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„Wir sind stark, weil wir gute Produkte haben“

Interview: Audi-Chef Rupert Stadler

28.05.2009
Interview: Audi-Chef Rupert Stadler

Unser Top-Autonews

Exklusiv: Audi-Chef Rupert Stadler über die Ziele der Marke, die Abwrackprämie und die wichtigsten Modell-Neuheiten
Herr Stadler, Audi kommt offensichtlich mit geringen Absatzdellen durch die Krise. Profitieren Sie hier von den Schwächen ihrer Mitwettbewerber BMW und Mercedes, deren Verkaufszahlen in den letzten Monaten um fast ein Viertel absackten?
Wir sind nicht stark, weil die anderen schwach sind. Wir sind stark, weil wir gute Produkte haben. Aber wir bleiben trotzdem auf dem Teppich, weil wir wissen, dass der Wettbewerb gerade in schwierigen Zeiten besonders hart ist. Uns freut vor allem, dass unsere Kunden mit den Autos, die wir an sie ausliefern, glücklich sind.
 
Stehen Sie trotz der Branchenkrise zu Ihren ehrgeizigen Langfristzielen?
Unser Ziel steht: Bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts wollen wir die weltweit erfolgreichste Premiummarke sein.
 
Wie dürfen wir uns das vorstellen? Erfolgreich nur nach Absatzzahlen?
Den Erfolg lediglich an der Stückzahl zu messen, wäre zu kurz gedacht. Wir definieren Erfolg vor allem über Qualität in allen Ausprägungen. Darunter verstehen wir zum Beispiel  die Imageführerschaft in Emotion und Produkt-Qualität, eine hohe Ertragskraft sowie das Ziel, attraktivster Arbeitgeber zu sein. Einige dieser Ziele haben wir übrigens schon erreicht.
 
Sie wollen in den Autos der Marke Audi einen Mehrwert bieten, den Ihre Wettbewerber nicht offerieren können. Können Sie das näher erklären?
Wir sind durch die Synergien innerhalb des VW-Konzerns nicht nur bei den Technologien, sondern auch bei den Kostenstrukturen besser. Das bietet uns zum Beispiel die Chance, mehr Qualität und Wertigkeit ins Interieur zu bringen. Und das nehmen unsere Kunden wahr. Wir werden trotz unserer schon jetzt sehr hohen Standards bei der Innenraumqualität, der Verarbeitung, der Präzision und der Liebe zum Detail für die nächsten Produktgenerationen noch eine Schippe drauflegen. Spüren und sehen werden Sie das schon beim Nachfolger unseres Flaggschiffs A8, den wir im Herbst der Öffentlichkeit zeigen werden.
 

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Können Sie schon etwas mehr dazu sagen?
Wir stellen uns immer wieder der Herausforderung, Premium neu zu definieren. Der neue A8 wird das eindrucksvoll belegen. Damit werden wir unsere Führungsposition weiter festigen. Das wird auch der Kunde honorieren. Denn gerade in schwierigen, gesellschaftlich turbulenten Zeiten suchen Kunden Orientierung. Die finden sie in den Werten unserer Marke.
 
Vom großen Auto zum kleinen. Was planen Sie denn für Modelle und Karosserien beim neuen Kleinwagen A1?
Wir werden mit dem A1 als erster Hersteller ein vollwertiges Premium-Auto in diesem Fahrzeugsegment etablieren – es wird speziell junge Menschen an Audi heranführen und an uns binden. Unsere dreitürige A1-Studie von der Tokyo Motorshow und die fünftürige Sportback-Version vom Pariser Automobilsalon den Fünftürer geben eine Vorstellung von der künftigen A1-Familie.
 
Planen Sie auch eine Roadster- oder Cabrioversion des A1?
Wir konzentrieren uns erst einmal auf den Dreitürer, und dann werden wir unsere Kunden mit weiteren Ideen überraschen.
 
Wir rechnen aber fest mit einem SUV-Ableger, der dann Q1 heißen könnte. Der Kleine würde doch in das durch Verbrauchssenkungen und CO2-Diskussionen geprägte Klima passen.
Jetzt lassen Sie uns erst einmal den Q3 auf den Markt bringen – 2011 ist es soweit. Danach werden wir sehen, ob darunter noch Platz für ein weiteres Modell ist.
 
Noch eine Nummer kleiner: Wie sieht es denn mit dem diskutierten Stadt-Mini auf Basis der VW up!-Konzernplattform aus? Das ist doch eine Steilvorlage für Audi, oder?
Der Einstieg in dieses Segment wird davon abhängen, wie sich der Markt weiterentwickelt. Grundsätzlich glaube ich, dass es in den Megastädten viele Kunden für pfiffige, kompakte Autos gibt. Aber die Dinge müssen sich hier erst entwickeln. Heute kann sich ein Kunde noch nicht vorstellen, wie Premium in so einer kleinen Baureihe aussieht. Wir werden das zunächst einmal mit dem A1 unter Beweis stellen.