Stauprognose: ADAC schlägt Alarm - Streckennetz 2025 überlastet

Viel Verkehr auf deutschen Autobahnen

Stauprognose: Der ADAC schlägt Alarm. Bis 2025 werden sich die Belastungsprobleme auf deutschen Autobahnen deutlich verschärfen

Auf Deutschlands Autobahnen steigt laut einer ADAC-Studie die Staugefahr wegen überlasteter Abschnitte. Die Strecken mit mangelhafter Qualität dürften bis 2025 auf bundesweit 2000 Kilometer wachsen, wie der Autofahrerclub am Donnerstag in Berlin mitteilte. Vor zwei Jahren waren dies laut Studie noch rund 1600 Kilometer des insgesamt knapp 13.000 Kilometer langen Netzes.

Beeinträchtigungen drohten auch den Autobahnen 1 bis 9 als zentralen Fernverkehrsadern. Der ADAC forderte Investitionen vor allem in den drei- oder vierspurigen Ausbau wichtiger Teilstücke (hier geht's zum aktuellen Staumelder!).

Stauprognose: Besonders im Süden wird's schlimmer

Für die Einstufung der Verkehrsqualität von Autobahnabschnitten berechnete das Institut Intraplan Consult für den ADAC unter anderem Daten aus Verkehrszählungen, zur Zahl der Spuren und Fahrgeschwindigkeiten.

Stark verschärfen dürften sich Überlastungsprobleme in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, erläuterte der ADAC. In Niedersachsen drohe sich die Zahl überlasteter Abschnitte zu verdoppeln. Nordrhein-Westfalen, das schon jetzt am stärksten unter Staus leide, werde auch künftig mit Abstand am stärksten betroffen sein.

Im vergangenen Jahr wurden auf den Autobahnen laut ADAC 189.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 450.000 Kilometern gezählt.

Sowohl im Vergleichsjahr 2010 wie im Prognose-Jahr 2025 sind demnach 70 Prozent des Netzes als mindestens befriedigend einzuschätzen. Bei der Vorausschau wurde dabei unterstellt, dass mehrere geplante Ausbauprojekte umgesetzt werden.

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"Der Bund muss deutlich mehr Finanzmittel zur Verfügung stellen und seiner Verantwortung für die Bundesfernstraßen gerecht werden", sagte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker.

Investiert werden müsse gezielt in Projekte mit dem größten Nutzen für das Verkehrssystem und die Volkswirtschaft. Auch die Verkehrsminister von Bund und Ländern beklagen, dass Milliarden zur Modernisierung der Verkehrswege fehlen.
dpa/az