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Aktuelle Formel E Saison (Sieger/Tabelle): Marrakesch

Buemi gewinnt 2. Formel-E-Lauf

Wie schon beim Auftakt der Formel E gewinnt Sebastien Buemi (renault e.dams) auch das zweite Rennen in Marrakesch. Mit Platz 5 bleibt Lucas di Grassi (Abt) der ärgste Verfolger. Außerdem: Audi plant Formel-E-Einstieg.

Im zweiten Formel-E-Rennen der Saison 2016/17 gewinnt abermals Sebastien Buemi vom Team renault e.dams. In Marrakesch verteidigt der Schweizer mit aktuell 50 Punkten den ersten Platz in der Fahrerwertung. Auch renault e.dams bleibt mit dem neuerlichen Erfolg auf Platz 1 der Teamwertung (74 Punkte). Lucas di Grassi (Abt), beim Auftakt noch Zweiter geworden, fuhr auf den fünften Platz und bleibt damit ärgster Verfolger von Sebastien Buemi. Die Zuschauer erlebten bei der Formel-E-Premiere in Marrakesch das längste Rennen der bis dato noch jungen Rennserie. Einer der größten Gewinner – trotz Platz 5 am Ende – war di Grassi, der vom zwölften Startplatz nach vorne fuhr. Nur wenigen Sekunden dahinter: Team-Kollegen Daniel Abt, der damit seine ersten acht Punkte in dieser Saison holte. Nach dem Rennen in Marrakesch geht die Formel E in eine sehr lange Weihnachtspause und startet erst am 18. Februar 2017 das dritte Rennen, diesmal im argentischen Buenos Aires.

Bildergalerie starten: Die Teams der Formel E

Formel E in Marrakesch: Buemi (renault e.dams) siegt

In der nächsten Formel-E-Saison ist Audi als Werksteam am Start! Wie Audi-Chef Rupert Stadler bekannt gab, richtet Audi seine Motorsport-Strategie neu aus und beendet mit der Saison 2016 das Engagement in der FIA WEC – und damit auch beim 24h-Rennen von Le Mans. Stattdessen möchte sich Audi werkseitig in der rein elektrischen Rennserie Formel E engagieren. Laut Stadler sei es wichtig, sich auf das zu fokussieren, was Audi in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig halte. "Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein", erklärt Stadler. Da der Einstieg in die Formel E bereits 2017 startet verstärkt Audi schon die bereits bestehende Partnerschaft mit dem Team ABT Schaeffler Audi Sport. Unangetastet bleibt das Engagement in der DTM, bei der Audi 2017 mit dem Nachfolger des Audi RS 5 DTM antritt. Noch nicht entschieden ist das künftige Engagement in der Rallycross-Weltmeisterschaft (World RX). Dass zuletzt Audi, BMW und Mercedes Pläne für den möglichen Einstieg eines Werksteams verkündeten, sorgte zum Saisonstart der Formel E für Aufsehen. Vor allem die ewigen Querelen um das Reglement der Formel 1, die immer kostspieliger werdende Motorenentwicklung und zuletzt der Verkauf an neue Investoren könnte in Zukunft der Formel E in die Hände spielen. Wir haben die Ziele, die Zukunftsaussichten und künftige Teilnehmer der Formel E übersichtlich aufbereitet. Außerdem zeigt die Bildergalerie die Teams der aktuellen Formel-E-Saison!

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Strecke  Termin  Sieger
Hongkong (Hongkong)  09.10.2016  Sebastien Buemi
Marrakesch (Marokko)  12.11.2016  Sebastien Buemi
Buenos Aires (Argentinien)  18.02.2017  
Mexiko-Stadt (Mexiko)  01.04.2017  
Monaco (Monaco)  13.05.2017  
Paris (Frankreich)  20.05.2017  
Berlin (Deutschland)  10.06.2017  
Brüssel (Belgien)  01.07.2017  
New York (USA)  15.07.2017  
New York (USA)  16.07.2017  
Montreal (Kanada)  29.07.2017  
Montreal (Kanada)  30.07.2017  

Was ist Ziel der Formel E? Der Automobil-Weltverband FIA will mit der 2014 gestarteten Formel E einen grünen Motorsport fördern. "Eine stille Revolution", nannte es Geschäftsführer Alejandro Agag. Umweltfreundlich, sparsam, leise – das sind die Argumente, mit denen die Formel E für sich wirbt.
Zugleich soll die grüne WM Autobauern eine Plattform zur Entwicklung der Elektromobilität bieten.

Wie funktioniert die Formel E? Zehn Teams mit je zwei Fahrern sind bei der Formel E dabei. Es gilt eine offizielle Kosten-Obergrenze pro Team von rund drei Millionen Euro. Gefahren wird mit einheitlichem Chassis und Reifen, den Antriebsstrang entwickeln inzwischen fast alle Rennställe selbst. Die Batterie für die Formel E kommt von einem Tochter-Unternehmen des Formel-1-Teams Williams. Weil diese jedoch noch nicht ausgereift genug ist, um ein gesamtes Rennen durchzuhalten, wechseln die Fahrer zur Hälfte das Auto. Training, Qualifikation und Rennen der Formel E finden an einem Tag statt. Im Rennen, das knapp eine Stunde dauert, ist die Höchstgeschwindigkeit bei 225 Stundenkilometern gedeckelt. Die Formel-E-Boliden erreichen dabei eine Lautstärke von etwa 80 Dezibel. Ein Pkw kommt im Schnitt auf 70.

Wer sind die prominentesten Fahrer? Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld bestritt in elf Formel-1-Jahren 183 Grand Prix – gewann aber nie. In der Formel E fährt er für das indische Team Mahindra. Auch Titelverteidiger Sebastien Buemi, Jérôme D'Ambrosio, Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne können auf Formel-1-Erfahrung verweisen.

Welche Autobauer sind dabei? In den ersten beiden Jahren der Formel E schickte Renault als einziger Hersteller ein Werksteam an den Start. Zur neuen Saison kommt nun Jaguar hinzu. Audi, Förderer des einzigen deutschen Teams Abt, will von 2017 an unter Werksregie bei der Formel E dabei sein. BMW unterstützt in diesem Jahr den Rennstall der US-Motorsportlegende Michael Andretti, für 2018 ist ein eigenes Team geplant. In dieser Woche sicherte sich auch Mercedes die Option auf einen Formel-E-Startplatz in der Saison 2018. Bedingung dafür ist aber, dass die Batterie bis dahin so weit ist, dass der Wechsel des Autos zur Rennmitte überflüssig wird. 

Warum steigt das Interesse der Autohersteller an der Formel E? BMW will mit dem Formel-E-Einstieg seine "Kompetenz in der Elektromobilität" beweisen, wie Motorsportdirektor Jens Marquardt sagt. Auch Audi sieht sein Engagement in der Formel E als logisch. 2025 soll jeder vierte Audi ein Elektroauto sein. In der Formel E könne die Technologie für den Einsatz in der Serien-Produktion getestet werden. Ähnlich argumentiert Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Der Rennsport war schon immer eine Forschungs- und Entwicklungsplattform für die Industrie, wodurch die Formel E in der Zukunft sehr an Bedeutung gewinnen wird."

Ist die Formel E eine Konkurrenz für die Formel 1? Bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg. Die Formel 1 ist ein Milliarden-Geschäft mit globaler Strahlkraft, schillernder Historie und den berühmtesten Fahrern. Die Formel E wird wegen der längst nicht ausgereiften Technik und der Skepsis vieler Motorsport-Fans gegenüber den elektrischen Flitzern noch lange im Schatten der Königsklasse stehen. Der US-Medienkonzern Liberty, der künftig die Mehrheitsanteile an beiden Rennserien hält, dürfte ohnehin kaum daran interessiert sein, dass die Formel E der Formel 1 das Wasser abgräbt.

Muss sich die DTM wegen des Engagements der Autohersteller sorgen? "Nein, diese Bedenken gibt es nicht. Alle drei Hersteller haben ein klares Bekenntnis zur DTM abgegeben. In welcher Form und über welche Serien das Motorsportprogramm in der Breite ausgestaltet wird, ist Sache jedes Herstellers", sagte Hans Werner Aufrecht, Chef des DTM-Rechteinhabers ITR, zur Konkurrenzsituation zwischen der Formel E und der DTM.

Wo ist die Formel E zu sehen? Die Formel E startet auf Stadtkursen in zehn Metropolen von Hongkong über Buenos Aires und Paris bis New York. In Deutschland macht die Formel E am 10. Juni 2017 erneut in Berlin Station. Eurosport überträgt die Formel E im frei empfangbaren Fernsehen.

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Fahrerwertung Formel E Teamwertung Formel E
Fahrer  Punkte Team  Punkte
Daniel Abt (66) 8 ABT Schaeffler Audi Sport 36
Lucas di Grassi (11) 28    
Sam Bird (2) 18 DS Virgin Racing 19
Jose Maria Lopez (37) 1    
Jerome d’Ambrosio (7) 6 Faraday Future Dragon Racing 7
Loic Duval (6) 1    
Felix Rosenqvist (19) 1 Mahindra Racing 36
Nick Heidfeld (23) 17    
Robin Frijns (27) 8 MS Amlin Andretti 18
Antonio Felix da Costa (28) 10    
Oliver Turvey (88) 10 NextEV NIO 13
Nelson Piquet jr. (3) 3    
Mitch Evans (20)   Panasonic Jaguar Racing  
Adam Carroll (47)      
Ersatz: Ho-Pin Tung      
Sebastien Buemi (9) 50 Renault e.dams 74
Nicolas Prost (8) 24    
Jean-Eric Vergne (25) 4 Techeetah 4
Ma Qing Hua (33)      
Stephane Sarrazin (4) 1 Venturi 3
Maro Engel (5) 2    

dpa