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DAkkS/TÜV/Dekra/GTÜ: Prüfern droht Entzug der Zulassung

Prüfgesellschaften suchen Lösung

Nach Angaben von "Spiegel Online" wirft die Deutsche Akkreditierungsstelle in Berlin, TÜV, Dekra und GTÜ Fehler bei den Hauptuntersuchungen vor. DAkkS hat in einer Stellungnahme eine einvernehmliche Lösung zwischen allen Seiten nicht ausgeschlossen.

Laut einem aktuellen Bericht von "Spiegel Online" steht den Prüforganisationen TÜV, Dekra und GTÜ ein handfester Skandal ins Haus. Dem Nachrichtenmagazin liegt angeblich ein Bericht vor, in dem die DAkkS, die Deutsche Akkreditierungsstelle, die Akkreditierung für die genannten Organisationen ausgesetzt hat. Laut einem internen Dokument der DAkkS haben Prüfer von TÜV, Dekra und GTÜ ihre Arbeiten mit Messgeräten nicht nach Vorschrift dokumentiert. Laut "Spiegel Online" wurden die Prüforganisationen bereits über die Vorwürfe und den Entzug der Akkreditierungen informiert. Das Vorgehen der DAkkS ist von hoher Brisanz: Mit Bestandskraft der Bescheide über den Entzug der Akkreditierung, müssen auch die Behörden der Länder aktiv werden und der Empfehlung der DAkkS folgen. Prüfer aller drei Prüforganisationen TÜV, Dekra und GTÜ würden somit ihre Anerkennung verlieren und das System der Hauptuntersuchung gänzlich infrage stellen.

Zuverlässige Hauptuntersuchungen nicht gewährleistet

Laut "Spiegel Online" wurden die Verkehrsminister der Länder durch DAkkS-Chef Norbert Barz bereits im Sommer darüber informiert, dass zuverlässige Hauptuntersuchungen nicht mehr gewährleistet werden können. Prüfer von TÜV, Dekra und GTÜ hätten Messgeräte eingesetzt, die nicht den Vorgaben und Anforderungen entsprechen und das in "erheblichem Umfang". Die Prüforganisationen TÜV, Dekra und GTÜ wiesen die Vorwürfe in einer gemeinsamen Erklärung zurück.

Update: Die DAkkS erklärte in einer am 26. Dezember 2015 veröffentlichten Stellungnahme, die Akkreditierungen aller Überwachungsorganisationen seien am 10. Dezember ausgesetzt worden. Allerdings seien diese Bescheide noch nicht "bestandskräftig". Über die drohende Aussetzung habe man die beteiligten Akteure bereits im Sommer unterrichtet und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. "Die Tüv-Unternehmen gehen davon aus, dass unter allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung erzielt wird, so dass eine Hauptuntersuchung in Werkstätten auch in Zukunft nicht infrage gestellt ist", erklärte der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV). Es gehe ausschließlich um Änderungen auf EU-Ebene und die Umsetzung von europäischen Vorgaben in Deutschland. Es gehe "explizit nicht um die Messgenauigkeit".  Auch ein Sprecher der Prüforganisation Dekra betonte, der Bescheid der Akkreditierungsstelle beziehe sich nicht auf eine nicht ordnungsgemäße Prüfleistung, sondern ausschließlich auf eine vermeintlich nicht vollständige Dokumentation von geeichten Prüfgeräten.

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Andreas Rogotzki