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Mercedes im Jahr 2015: Absatz, Umsatz und Gewinn

Glänzender Stern

Die Marke Mercedes feiert im ersten Quartal 2015 Rekordwerte in Sachen Absatz, Umsatz und auch Gewinn. Warum sich BMW und Audi warm anziehen müssen

Wer einmal an der Spitze stand, möchte bald wieder dahin zurück. Keiner weiß das besser als Mercedes: Die Stuttgarter waren bis 2004 der größte Premiumhersteller der Welt. Doch seit über zehn Jahren liegt nun BMW vorn, sogar Audi ist mittlerweile vorbeigezogen. Das möchte Daimler-Chef Dieter Zetsche ändern: Spätestens 2020 soll Mercedes die Riege der Premiumhersteller wieder anführen.

Diesem Ziel kommen die Stuttgarter mit großen Schritten näher: Die ersten drei Monate 2015 waren das beste Quartal der Unternehmensgeschichte. 429.602 Verkäufe von Mercedes bedeuten einen Zuwachs von satten 14,8 Prozent. Zum Vergleich: BMW legte im ersten Quartal um 5,4 Prozent auf 451.576 Fahrzeuge zu, Audi um 6,1 Prozent auf 438.250 Exemplare. Überraschend: Mercedes steigerte seinen Absatz nicht nur in den Boom-Märkten China und den USA, sondern auch in wirtschaftlich schwierigen Umfeldern wie etwa Russland. Im von der Eurokrise immer noch geschwächten Europa (ohne Deutschland) gelang den Stuttgartern sogar ein Zuwachs von 20,7 Prozent.

Daimler: Höchste Dividende und erfolgreiche C-Klasse

Steigende Verkaufszahlen sind zwar schön, doch die Aktionäre interessieren sich vor allem für Finanzdaten. Auch hier kann Mercedes mit Bestwerten glänzen: Während sich der Umsatz bis März um 14,7 Prozent auf 19,5 Mrd. Euro erhöhte, sprang der Gewinn um 55,6 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro. Damit stieg die Umsatzrendite von 7,0 auf 9,4 Prozent. Als kleines Sahnehäubchen obendrauf konnte Dieter Zetsche Anfang April die Auszahlung der höchsten Dividende in der Geschichte der Daimler AG verkünden.

Vor allem die neue C-Klasse hat sich weltweit zum Verkaufsschlager entwickelt: 113.465 Verkäufe bis März bedeuten ein Plus von 51,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Mittelklasse schließt damit an den Erfolg der neuen Kompaktfamilie an. Die Modelle rund um die A-Klasse setzten sich bereits im Vorjahr an die Spitze der Mercedes-Verkäufe. Im ersten Quartal 2015 legten sie nochmal um 28,4 Prozent zu. Weiterer Vorteil: Die Produktion im neuen Werk in Ungarn und die teils aus der Kooperation mit Renault stammenden Motoren halten die Kosten im Rahmen.

Außerdem wird die Kompaktfamilie im Gegensatz zu den ersten Generationen der A-Klasse nicht mehr nur in Europa, sondern weltweit verkauft. Zudem gelang es Mercedes, mit Modellen wie dem CLA neue und jüngere Kunden anzusprechen. Das viertürige Coupé feiert vor allem in den USA Erfolge, legte dort im ersten Quartal um 34,2 Prozent zu. In den Staaten ist es der günstigste Mercedes.

Das Kompakt-SUV GLA soll dagegen China erobern: Im April startete die Fertigung in Peking – das neue Werk wurde in einer Rekordzeit von weniger als drei Jahren errichtet. Damit soll der Anteil lokal produzierter Fahrzeuge in China deutlich steigen. Doch schon jetzt läuft es für Mercedes im Reich der Mitte rund: Im ersten Quartal stieg der Absatz vor Ort um 16,6 Prozent, getrieben vor allem von der C-Klasse und dem GLK. Allerdings haben die Stuttgarter in China großen Nachholbedarf: Nach Audi (133.316 Verkäufe im ersten Quartal) und BMW (114.994 Verkäufe) starteten sie erst 2006 eine Produktion vor Ort.

Mercedes: S-Klasse, SUV und AMG sorgen für hohe Rendite

Auch die extrem gewinnbringende S-Klasse verkauft sich gut – weltweit sogar deutlich besser als der BMW 7er oder der Audi A8. Kein Wunder, dass Mercedes-Chef Zetsche die Luxuslimousine zu einer ganzen Modellfamilie ausbauen will. Das Gleiche gilt, preislich eine Ebene niedriger, auch für die SUV-Modelle. Lag die Gewinnspanne beim GLE-Vorgänger M-Klasse schon hoch, lassen sich mit Modellvarianten wie dem ab Juli verkauften GLE Coupé noch höhere Profite erzielen.

Auch die stark ausgeweitete Submarke Mercedes-AMG trägt einen nicht unerheblichen Teil zur gesteigerten Rendite bei: So erhöhten die Afalterbacher ihre Verkäufe 2014 um ein Viertel auf einen neuen Rekord von über 40.000 Fahrzeugen. Und in der Formel 1 zeigt das Team Mercedes AMG bereits, wie es sich anfühlt, wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.

Markus Bach