Die aktuellen Pkw-Neuzulassungen des KBA in Flensburg

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Pkw-Neuzulassungen 2015: Automarkt

Trends, Gewinner & Verlierer

Die vier wichtigsten Trends bei den Pkw-Neuzulassungen: Diesel, SUV, Premium und Nischenmarken! Und: Trotz Abgas-Skandal und weltweiter Krisen entwickelte sich der Automarkt im letzten Jahr positiv.

Wer die Schlagzeilen des vergangenen Jahres Revue passieren lässt, müsste für die Bilanz des deutschen Automarkts 2015 eigentlich das Schlimmste befürchten: einbrechende Neuzulassungen! Eine Krise löste die andere ab – von Griechenland über die Flüchtlinge bis zum Ende des China-Booms. Dazu kam der Abgas-Skandal, der nicht nur den VW-Konzern zutiefst erschütterte, sondern auch den Diesel insgesamt in Frage stellte. Doch denkste: Die deutschen Autokäufer zeigten sich davon laut Statistik unbeeindruckt: 3,2 Millionen Neuzulassungen in 2015 bedeuten ein ordentliches Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lässt man das Jahr der Abwrackprämie beiseite, sind es die meisten Pkw-Neuzulassungen seit 2006. Der Dezember lag mit 247.355 Fahrzeugen und einem Zuwachs von 7,7 Prozent sogar noch deutlicher über dem Vorjahreswert. Der Wermutstropfen bildet sich aus dem privaten Sektor: Der Anteil der privaten Neuzulassungen ging im Gesamtjahr auf satte 34,2 Prozent zurück.

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Neuzulassungen, Trend 1: Diesel-Interesse ungebrochen

Angesichts der scharfen Kritik an den Dieselmotoren, die viele selbsternannte Experten im Zuge des Abgas-Skandals äußerten, mag man es kaum glauben: Die Deutschen wählten 2015 sogar noch häufiger den Selbstzünder. So kamen rund 85.900 Diesel-Fahrzeuge mehr auf die Straßen als im Vorjahr. Ihr Marktanteil bei den Pkw-Neuzulassungen stieg auf 48 Prozent. Der Erfolg der Selbstzünder ist vor allem auf die niedrigen Kraftstoffpreise zurückzuführen, die 2015 das dritte Jahr in Folge gesunken sind. Ein Liter Diesel kostete zeitweise weniger als einen Euro. Solch niedrige Spritpreise machten auch den alternativen Antrieben das Leben schwer: Zwar stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos und Hybriden um 27,9 Prozent, doch insgesamt 45.993 Fahrzeuge bedeuten nur einen Marktanteil von 1,4 Prozent. Bei den Autos mit Erd- oder Flüssiggasantrieb sieht die Bilanz mit einem Minus von rund einem Drittel noch schwieriger aus.

Statistik: Zulassungen nach Antrieb

Trend 2: Nischenmarken gewinnen

Das anhaltende Interesse an SUV-Modellen sorgte für ein ordentliches Plus der Geländewagen- Marken: Der koreanische Hersteller SsangYong etwa konnte seine Neuzulassungen in Deutschland um 129 Prozent steigern. Großen Anteil an dem Verkaufserfolg hatte der im Juni 2015 eingeführte Tivoli, das erste Mini-SUV der Marke. Auch Jeep profitierte von einem neuen Modell: Das in Italien gefertigte Mini-SUV Renegade entwickelte sich mit 5263 Neuzulassungen zum Bestseller der Traditionsmarke. Land Rover erzielte sein Plus von 24,1 Prozent durch die Erneuerung beinahe der gesamten Modellpalette. Auf das im Februar 2015 eingeführte neue Einstiegsmodell Discovery Sport entfielen 2819 Neuzulassungen. Eine weitere Nischenmarke überzeugte 2015, obwohl sie noch kein SUV im Angebot hat: Tesla konnte seine Neuzulassungen mit 1582 E-Mobilen fast verdoppeln – trotz des nur mühsam in Schwung kommenden Markts für Elektroautos.

Statistik: Nischenmarken mit satten Zuwächsen

Trend 3: SUV-Boom hält an

Nicht nur die Geländewagen-Marken sorgten für einen anhaltenden Erfolg der Offroader. Die SUV erobern immer weitere Segmente: Obwohl die Kompaktmodelle beständig zulegten, waren 2015 die Mini-SUV auf Deutschlands Automarkt die stärksten Gewinner: Der Opel Mokka etwa erzielte mit 31.037 Zulassungen ein Plus von 12,1 Prozent. Der Renault Captur verbuchte mit 16.303 Einheiten sogar einen Zugewinn von 18,9 Prozent. Erfolgreichstes SUV blieb der kompakte VW Tiguan, der aufgrund des Modellwechsels aber 4,8 Prozent einbüßte. Insgesamt kamen die SUV 2015 auf einen Rekord-Marktanteil von 18,7 Prozent.

Statistik: SUV-Neuzulassungen 2015

Trend 4: Premium legt weiter zu

Neben der Begeisterung der Deutschen für die SUV bleibt auch das Interesse an Premiummodellen ungebrochen: Deren Pkw-Neuzulassungen stiegen mit 6,1 Prozent deutlicher als der Gesamtmarkt. 941.159 Fahrzeuge bedeuten, dass fast jedes dritte in Deutschland neu zugelassene Auto von einer Premiummarke stammt. Da wundert es nicht, dass sich unter den vier erfolgreichsten Herstellern Mercedes, Audi und BMW befinden. Die Stuttgarter entschieden das Premium-Duell mit einem Plus von 5,3 Prozent für sich. Doch auch die kleineren Luxuslabels wie Volvo, Porsche, Jaguar und Lexus konnten zweistellige Zuwächse verzeichnen. Die Deutschen haben 2015 also nicht nur mehr, sondern auch teurere Fahrzeuge gekauft.

Statistik: Premium-Neuzulassungen 2015

Platz Marke Jan.-Dez. 2015 Marktanteil in % % zum Vorjahr Dezember 2015
 1 Volkswagen 685.669 21,4 4,4 50.887
 2  Mercedes 286.883  8,9 5,3 20.456
 3  Audi 269.047  8,4 3,7 16.342
 4  BMW 248.565  7,8 4,3 22.532
 5  Opel  229.352  7,2 4,7 18.811
 6  Ford  224.579  7,0 7,4  19.721
 7  Skoda  179.951  5,6 3,7  12.366
 8  Renault  110.039  3,4  4,5  11.919
 9  Hyundai  108.434  3,4  8,6  9432
 10  Seat  94.673  3,0  1,7  7260
 11  Fiat 70.719  2,2  3,8  4815
 12  Nissan  69.835  2,2  11,7  5631
 13  Toyota  65.939  2,1  -6,2  4930
 14  Mazda  58.216  1,8  10.9  3587
 15  Kia 55.689  1,7  4,0  4470
 16  Peugeot  54.259  1,7  0,3  3817
 17  Citroën  51.413  1,6  -1,1  3367
 18  Dacia  45.764  1,4  -6,4  3834
 19  Mini  39.714  1,2  19,7  3399
 20  Smart  37.808  1,2  68,7  2782
 21  Volvo  36.120  1,1  13,2  3979
 22  Mitsubishi  34.443  1,1  42,7  2043
 23  Suzuki  30.903  1,0  11,0  2514
 24  Porsche  28.543  0,9  17,1  1360
 25  Honda  21.072  0,7  -6,3  1996
 26  Land Rover  18.216  0,6  24,1  1661
 27  Jeep  14.819  0,5  44,3  976
 28  Subaru  6549  0,2  5,3  386
 29  Jaguar  4987  0,2  17,9  356
 30  Alfa Romeo  2800  0,1  -17,4  208

Markus Bach / Patrick Freiwah