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Tempo 30 in der Stadt (Update)

ADAC hält Tempo 30 für falsch

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert Tempo 30 auf vielbefahrenen Hauptstraßen. Die Maßnahme soll die umweltschädlichen Stickoxid-Werte, die durch Diesel-Fahrzeuge verursacht werden, senken. Der ADAC hält die Forderung für falsch.

Kaum ist die blaue Diesel-Plakette für’s Erste vom Tisch, machen Alternativ-Vorschläge zur Senkung von Stickoxid-Emissionen in Ballungsräumen die Runde. Die aktuellste Idee: Ein neues Tempolimit. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) verlangt Tempo 30 auf allen vielbefahrenen Hauptstraßen. Nachdem ursprünglich die blaue Plakette dafür vorgesehen war, ältere Diesel-Fahrzeuge aus Stickoxid-belasteten Innenstädten fernzuhalten, müssen die Abgas-Werte aus Sicht der Umweltschützer nun anderweitig gesenkt werden. Das Tempolimit von 30 km/h wäre für sie die beste Möglichkeit – Verkehrsfluss hin oder her. Vorerst gilt die Forderung des BUND nur für die Hauptverkehrsachsen in Berlin, im Speziellen für die Bereiche Alt-Friedrichsfelde, Alt-Moabit, Badstraße, Hermannstraße, Leipziger Straße, Sonnenallee und Tempelhofer Damm. Laut ADAC ist ein generelles Tempo 30 jedoch nicht erforderlich, um den Schadstoffausstoß von Autos einzudämmen und so die Luftqualität zu verbessern. Dem Automobilclub zufolge könnten auch Dieselautos mithilfe moderner, sauberer Technologie niedrige NOx-Emissionen erreichen.
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Die Debatte zur blauen Plakette im Video:

 

BUND fordert Tempo 30 in der Stadt

Wenn sich das Tempo 30 an den Berliner Hauptstraßen durchsetzt, könnte es bald zu einem Beispiel für die ganze Republik werden. Schließlich hat nicht nur Berlin mit erhöhten Stickoxidwerten durch Diesel-Fahrzeuge zu kämpfen, auch die meisten anderen deutschen Großstädte wie Hamburg, Köln oder München sind von der Problematik betroffen. Die Chancen für den BUND, Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen durchzusetzen, stehen gar nicht schlecht: Zu Beginn des Jahres konnte ein Berliner durch eine Klage wegen Überschreitungen der Stickoxid-Grenzwerte vor Gericht ein Tempolimit von 30 km/h direkt vor seiner Haustür bewirken – an der vierspurigen Berliner Allee. Dieser Präzidenzfall für Tempo 30 an Hauptstraßen zeigt, dass auch der BUND Recht bekommen könnte, wenn es zu einem Gerichtsverfahren käme – und genau das haben die Umweltschützer vor, wenn der Berliner Senat die Forderung zurückweist. Erst vor ein paar Monaten war ein generelles Tempolimit von 30 km/h in geschlossenen Ortschaften im Gespräch. Damals wurde dies von Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, als "unnötige Gängelung" der Autofahrer kritisiert. Eine Ausweitung von Tempo-30-Zonen ist jedoch durchaus denkbar. Aus dem Grund hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt angekündigt die bürokratischen Hürden für Tempolimits abbauen zu wollen.

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Lena Reuß