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Porsche 911 R: Ausverkauftes Spekulationsobjekt

911 R für über 1,2 Mio. angeboten!

Der Porsche 911 R war schneller verkauft als man "Sportwagen" sagen kann. Das führte dann auch folgerichtig zu einer sofortigen Wertsteigerung des begehrten Sportlers. Teilweise nahm es aber absurde Züge an.

Der Porsche 911 R war noch nicht einmal vorgestellt, da waren auch schon alle 991 Exemplare verkauft. Knapp 1000 Menschen haben also die Katze im Sack gekauft. Weil sie Porsche vertrauen. Weil sie die ersten sein wollten. Oder weil sie knallharte Spekulanten sind, deren Herz nicht an der Marke Porsche oder an Autos im Allgemeinen hängt, sondern die das Luxusblech vielmehr als Geldmaschine ansehen, die möglichst gewinnbringend gleich wieder verkauft werden soll. Natürlich war klar, dass der Porsche 911 R zum Sammlerstück wird. Auch völlig klar, dass mit diesem Hype spekuliert werden würde. Das ist eben die Crux mit der künstlichen Verknappung. Sie ruft die Finanz-Hyänen und das versammelte Spekulantentum auf den Plan. In Zeiten von Nullzinsen, schwankender Goldpreise und Schrottimmobilien scheint das fast noch legitim, wären da nicht diese absoluten Mondpreise verlangt worden. Auf dem Portal mobile.de tauchten schon vor dem offiziellen Auslieferungsstart Angebote für den Porsche 911 R auf, die sich zwischen 745.000 und 1.25 Millionen Euro bewegten. Bei Porsche selber war der Verkaufspreis mit unter 190.000 Euro angegeben.

Bildergalerie: Der Porsche 911 R begeistert Puristen

Wucher-Angebote zum Porsche 911 R wieder verschwunden

Bei dieser finanziellen Diskrepanz von einer Preisexplosion zu sprechen, mutet ja fast noch euphemistisch an. Vielmehr könnte man von einem thermonuklearen Preisschlag sprechen oder von einer Kernschmelze im Geldbeutel der leer ausgegangenen Porsche-Aficionados. Gelistet als "unfallfreies Gebrauchtfahrzeug", warteten die beiden Angebote auf besagte Hardcore-Fans des Porsche 911 R. Natürlich wird so ein 1.25 Millionen Euro-Porsche bestenfalls nach einem halben Jahr Wartezeit übergeben, dann wenn der Erstbesitzer seinen Spaß am Auto hatte. Mittlerweile sind die beiden Wucher-Angebote wieder von der Online-Plattform verschwunden, möglicherweise auf Betreiben von Porsche.

Mehr zum Thema: Der Porsche 911 R auf dem Genfer Autosalon 2016

 
Michael Strathmann