EU-Reifenlabel kann Winterreifen-Tests nicht ersetzen

Label ohne Wert?

Beim Kauf von Winterreifen sollten Verbraucher das neue EU-Reifenlabel nicht überbewerten. Auch gute Reifen können hier schlecht abschneiden

Das ab 1. November vorgeschriebene EU-Reifenlabel bietet Autobesitzern beim Kauf von Winterreifen keine nützliche Orientierung. Darauf weist der Auto Club Europa (ACE) hin. "Das Label gibt keine Auskunft über das Leistungsvermögen, das ausschlaggebend ist für gute Winterreifen, wie etwa den Grip auf Schnee und Eis", kritisiert ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Auf dem Etikett werden der Rollwiderstand, der sich auf den Spritverbrauch auswirkt, und die Nassbremseigenschaften mit den Noten A für sehr gut bis G für sehr schlecht bewertet. Außerdem gibt es Angaben zur Intensität der Abrollgeräusche.

EU-Reifenlabel: Keine brauchbare Orientierung für Winterreifen

Die Bewertung des Rollwiderstands auf dem Reifen-Label könnte Verbraucher bei der Wahl neuer Winterreifen sogar irritieren, gibt Hillgärtner zu bedenken. "Winterreifen müssen für den Einsatz bei Kälte eine weichere Gummimischung haben als Sommerreifen, weshalb ihr Rollwiderstand zwangsläufig höher ist", erklärt er. Die Top-Noten "A" und "B" könnten Winterreifen deshalb in dieser Kategorie gar nicht bekommen. Ein Winterreifen mit der Bewertung "C" oder schlechter beim Rollwiderstand könnte folglich trotzdem ein sehr guter Pneu für die kalte Jahreszeit sein.

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Bei der Suche nach einem guten Winterreifenmodell können die aufwändigen Winterreifen-Vergleichstests von Automobilclubs, Fachzeitschriften, Verbraucher- und Prüforganisationen hilfreich sein. Bei diesen Tests werden alle relevanten Eigenschaften, die solche Saison-Pneus mitbringen sollten, überprüft und bewertet.

Ab dem 1. November müssen fabrikneue Reifen für Pkw und Nutzfahrzeuge mit dem EU-Label gekennzeichnet werden, dessen Aufmachung an die Energieeffizienzlabel für Elektrogeräte erinnert. Die meisten sind jetzt schon damit versehen.
dpa/az