehen.

dpa/az