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Dieter Zetsche: Mercedes gut aufgestellt und "2014 voll in Fahrt"

"2014 voll in Fahrt"

Daimler sieht sich gerüstet: Neue Modelle sollen Mercedes nach vorn bringen. Konzernchef Dieter Zetsche über die neue C-Klasse, Elektroautos und das Engagement in China

Herr Zetsche, C-Klasse, GLA, V-Klasse, S-Klasse-Coupé, Smart Fortwo und Forfour – Mercedes bringt dieses Jahr viele neue Modelle. Wird 2014 ein Mercedes-Jahr?
Nicht nur ein Mercedes-Jahr, sondern auch ein Smart-Jahr. Wir haben die Weichen gestellt, um uns an die Spitze zu setzen, und der Zug ist jetzt schon gut unterwegs. 2014 werden wir volle Fahrt aufnehmen, nicht zuletzt deshalb, weil die gesamte Palette an S-Klasse-Varianten dann voll verfügbar sein wird.

Wird dann endlich auch die Rendite besser, weil sich die Investitionen auszahlen?
Davon bin ich überzeugt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die S-Klasse leistet einen nennenswerten Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung. Je mehr Kunden sich also weltweit für eine S-Klasse entscheiden, desto besser werden die Zahlen. Und die Nachfrage entwickelt sich sehr viel versprechend. Die S-Klasse ist wenige Wochen nach ihrem Modellwechsel bereits Spitzenreiter in ihrem Segment. Allein im November haben wir über 7600 S-Klassen ausgeliefert. Aber mir ist etwas anderes noch viel wichtiger: Wir haben eine sehr erfolgreiche Architektur- und Modulstrategie eingeführt. Und selbstverständlich arbeiten wir bereits an der nächsten Stufe für kommende Fahrzeuggenerationen. Das wird unsere Rendite auch in Zukunft sicherlich spürbar verbessern.

Beim Debüt der aktuellen C-Klasse gab es herbe Kritik am Qualitätseindruck. Mit welchen Maßnahmen haben Sie beim neuen Modell die Qualität verbessert?
Die aktuelle C-Klasse war und ist so erfolgreich, weil sie die typisch hohe Mercedes-Benz Qualität bietet. Für Zuverlässigkeit und Langlebigkeit gilt das ganz besonders, und den Innenraum hatten wir im Zuge der Modellpflege aufgewertet. Mit der neuen C-Klasse legen wir in allen Dimensionen nochmal deutlich nach, und das gilt vor allem für das Interieur. Ich bin überzeugt, hier setzen wir sogar Maßstäbe, nicht nur in der „gefühlten Qualität“, sondern auch gerade in der tatsächlichen.

Das an der S-Klasse orientierte Design und der niedrigere Preis machen die C-Klasse zum internen E-Klasse-Konkurrenten. Wie grenzen Sie die Modelle voneinander ab?
Da sich innere Größe nicht immer in Zentimeter und Millimeter messen lässt, gebe ich zu: Die C-Klasse ist tatsächlich fast eine Klasse höher angesiedelt – mit hoher Wertanmutung, liebevollen Details und Elementen aus den höheren Baureihen. Was ihre Größe und den Antrieb angeht: Hier wahrt die C-Klasse einen deutlichen Respektabstand zur neuen E-Klasse, was die Zahlen belegen. Wir verfolgen eine klare Strategie bei der Auslegung unserer Fahrzeuge: Sie haben jeweils einen starken Charakter, richten sich an jeweils spezielle Zielgruppen und sind untereinander differenziert. Das macht, wie Sie wissen, nicht jeder so.

Die S-Klasse soll zu einer sechsköpfigen Modellfamilie werden. Von der C-Klasse gibt es bislang nur drei Versionen und den GLK. Werden Sie auch hier diversifizieren?
Es wäre schade, wenn man ein so erfolgreiches Konzept nicht mehrfach anwenden würde. Es muss jedoch nicht immer das gleiche Muster sein. Lassen Sie sich überraschen.

Beim autonomen Fahren ist Mercedes bereits die Nummer eins. Wo stehen Sie bei den Elektroautos?
Da sehen wir uns sehr gut aufgestellt. Mit insgesamt acht Modellen haben wir als Konzern heute schon die weltweit breiteste Palette an Elektrofahrzeugen auf der Straße. Unser Smart Fortwo electric drive war im ersten Halbjahr der Marktführer in Deutschland. Mit dem SLS AMG electric drive haben wir die Grenzen der Fahrdynamik neu definiert, und die B-Klasse electric drive steht bereits in den Startlöchern.

Der S 500 Hybrid glänzt mit einem Verbrauch von drei Litern auf 100 km. Warum gehen Sie nicht mit der S-Klasse konsequent den Weg wie Tesla und bieten ein reines BEV-Fahrzeug an?
Wir wollen unseren Kunden auch im S 500 PLUG-IN HYBRID maximalen Komfort und Fahrspaß sowie hohe Reichweiten bei exzellenten Verbrauchswerten bieten. Mit diesem Konzept kann man einerseits die Vorzüge eines reinen Elektroantriebs nutzen – beispielsweise bei Einfahrtsbeschränkungen wie etwa in der City von London. Andererseits sind S-Klasse-Kunden in der Regel Vielfahrer, die sich über Reichweiten oder Infrastruktur keine Gedanken machen möchten. Um beide Anforderungen gleichermaßen zu erfüllen, ist die Plug-in-Technologie im Moment einfach noch unschlagbar.

> > > Teil 2: Dieter Zetsche über die B-Klasse Electric Drive, einen Kleinwagen unterhalb der A-Klasse und die Chancen in China