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Erdgas-VW explodiert: Ursache geklärt (Update!)

Explosion wegen verrosteten Tanks

Die Ursache für die Explosion des Erdgas-VW Touran im Herbst ist geklärt. In der Folge aber haben viele VW-Fahrer Probleme beim Tanken von Erdgas: Tankstellenbetreiber wollen zuerst ein Unbedenklichkeits-Zertifikat sehen.

Beim Tanken ist Mitte September 2016 ein erdgasbetriebener VW Touran explodiert. Nun steht die Ursache für die Explosion des Erdgas-Autos in Südniedersachsen fest: Der Grund sei Rost am Gastank gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen. Ein Gutachten habe ergeben, dass der verrostete Behälter dem Druck bei der Betankung nicht standgehalten habe. Wie das "Eichsfelder Tageblatt" berichtet hatte, sei dadurch Erdgas ausgetreten und verpufft. Der Fahrer des erdgasbgetriebenen VW Touran wurde durch umherfliegende Trümmerteile schwer verletzt. Der zehn Jahre alte VW Touran gehörte zu denjenigen Autos, die VW wegen möglicher Schäden an den Gastanks zurückgerufen hatte. Eine Nachbesserung des Wagens hat laut Staatsanwaltschaft aber nicht stattgefunden. "Wir prüfen jetzt, ob es möglicherweise bei VW Verantwortliche gibt, die dafür hätten Sorge tragen müssen, dass das Fahrzeug stillgelegt wird", sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick. Geprüft werde aber auch eine mögliche Verantwortlichkeit des Fahrzeughalters. Von der VW-Rückrufaktion zum vorsorglichen Tausch von Gasflaschen waren gut 35.000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran aus den Jahrgängen 2006 bis 2010 betroffen. Hintergrund war eine mögliche Korrosion der Gasbehälter.

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Ursache für explodierten Erdgas-VW: rostiger Tank

Als Reaktion auf den Vorfall hatten mehrere Tankstellen-Konzerne ihren Stationen und Pächtern empfohlen, vorübergehend kein Erdgas mehr zu verkaufen. Wird am Gros der Tankstellen wieder Erdgas verkauft, weigern sich noch viele Tankstellenbetreiber Erdgas-Autos des VW-Konzerns vollzutanken, da aktuell noch ein Rückruf von Caddy, Passat und Touran mit CNG-Antrieb läuft. Um dem entgegenzuwirken, können Besitzer von VW-Autos jetzt unter der Hotline 0800-1234103 ein Unbedenklichkeits-Zertifikat für ihr Fahrzeug anfordern, das sie vor dem Tanken vorlegen können. In der Regel wird die Erdgas-Zapfsäule dann freigeschaltet. Auch die nachgerüsteten Erdgas-Autos erhalten dieses Zertifikat sowie einen Aufkleber im Radkasten des Reserve-Rads. Solange die Fahrzeuge noch nicht umgerüstet sind, sollten sie ausschließlich mit Benzin betrieben werden. Doch da liegt auch ein Ärgernis der Kunden, schließlich verfügen die CNG-Autos nur über einen Nottank. Der Kraftstoff darin reicht beim Caddy und Touran 7-Sitzer jeweils nur für 150 bis 170 Kilometer, beim Passat immerhin für 460 Kilometer. Die Halter der betroffenen Fahrzeuge werden schriftlich von VW informiert und können dann einen Termin in ihrer Werkstatt zu Kontrolle und Austausch des Erdgas-Tanks vereinbaren.

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VW: Unbedenklichkeits-Zertifikat für Erdgas-Autos

Eine generelle Sperrung zahlreicher Erdgas-Tankstellen als direkte Reaktion auf die Explosion des Erdgas-betriebenen Autos – es betraf rund ein Fünftel der bundesweit rund 900 Erdgas-Tankstellen – war schon zeitnah wieder aufgehoben worden. So empfahl das Mineralölunternehmen Total den Tankstellen, nur noch einzelne Modelle von der Betankung auszuschließen. BP/Aral hat seine Empfehlung ebenfalls angepasst und die generelle Sperrung aufgehoben. Auch hier bleiben nur einzelne Modelle ausgeschlossen. Grundsätzlich zeigt die Statistik, dass die Zwischenfälle mit Erdgas-Autos eine absolute Ausnahme sind, doch kann schon ein einziger Unfall das Vertrauen in Erdgas-Autos zerstören. Nicht überraschend waren Sicherheits-Bedenken, die nach dem Zwischenfall in Duderstadt aufgekommen waren, die Ursache für die Sperrung zahlreicher Erdgas-Tankstellen.

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dpa/AUTO ZEITUNG