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CO2-Ziele: Kompromiss 2013 geht Umweltschützern nicht weit genug

CO2-Freifahrtschein?

Nach Ansicht von Umwelt-Verbänden fördern Supercredits nicht den Spar-Willen der Autobauer, sondern bremsen ihn und schaffen Schlupflöcher

Aus Sicht der Autobauer ist das Ergebnis des CO2-Streits in Brüssel eine enorme Herausforderung, aber Umweltschützer betrachten den gefundenen Kompromiss als Folge von skandalösem Lobbyismus. Die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und der Nabu kritisieren vor allem die Tatsache, dass keine verbindlichen Sparziele für das Jahr 2025 festgeschrieben wurden und  sparsame Autos mit Supercredits belohnt werden.

CO2-Ziele: Kompromiss geht Umweltschützern nicht weit genug

Supercredits sollen die Autobauer dazu animieren, mehr Geld als bisher in die Entwicklung sparsamer Antriebstechniken zu stecken. Als Belohnung winkt eine veränderte Berechnung des Flotten-Verbrauchs, denn jedes Auto mit einem CO2-Ausstoß von unter 50 Gramm pro Kilogramm fließt gleich 3,5-fach in die Berechnung ein. Im Jahr 2015 sinkt diese Mehrfach-Anrechnung auf den Faktor 1,5, zwischen 2016 und 2019 gibt es keine Supercredits.

Im Jahr 2020 allerdings – und somit zeitgleich mit dem Inkrafttreten des CO2-Ziels von 95 Gramm pro Kilometer – kommen die Supercredits wieder ins Spiel, nach jetzigem Stand bis zum Jahr 2023. Aus Sicht der Umwelt-Verbände handelt es sich dabei ganz klar um ein Entgegenkommen, das den Autobauern das Vermeiden von Strafzahlungen erleichtert und echten Umweltschutz-Programmen im Wege steht.

Mit Hilfe der Supercredits wird sich der eine oder andere Spritschlucker in der Bilanz "schönrechnen" lassen, wofür es aus Sicht von DUH & Co. keinerlei Grund gibt – aus ihrer Sicht wären die Grenzwerte auch ohne Supercredits erreichbar, wenn sich die Autohersteller nur genügend anstrengen müssten.

Welche Auswirkungen die gefundene Lösung tatsächlich haben wird und welche Ziele für die Zeit nach 2020 verbindlich festgeschrieben werden, bleibt abzuwarten.

Benny Hiltscher