Opel und PSA Peugeot Citroen: Intensive Gespräche über Kooperation

Deutsch-französische Freundschaft

Die beiden unter Druck stehenden Autobauer Opel und PSA loten die Chancen einer Kooperation aus und wollten noch 2012 erste Ergebnisse verkünden

Die anhaltende Schwäche der europäischen Märkte trifft vor allem jene Autobauer ins Mark, die ihre Produkte fast nur in Europa verkaufen. Folgerichtig loten Opel und PSA Peugeot Citroën nun die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit weiter aus. Noch vor Jahresende solle ein Ergebnis für die Bereiche Einkauf und Fahrzeugplattformen verkündet werden, sagte ein Opel-Sprecher am Sonntag.

Opel und PSA Peugeot: Intensive Kooperation noch 2012?

Zu einem Bericht über angeblich geheime Gespräche über eine mögliche Fusion der Autobauer erklärte dagegen Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug: "Ich kann dies nach meinen Kenntnissen nicht bestätigen." Ein solcher Zusammenschluss mache auch überhaupt keinen Sinn für Opel, sagte er der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" (Samstag).

Am Freitag hatte die französische Wirtschaftsnachrichtenseite latribune.fr über Fusionsgespräche berichtet. Demnach sieht der derzeit diskutierte Projektplan vor, Opel und die Autobausparte des PSA-Konzerns in einer neuen Gesellschaft zu bündeln. Er sei bislang allerdings noch nicht dem Aufsichtsrat vorgelegt worden. Die Unternehmen wollten keine Stellungnahmen zu dem Gerücht abgeben.

GM und PSA gingen im Februar eine Allianz ein, um Kosten zu drücken. Vereinbart ist, dass die französische Seite ab 2013 Logistik-Dienste übernimmt. Ein Opel-Sprecher sagte, die Gespräche würden entsprechend der im Februar angekündigten strategischen Zusammenarbeit geführt. Das "Wall Street Journal" (Online) berichtete am Samstag von Überlegungen, die Kooperation auch auf die Motor-Entwicklung auszudehnen. Die PSA-Marken Peugeot Citroën wie auch Opel leiden unter der Absatzkrise in Europa, weil sie anders als andere Autobauer vom europäischen Markt abhängig sind. Die Folge sind Überkapazitäten.

Der Bericht über die angebliche Zwangshochzeit war mitten in die Sanierungsverhandlungen bei Opel geplatzt. Die Gespräche über die Zukunft der vier deutschen Opel-Werke gehen auf die Zielgerade. Das Management war im Juni mit dem Angebot in die Gespräche gegangen, die Sicherung der vier deutschen Standorte um zwei Jahre bis 2016 zu verlängern. Im Gegenzug soll über Kostensenkungen und ein Wachstumskonzept bis 2022 diskutiert werden. Nach einer am Freitag verteilten internen Mitteilung, die der dpa vorliegt, wollen die Arbeitnehmer Standortschließungen nun über 2016 hinaus ausschließen.

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Opels Mutterkonzern General Motors (GM) will die Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen in den USA bündeln und die Aktivitäten in Mainz-Kastel schließen. Ein Sprecher bestätigte einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (Montag). "Alle 200 Mitarbeiter aus Mainz-Kastel, die bislang am Thema Brennstoffzelle gearbeitet haben, werden künftig in anderen Opel-Antriebs- und Entwicklungsprogrammen arbeiten", sagte er der dpa. Der Standort In Mainz-Kastel werde aber bleiben - Opel werde das Thema Batterieentwicklung dort vorantreiben.
dpa/az