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Tesla Model S Autopilot: Gutachten (Update)

Gutachten warnt vor Autopilot

Nach der Prüfung des Tesla Model S durch das Bundesverkehrsministeriums, kam das Gutachten zu dem Schluss, dass das Tesla Model S eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" darstellt. Wird der Stromer in Folge des tödlichen Unfalls nun aus dem deutschen Verkehr gezogen?

In Deutschland ist die Katze nun aus dem Sack: Das neue Gutachten der Bundesanstalt für Straßenwesen sieht in dem Autopiloten des Tesla S demnach eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" und fordert im gleichen Atemzug, dem Elektroauto seine Zulassung für den deutschen Straßenverkehr zu entziehen. Das für das Bundesverkehrsministerium angefertigte Gutachten setzt Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit seiner dringlichen Forderung nun unter Zugzwang. 3000 Tesla-Limousinen des Model S wären in Deutschland derzeit davon betroffen. Dobrindt müsste demnach die Stilllegung des Fahrzeugtyps auf nationaler Ebene anordnen. Als Kernproblem des Tesla Model S habe sich nach Tausend gefahrenen Testkilometern der umstrittene Autopilot herausgestellt, der nach dem tödlichen Unfall in den USA in den Fokus des Bundesverkehrsministeriums gerückt war. So soll dieser laut Gutachten auf einer Autobahn-Testfahrt die gelben Hilfslinien ignoriert haben, die für gewöhnlich an Baustellen eine veränderte Streckenführung anzeigen. Stattdessen sei er weiterhin unbeirrt den darunter liegenden weißen Linien gefolgt – mehr als nur ein kleiner Fehler, sondern tatsächlich eine große Gefahr. Fielen Markierungen auf Straßen gänzlich weg, folgte das Tesla Model S dem vorderen Auto, zog aber in Orientierung daran auch nach links und rechts und ignorierte dabei Autos, die unmittelbar neben ihm fuhren. Ohne Eingreifen der Prüfer wäre es hier zur Kollision gekommen. Des Weiteren decken die Sensoren des Autopiloten, die die Nebenspur vor einem Überholvorgang prüfen, nur einen Bereich von 40 Meter nach hinten ab, was auf deutschen Autobahnen allerdings nicht ausreicht. Als ein Test-Tesla auf die linke Spur ziehen wollte, obwohl sich dort ein Auto näherte, habe der Prüfer der Bundesanstalt für Straßenwesen einiges an Kraft aufwenden müssen, um gegen den Computer anzusteuern.

Mehr zum Thema: Tesla Model S im Test

Tesla Unfall mit Autopilot (Video):

 

Deutsches Gutachten warnt vor Autopilot im Tesla Model S

Die Ermittlungen im Falle des Autopilot-Unfalls mit dem Tesla Model S, die der deutschen Untersuchung vorraus gingen, nehmen indessen Fahrt auf. Den aktuellsten Erkenntnissen zufolge fuhr der Wagen schneller als erlaubt. Die ausgelesenen Fahrzeugdaten zeigen, dass das Elektro-Auto mit rund 119 km/h unterwegs war, während auf dem Streckenabschnitt nur 105 km/h erlaubt sind. Der tödliche Unfall rückte die Frage nach der Sicherheit des Tesla Model S mit Autopilot in ein neues Licht, sodass wenige Wochen nach dem fatalen Unfall auch deutsche Behörden begannen, sich damit zu beschäftigen, wobei ein schwerer Vorwurf im Raum stand: Hat Tesla mit der Einführung des Autopilot genannten Assistenzsystems im vergangenen Herbst Funktionen integriert, für die es keine formale Typgenehmigung und daher auch keine der vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen gab? Diesen Vorwurf stellten auch "Spiegel" und  die "Süddeutsche Zeitung" in ihren damaligen Ausgaben in den Raum, weshalb die Typzulassung des Tesla Model S von den deutschen Behörden überprüft wurde. Der Autopilot ist seit einigen Tagen im Kreuzfeuer der Kritik, nachdem in den USA ein tödlicher Unfall mit einem Model S passiert ist. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass der Fahrer in den Sekunden vor dem Zusammenstoß mit einem kreuzenden Lkw nicht bei der Sache war und dem Auto die Steuerung überlassen hat. Die Technik des Tesla Model S erkannte den Lkw offenbar nicht als Gefahr und fuhr ungebremst in den hellen Anhänger.

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Tödlicher Autopilot-Unfall im Tesla Model S

Neuesten Berichten zufolge hat die zuständige Florida Highway Patrol im verunfallten Tesla Model S einen portablen DvD-Player entdeckt. Der DvD-Player könnte die Annahme unterstützen, der Fahrer des Tesla Model S habe während der Fahrt einen Film geschaut. Die Theorie unterstützt auch der Bericht eines Augenzeugen: Der LKW-Fahrer will aus dem Wrack den Soundtrack eines Harry-Potter-Films gehört haben. Ein anderer Zeuge hingegen hat zur Aussage gebracht, keinerlei Töne aus dem verunfallten Tesla Model S gehört zu haben. Auch die Frage, ob der DvD-Player zum Unfallzeitpunkt überhaupt aktiv war, konnte bislang nicht beantwortet werden. Autohersteller Tesla betonte zwischenzeitlich, dass es nicht möglich sei, während der Fahrt auf dem Display des Tesla Model S einen Film zu schauen. Bleibt also weiterhin die Frage, warum der Autopilot des Tesla Model S den LKW-Anhänger nicht erkannt und den Zusammenstoß deshalb nicht verhindert hat. Tesla vermutet, dass der Autopilot die helle Fläche des LKW mit einem Verkehrsschild verwechselt hat. Der Unfall zwischen dem Tesla Model S und dem LKW-Anhänger ereignete sich bereits im Mai 2016. Der Fall wurde aber erst vor kurzem bekannt, als die US-Verkehrsaufsicht angekündigt hatte, den Tesla-Autopiloten zu überprüfen. Grund für den Zusammenstoß waren angeblich die Kameras des Tesla, die den weißen LKW-Anhänger nicht vom hellen Himmel (oder Verkehrsschild) unterscheiden konnten. In einem Eintrag auf dem firmeneigenen Blog nahm Tesla bereits Stellung zu dem Unfalltod: Dort wird erklärt, dass der LKW kurz vor dem Unfall die Straße überquert habe. Weder der Autopilot noch der Fahrer des Tesla hätten den LKW erkannt, da keine Bremse betätigt wurde. Allerdings weist Tesla im Blog-Eintrag auch ausdrücklich darauf hin, dass der Betrieb des Autopilots die Aufmerksamkeit des Fahrers nicht ersetzen könne und seine Hände nach wie vor das Steuer umfassen sollten. Außerdem sei der Autopilot standardmäßig deaktiviert und müsse erst vom Fahrer in Betrieb genommen werden, der jedoch mehrere Warnsignale erhielte, weiterhin die Hände am Steuer zu halten. Der Tesla-Autopilot kann angeblich selbstständig beschleunigen, bremsen, die Spur halten, und Objekten ausweichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern.

Mehr zum Thema: Vorfall mit Tesla-Autopilot

 

Lena Reuß/Alexander Koch/Benny Hiltscher