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Mercedes-Benz 240 D: Hobbytuning

Alter Benz macht auf Lässig

Stell Dir vor, Du bist auf einem Autotreffen und aus der Masse der hochgezüchteten Boliden ragt ausgerechnet ein alter Daimler heraus.

Was wurde nicht schon alles über end-aufgemotzte extrem-getunte Poser-Kisten berichtet. Macht ja auch zugegebener Spaß. Aber manchmal darf es auch entspanntes Understatement sein. Relaxed. Laid back. Cruisen statt Heizen. Dafür benötigt man natürlich auch das richtige Gefährt. Keinen Koenigsegg. Keinen Lambo. Sondern einen 240D (W123) von good old Mercedes-Benz. Der Nachfolger des legendären Strich-Acht ist das bisher meistgebaute Mercedes-Modell und wurde ab 1975 hergestellt. Der US-Amerikaner Jon Hansen dachte sich "Keep it simple" und hat sich einen wirklich sauberen Benz gebastelt, basierend auf seiner Idee eines schönen Autos für ihn selbst: "Not for internet fame, not for scene points, not to go crazy with the mods (…) not looking to current trends or builds for ideas, not asking for the opinions of others…". Kurz zusammengefasst also "Mir wurscht, was andere denken oder toll finden". Eine angenehme Einstellung. Tiefergelegt ist der Wagen trotzdem, und zwar um etwa 11,5 Zentimeter. Ausgetauscht werden musste auch die Polsterung der Vorder- und Rücksitze, aus denen schon das verrottete Pferdehaar herausquoll. Ersetzt wurde es durch zeitgemäßen Memory Foam. Die Mitreisenden im Fond können auf in die Vordersitze integrierte Klapptabletts zurückgreifen. Damit alles aufeinander abgestimmt ist, wurde selbst der Kofferraumboden mit Holz ausgelegt. Zwar erkennt man den Eigenbau durch den wenig subtilen Übergang zum original Stoffbezug, jedoch findet sich im ganzen Auto eine durchgehende, aufeinander abgestimmt Farbgebung, die das Gesamtprojekt schlüssig erscheinen lässt.

Bildergalerie: 1979er Mercedes-Benz

Mercedes-Modellpalette im Video:

 

Entspanntes Cruisen mit dem 240 D

Neben der Tieferlegung und einer gekürzten Gasfederung wurde noch die Innenausstattung angepasst, der Motor allerdings, ein 2,4-Liter-Vierzylinder, ist noch das Original aus 1979. Er leistet seit über 450.000 Kilometern 72 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 137 Newtonmetern. Die Beschleunigung von null auf 100 in 22 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 143 km/h reichen locker zum entspannten Cruisen. Die vielen gefahrenen Kilometer sind offensichtlich kein Problem. Laut ADAC-Pannenstatistik wurde dem kleineren Bruder 200 D im Rahmen einer Umfrage bescheinigt, dass eine Panne statistisch gesehen erst nach 852.777 Kilometern auftritt.

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Michael Strathmann